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Hitzacker während des Elbe-Hochwassers im Juni 2013. (Foto: Rouven Groß)
Hitzacker während des Elbe-Hochwassers im Juni 2013. (Foto: Rouven Groß)

Flutmulde bei Hitzacker geplant

Hitzacker/Bleckede. An Hochwasser ist an der Elbe aktuell zwar nicht zu denken, dennoch laufen derzeit die Planungen für den nächsten Ernstfall. Während im Landkreis Lüneburg nach wie vor die Arbeiten an einer Machbarkeitsstudie für eine Rückdeichung zwischen Bleckede und Radegast laufen (LZ berichtete), steigen die Nachbarn in Lüchow-Dannenberg nun in die Planung einer zwei Kilometer langen Flutmulde vom Weinberg bis zum ehemaligen Wifo-Hafen in Hitzacker ein. Kosten: gut zwei Millionen Euro. Zusammen mit dem dauerhaften Rückschnitt des Gehölzes bei Tiemesland soll die Maßnahme bei Hochwasser den Scheitel der Elbe um bis zu 20 Zentimeter verringern.

Während im Kreis Lüneburg der Artlenburger Deichverband die Trägerschaft der Maßnahme übernommen hat, zeichnet in Hitzacker der Landkreis Lüchow-Dannenberg verantwortlich. In beiden Fällen sind die Experten des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) eingebunden, für die Bleckeder Maßnahme erstellt der NLWKN die Machbarkeitsstudie.

Historische Karten ausgewertet

Anstoß für die Maßnahme in Hitzacker gab Klaus-Jürgen Steinhoff vom NLWKN die Auswertung historischen Kartenmaterials. „1852 zeigt eine Karte, dass die Elbe unterhalb des Weinbergs floss. Damals gab es noch keine Buhnen. Und der Tießauer Hafen war eine Flussrinne“, sagt er. Besonders präzise sei die Karte von 1902. Damals habe die Elbstrombauverwaltung Magdeburg den Fluss exakt vermessen – schon mit Buhnen – und alle paar hundert Meter Querprofile erstellt. „Da waren die Buhnen noch intakt, und in den Feldern zwischen den Buhnen gab es keine Aufsandungen.“ Dennoch hätten die Fachleute bereits den stetigen Gehölzrückschnitt und Abgrabungen in den Buhnenfeldern gefordert. Ohne Erfolg. So hätten sich dort im Laufe der Jahrzehnte diverse Ablaufhemmnisse entwickelt.

Von Bedeutung sei auch die aktuelle Studie des Leichtweiß-Instituts der Technischen Universität Braunschweig. Darin habe – der mittlerweile ehemalige Institutsleiter – Professor Andreas Dittrich die Wirkung von Sandbänken in der Elbe untersucht. Das Ergebnis: „Die Sandbänke wirken bei Hochwasser wie ein Stopfen“, sagt Steinhoff.

Beeinflussen werden sich die Maßnahmen in Hitzacker und Bleckede wohl nicht. Doch sicher ist das laut NLWKN-Sprecher Carsten Lippe erst, wenn die Bundesanstalt für Gewässerkunde, auf Basis der regionalen Ergebnisse die hydraulische Gesamtwirkung berechnet und geprüft hat. „In diesem konkreten Fall gehen wir aber davon aus, dass diese beiden Maßnahmen sich aufgrund ihrer Entfernung zueinander nicht gegenseitig beeinflussen werden.“

Von Axel Schmidt und Anna Sprockhoff