Mittwoch , 26. September 2018
Aktuell
Home | Lokales | Amelinghausen | Und so beginnt es
Die gemeine Besenheide (Calluna Vulgaris) zollt dem warmen Wetter Tribut und fängt auch bei Amelinghausen an zu blühen – etwas früher als üblich. (Foto: t&w)
Die gemeine Besenheide (Calluna Vulgaris) zollt dem warmen Wetter Tribut und fängt auch bei Amelinghausen an zu blühen – etwas früher als üblich. (Foto: t&w)

Und so beginnt es

Lüneburg/Niederhaverbeck. Die Heideblüte beginnt: Die flächendeckend vorherrschende Besenheide (Calluna Vulgaris) im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide legt langsam ihr lilafarbenes Prachtkleid an.

Allerdings weist das Blütengewand dieses Jahr einige dunkle Stellen mehr auf als üblich. Ähnlich sieht es in anderen Heide-Arealen der größer gefassten Naturparkregion aus, beispielsweise in der Kronsbergheide bei Amelinghausen. Die Trockenheit in diesem Jahr und die Spätfolgen des Befalls vom Heideblattkäfer im vergangenen Jahr hinterlassen ihre Spuren. „Die Heideblüte wird eher durchwachsen sein, und falls es so trocken bleibt, wird sie auch früher verblühen“, sagt Marc Sander von der Geschäftsstelle des Vereins Naturschutzpark (VNP) Lüneburger Heide in Niederhaverbeck.

Faustregel 8.8 bis 9.9.

Angesichts der Wetterkapriolen der vergangenen Jahre hat die Faustregel „Die Heide blüht vom 8.8 bis 9.9.“ zusehends an Bedeutung verloren. Abgesehen davon, dass sich Natur ohnehin nur selten an Kalenderblättern orientiert. Gleichwohl setzt die Heideblüte dieses Jahr vereinzelt einige Tage früher ein, als es zuletzt der Fall war. Sollte zudem die Trockenheit in den kommenden Wochen weiter anhalten, dürfte die Blüte auch wesentlich früher zu Ende gehen. Die Chance, dass die Blüte – wie sonst – noch weit bis in den September hineingeht, schwinden mit jedem regenlosen Tag. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

Grundsätzlich gilt die Besenheide auf den sandigen Böden als robust und kann gut mit Trockenheit umgehen. Aber auch sie stößt langsam an ihre Grenzen. Dabei hat zumindest der Regen des vergangenen Wochenendes der Heide gutgetan. „Das Grün wirkt saftiger, viele Pfanzen wirken kräftiger“, heißt es bei der regionalen Tourismusagentur Lüneburger Heide GmbH. Es bleibe abzuwarten, ob weiterer Regen fällt. „Auf den ersten Blick vertrocknet scheinende Flächen könnten sich dann regenerieren“, lautet ein Wunsch der Touristiker, die ihren Gästen alles, nur keine zur Steppe verfallene Heidelandschaft anbieten wollen.

Junge Pflanzen blühen besser

Sander vom VNP geht davon aus, dass vor allem die jüngeren Heidepflanzen besser zur Blüte kommen werden. Zwar profitierten die Altheiden länger von einer stärker ausgeprägten Humusschicht, die als Feuchtigkeitsspeicher dient, jedoch seien sie auch im Vorjahr vom Heideblattkäfer stärker in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Jungheiden zeigten sich gesünder.

Damit zahlt sich dort die stetige und aufwendige Pflege der Heidelandschaft durch den VNP aus: So dürfte eine der schöneren Heideblüten innerhalb des zentralen Naturschutzgebietes Lüneburger Heide beispielsweise rund um den Landschaftspflegehof Tütsberg bei Schneverdingen zu bewundern sein. Dort, wo Calluna durch Weidemanagement und mechanische Bearbeitung jung gehalten wird. Ähnlich sieht es in der Nähe der VNP-Geschäftsstelle (Niederhaverbeck 7, Bispingen) aus, rund 800 Meter südwestlich, in Richtung Wulfsberg. Die Altheiden machen rund 4000 Hektar der insgesamt 6000 Hektar Heideflächen im Naturschutzgebiet aus, die vom VNP gepflegt werden. Sie gelten als die größten zusammenhängenden Heidegebiete Mitteleuropas.

Von Dennis Thomas