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Meteorologe Reinhard Zakrzewski aus Deutsch Evern braucht eine Abkühlung. (Foto: Mahler)

Trockenheit setzt sich fort

Deutsch Evern. Nach einem kleinen Durchhänger gestern setzt sich Anfang der Woche das sonnige und heiße Wetter mit Spitzenwerten um 34 Grad, gefühlt bis 37 Grad , erneut durch. Da das umfangreiche Hitzehoch über Nordeuropa schwächelt, können Atlantiktiefs mit frischerer Luft im Gepäck zum Monatswechsel aufdringlicher werden. Deshalb nimmt am Mittwoch die Gewitterneigung vorübergehend zu. Bei immer noch 30 Grad sind größere Regenmengen aber nicht zu erwarten. Schon am Donnerstag rückt ein neues Hoch vom Atlantik nach. Mit westlichen Winden stellt sich erneut sonniges und trockenes Sommerwetter ein, allerdings auf einem deutlich angenehmeren Temperaturniveau als zuletzt. Bis zum Wochenende bleibt es bei moderaten Höchstwerten von 25 bis 28 Grad. Die Abkühlung macht sich vor allem in den Nächten bemerkbar, die weit entfernt sind von tropischen 20 Grad. Es kann also ordentlich durchgelüftet werden. Ob der europäische Hitzeblock im weiteren Verlauf nachhaltig geknackt werden kann, wie es einige Modellläufe andeuten, ist eher fraglich. Unabhängig davon wäre ein Ende der großen Trockenheit auch dann nicht in Sicht.

Wärmster Juli seit 2010

Im Juli hielt das sommertrockene Klima vom Typ „Mittelmeer“ mit wenigen, nach Ort und Intensität eher zufälligen Niederschlägen aus dem Juni an. Das galt auch für den Siebenschläferzeitraum Ende Juni/Anfang Juli. Damit waren die Segel für einen buchstäblich brandheißen und extrem trockenen Juli gesetzt. Im ersten und zweiten Monatsdrittel hielten sich die Temperaturen meistens im angenehmen Bereich von 25 bis 28 Grad auf. Nur selten ging es über die 30 Grad hinaus. Die oft aus Skandinavien einfließende extrem trockene Luft sorgte zudem für recht frische Nächte mit teils deutlich einstelligen Werten.

Der Juli im Vergleich

Monatsmittel: 20,4°C (Abw. 2,3°C)
Maximum: 35,1°C (26. Juli)
Minimum: 7,9°C (2. Juli)
Sommertage (Max. mind. 25°C): 23 (normal 12)
Heiße Tage (Max. mind. 30°C): 9 (normal 3)
Niederschlag: 15 mm (21% v. Soll)
Sonnenschein: 328 Std. (149% v. Soll)

Doch mit Beginn der Hundstage am 22. Juli wendete sich das Blatt zu einem furiosen Finale. Subtropische Warmluft ließ die Temperaturen in einer extremen Hitzewelle von über einer Woche regelrecht explodieren. Spitzenwerte um 35 Grad und vereinzelt tropische Nächte – nicht unter 20 Grad – machten den Juli 2018 zum wärmsten seit 2010. Gleichzeitig wird er im nordöstlichen Niedersachsen als einer der drei sonnigsten und drei bis fünf trockensten Julimonate seit mindestens 80 Jahren in die Annalen eingehen. Den einzigen nennenswerten Regen bracht das kleine Tief „Gislinde“ am 10. und 11. Juli. Reinhard Zakrzewski

3 Kommentare

  1. Andreas Janowitz

    Ich vermisse einen Bezug zu den Klimamodellsimulationen? Diese Wetterlage tritt dort auf? Ich kann verstehen wesshalb er zögerlich ist, aber über Land haben wir bereits +1,5°C? Im Artikel „Global Climate Report – June 2018“ der NOAA wird das sehr detailiert dargelegt? Auch ist es Augenwischerei ständig nur die „globalen Durchschnitttemperaturen“ zu erwähnen, wenn doch „über Land“ die einzig relevanten Werte für uns sind?

    Letztes Jahr hatten wir einen Monsunsommer, dieses Jahr einen Dürresommer. Extremereignisse häufen sich? Wesshalb weiter vorgeben „alles wäre normal“, wenn das das neue „normal“ ist?

    • ist ihnen auch schon aufgefallen, dass nicht mal der wetterbericht für die nächsten drei tage stimmt? und die wollen vorhersagen für die nächsten jahre machen?

      • Andreas Janowitz

        Öhm… die NOAA-Daten beziehen sich auch auf echte Messungen? Aus dem Juni 2018? Und die Simulationen geben keine präzisen Temperaturangaben aus sondern eben Tendenzen? Wie z.B. das Abschwächen der Zirkumpolarwindsysteme? Genau das passiert? Der normalerweise straffe, breitengradtreue Jetstream leiert gewissermassen aus und sorgt so für stationäre Verhältnisse? „jetstream+meander“ in eine beliebige Suchmaschine eingeben?

        Ich glaube Sie sind hier dem Trugschluss aufgesessen, das „Chaos“ „zufällig“ meint? Ja Wetter ist chaotisch, aber „chaotische Systeme“ sind keineswegs „willkürlich zufällig“? Im Sommer ist es wahrscheinlich wärmer als im Winter? Auch wenn keine genauen Angaben möglich sind, ist die Chance auf Frost im August eher gegen Null.

        Ich würde mir von Herrn Zakrzewski gerne einmal eine Stellungnahme zu Modellen und Simulationen wünschen, es geistern ja die wildesten Geschichten dazu im Netzt herum.