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Mathilda Brüns beginnt ein duales Studium beim Landkreis Lüneburg im Bereich Soziale Arbeit. (Foto: t&w)
Mathilda Brüns beginnt ein duales Studium beim Landkreis Lüneburg im Bereich Soziale Arbeit. (Foto: t&w)

Start in die Lehre – Teil 2: Nah dran an den echten Fällen

Lüneburg. Über Psychologie, Jura, und Tourismusmanagement ist Mathilda Brüns zur Sozialen Arbeit gekommen. Sie zählt nicht zu denen, die schon in der Schule wussten, dass es dieser eine Job sein soll und kein anderer. Umso glücklicher ist die 20-Jährige, dass sie jetzt über Umwege zu einem dualen Studium beim Landkreis Lüneburg gekommen ist.

Für den Platz hat sie sogar ihre Zelte in Kiel abgebrochen und ihr Studium dort beendet. „Mir war schon vorher klar, dass ich Soziale Arbeit lieber dual studieren möchte“, sagt sie. Doch in ihrer Heimat Walsrode klappte es beim Landkreis nicht, aus Lüneburg hörte Brüns lange nichts. Deshalb legte sie erstmal in Kiel los. Ihr erstes Semester hat die junge Frau auch mit allen Prüfungen erfolgreich beendet, allerdings mit einem Anreiz. Denn die Noten werden ihr in Lüneburg angerechnet.

Unzufrieden war Mathilda Brüns in dem Studium nicht, trotzdem fehlte ihr etwas. „Die Dozenten kommen alle aus der Praxis und versuchen stets, Beispiele miteinfließen zu lassen. Aber ich finde es einfach besser, wenn man wirklich sieht, wie alles abläuft“, begründet sie ihre Entscheidung. Dementsprechend groß war die Freude, als sie eine Zusage für einen der beiden Plätze an der Ilmenau erhielt.

Ihr WG-Zimmer in Lüneburg hat sie erst vor einigen Tagen eingerichtet, pünktlich zum Ausbildungsstart. Ihr erster Eindruck von der Stadt? „Sehr klein und gemütlich, die alten Gebäude sind wunderschön.“ Auch das viele Grün, vor allem im Umfeld ihrer neuen Arbeitsstätte, gefällt der Auszubildenden.

Einen Monat lang wird sie regulär arbeiten, dann verbringt sie zwei Tage pro Woche in der Berufsakademie. Die Bereiche, die sie in den drei Jahren durchläuft, sind vielfältig. So wird sie etwa mehr über die Erziehungshilfe, den Kinder- und Jugendbereich und die Rehabilitation und Eingliederung von behinderten Menschen erfahren. „Ich würde gern in Richtung Jugendamt oder Allgemeiner Sozialer Dienst gehen“, sagt Brüns, die auch schon während ihrer Zeit als Au-pair in Neuseeland gemerkt hat, dass sie gern von Menschen umgeben ist. „Deshalb fand‘ ich auch zuerst Psychologie so spannend, aber dafür hat mein Schnitt nicht gereicht.“ Sollte sich später tatsächlich eine Anstellung beim Jugendamt ergeben, hofft Mathilda Brüns darauf, dass sie während ihrer Ausbildung Methoden an die Hand bekommt, die ihr dabei helfen, schwierige Fälle gut zu verarbeiten. „Ich darf das nicht so nah an mich heranlassen“, sagt sie, „das ist aber sicher nicht immer einfach“. ap

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