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2017 lag die Fördermenge allein im Wasserwerk Adendorf bei 1,996 Millionen Kubikmetern. Foto: phs

Die Pumpen laufen auf Hochtouren

Lüneburg/Seevetal. Die teils unwetterartigen Regenfälle am Wochenende dürften nur eine punktuelle Entspannung bei den Spitzenlasten in der Trinkwasserversorgung gebracht haben, weil sich viele Gartenbesitzer somit das Gießen sparen konnten. Ansonsten führt die anhaltende Trockenheit erwartungsgemäß zu einer deutlich erhöhten Wasserabgabe in den Versorgungsnetzen in und um Lüneburg. Die Werte sind auch im Juli überdurchschnittlich hoch, liegen aber deutlich unter den Mengen im Mai. Das geht aus den Stellungnahmen von Wasserversorgern gegenüber der LZ hervor.

Starke Wassernachfrage am Abend

„Im Mai hatten wir eine maximale tägliche Wasserabgabe von zirka 23 000 Kubikmetern, eine Wassermenge, die unsere Wasserwerke noch problemlos leisten“, sagt Martin Beuss, technischer Geschäftsführer des Wasserbeschaffungsverbands (WBV) Elbmarsch mit Sitz in Seevetal-Hittfeld. Allerdings liege der Jahresdurchschnitt bei zirka 12 000 Kubikmetern am Tag. Beuss weiter: „Und derzeit geben wir jeden Tag rund 18 000 Kubikmeter ab.“ Der WBV Elbmarsch versorgt rund 87 000 Einwohner mit Trinkwasser, vom östlichen Teil des Kreises Harburg mit der Stadt Winsen und der Samtgemeinde Elbmarsch über den nördlichen und östlichen Bereich des Kreises Lüneburg mit den Samtgemeinden Bardowick, Scharnebeck und Dahlenburg sowie den Einheitsgemeinden Adendorf, Bleckede und Amt Neuhaus.

Laut Beuss stellt sich dort „ein leichtes Problem“ dadurch ein, dass die maximale tägliche Wassermenge nicht über den ganzen Tag gleichmäßig abgegeben wird, sondern in den Abendstunden ein deutliches Maximum erreicht. Beuss: „Diese stündliche maximale Wasserabgabe können die Wasserwerke nur noch über Wasserspeicher leisten, die nachts gefüllt und dann in den Abendstunden wieder geleert werden.“ Und: „Sollten wir in Zukunft noch höhere stündliche Spitzenwerte erreichen, werden wir noch den einen oder anderen Speicher bauen müssen.“ Denn: Der WBV Elbmarsch beabsichtigte nicht, die Nutzung des Wassers einzuschränken. Beuss: „Wir bitten daher aber weiterhin, sparsam mit Wasser umzugehen. Selbstverständlich kann man seinen Garten bewässern, aber vielleicht reicht es auch jeden dritten Tag. Und wer sein Planschbecken füllen möchte, der hilft uns als Wasserversorger, wenn er das nicht gerade um 17 Uhr macht, während sein Nachbar den Garten wässert.“

Stadtgebiet ist gut versorgt

Im Bereich der Stadt Lüneburg mit mehr als 77 000 Einwohnern gäbe es solche Probleme nicht, sagt Hinrich Beckmann, kaufmännischer Geschäftsführer des kommunalen Wasserversorgers „Purena“, der auch die Samtgemeinde Amelinghausen mit Trinkwasser versorgt. Das Inselnetz in der Stadt Lüneburg sei in der Spitze auf große Industriebetriebe ausgelegt. Und durch den Wegfall großer Wasserabnehmer in der Vergangenheit seien die verfügbaren Wasserreserven im Netz für private Kunden auch in Spitzenzeiten ausreichend. Beckmann: „Wir raten unseren Kunden trotzdem, mit dem Lebensmittel Wasser sensibel umzugehen.“ Gleichwohl sei auch das Grundwasserdargebot, aus dem das Trinkwasser in mehr als 200 Metern Tiefe gepumpt wird, in ausreichendem Maße vorhanden.

Die abgegebene Tagesmenge in der Stadt Lüneburg liege derzeit im Durchschnitt bei zirka 16 400 Kubikmetern. Damit sei sie wie im Bereich des WBV Elbmarsch höher als üblich, aber immer noch unter den Mai-Werten. Im Mai und Juni sei der Wasserverbrauch um rund ein Viertel höher gewesen als im Vorjahr. Dass derzeit weniger Wasser verbraucht wird als im Mai schreibt Beckmann vor allem der Urlaubszeit zu. Ähnliches gelte laut Beckmann für den Bereich des Wasserbeschaffungsverbands Lüneburg-Süd, der mit dem städtischen Versorgungsnetz verbunden ist. Zum WBV Lüneburg-Süd, dessen Betrieb die Purena führt, gehören mit 34 000 Einwohnern die Samtgemeinden Gellersen, Ilmenau und Ostheide. Dort liegt die abgegebene Tagesmenge im Durchschnitt bei zirka 4 650 Kubikmeter.

von Dennis Thomas