Donnerstag , 20. September 2018
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Rita Mannhaupt im Januar 2018 vor dem Mobilheim auf dem Campingplatz in Melbeck. Der Pachtvertrag wurde gekündigt. Jetzt muss das Häuschen abgerissen werden. (Foto: a/kre)
Rita Mannhaupt im Januar 2018 vor dem Mobilheim auf dem Campingplatz in Melbeck. Der Pachtvertrag wurde gekündigt. Jetzt muss das Häuschen abgerissen werden. (Foto: a/kre)

Mobilheim muss abgerissen werden

Lüneburg. „Wir sind ruiniert. Ich kann in die Privatinsolvenz gehen.“ Entsetzt reagierte Hans-Jürgen Mannhaupt jetzt auf das Urteil des Landgerichts. Der Inhaber des Melbecker Campingplatzes hatte den Pachtvertrag der Mannhaupts für die rund 150 Quadratmeter große Parzelle im März 2017 gekündigt. Die Klage des Ehepaars dagegen wies das Gericht nun ab. Das bedeutet: Das auf festem Fundament stehende Mobilheim auf der Parzelle muss abgerissen weren – auf Kosten des Paares. Hans-Jürgen Mannhaupt: „Wir rechnen mit Kosten von rund 10 000 Euro. Das können wir nicht bezahlen.“

Campingplatz-Chef Karsten Fuhrhop zeigte sich vor dem Urteil siegessicher. Das Wohnmobil stehe auf dem Campingplatz und nicht auf dem angrenzenden Wochenendhausgebiet, also auf dem falschen Teil des Geländes. Die Mobilheime der Nachbarn seien bereits beseitigt worden. Fuhrhop hat schon andere Pläne für das Areal, gegenüber der LZ sagte er: „Ich werde das Grundstück nicht mehr als Mobilheimplatz verpachten.“ Das rechne sich nicht.

„Wir haben unsere Unterkunft immer in Schuss gehalten.“ Rita Mannhaupt, Mobilheim-Besitzerin

Das Paar hatte das kleine Häuschen laut dem Ehemann im Jahr 1999 für 15 000 Mark vom Vorbesitzer gekauft und als ständigen Wohnsitz genutzt. Schon damals sei es nicht mehr „mobil“ gewesen: „Wir hatten es schon so übernommen. Ich habe draußen Kunststoffplatten verlegt.“ Seine Frau Rita ergänzt: „Wir haben unsere Unterkunft immer in Schuss gehalten.“ Doch die Gesundheit der Frau spielte nicht mehr mit. Das Paar entschied sich 2013 für den Kauf eines Hauses in Clenze im Kreis Lüchow-Dannenberg und wollte sein Melbecker Heim veräußern. Fuhrhop selbst beteiligte sich an der Suche nach einem Käufer, fand aber seinen Angaben nach keinen echten Interessenten.

Damals überlegte das Paar noch, die Unterkunft im Urlaub und an Wochenenden weiter selbst zu nutzen und schaltete parallel einen Makler ein, der das Mobilheim für 20 000 Euro loswerden sollte. Interessenten fanden sich nicht, laut Rita Mannhaupt wollte der Platz-Besitzer nicht an Flüchtlinge oder Studenten verpachten, er wollte das ganzjährige Wohnen dort nicht mehr gestatten. Schließlich kam im März 2017 die Kündigung des Pachtvertrags. Das nötige Geld für den Abriss kann das Ehepaar laut dem Mann nicht aufbringen, er selbst erhält im Fahrdienst der Psychiatrischen Klinik Lüneburg kein großartiges Gehalt.

Das Landgericht hat die Revision nicht zugelassen. Das Paar lotet nun aus, ob andere rechtliche Schritte möglich sind.

Von Rainer Schubert