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Das Grüne Heupferd ist eine der acht Kernarten, auf die beim zweiten Teil des Insektensommers ganz besonders geachtet werden soll. Foto: Nabu

Zählen, was zählt

Lüneburg/Hannover. Es wird wieder gezählt, das große Krabbeln und Flattern Teil zwei läuft: Noch bis zum 12. August ruft der Nabu unter dem Motto „Zählen, was z ählt“ zur bundesweiten Insektenzählung auf. Für die Citizen-Science-Aktion können die Sechsbeiner erneut unter www.insektensommer.de online gemeldet werden.

„Der Hochsommer ist auch die Hochzeit der Insekten“, sagt Matthias Freter vom Nabu Niedersachsen. „Viele der rund 33.000 in Deutschland heimischen Insektenarten können jetzt besonders gut beobachtet werden, wie etwa das Grüne Heupferd, die größte heimische Heuschreckenart. Ihr Zirpen erfüllt um diese Jahreszeit die Wiesen – der typische Sound des Hochsommers.“

Hilfe bietet die App „Insektenwelt“

Das Grüne Heupferd ist auch eine der acht Kernarten, auf die beim zweiten Teil des Insektensommers ganz besonders geachtet werden soll. „Die erwachsenen Männchen sind jetzt unterwegs, um mit ihrem Zirpen Weibchen anzulocken“, sagt Matthias Freter. Weitere Kernarten sind die Tagfalter Schwalbenschwanz und Kleiner Fuchs, der Sieben-Punkt-Marienkäfer, die Ackerhummel, die Holzbiene, die Libellenart Blaugrüne Mosaikjungfer und die Streifenwanze. Gemeldet werden sollen aber alle Sechsbeiner, die gesichtet werden – denn jedes Insekt zählt!

Hilfe beim Bestimmen und Zählen bietet die neue App „Insektenwelt“, die der Nabu mit Unterstützung von dm entwickelt hat. Die App hat eine fotografische Erkennungsfunktion, mit der die Tiere automatisch erkannt werden können. Außerdem bietet die App ausführliche Insektenporträts der 122 bekanntesten Arten, die in Deutschland vorkommen. Sie ist kostenfrei unter www.Nabu.de/apps erhältlich.

Zehn Meter in jede Richtung

Beobachten und zählen kann man fast überall: Garten, Balkon, Park, Wiese, Wald, Feld, Teich, Bach oder Fluss. Das Beobachtungsgebiet soll nicht größer sein als etwa zehn Meter in jede Richtung vom eigenen Standpunkt aus. Gezählt wird eine Stunde lang.

Der Nabu engagiert sich schon seit Jahren für den Schutz der Insekten. Denn sie sind unverzichtbar für unser Ökosystem, sie tragen zur Vermehrung von Pflanzen sowie zur Fruchtbarkeit des Bodens bei. Studien zeigen, dass die Populationen von Insekten in Deutschland deutlich zurückgehen. Intensive Landwirtschaft, der Einsatz von Pestiziden und die Ausräumung der Landschaft sind nur einige Gründe für den Insektenschwund. Die Daten der Zählaktion „Insektensommer“ werden in Zusammenarbeit mit der Plattform www.naturgucker.de erfasst. Die Ergebnisse werden vom Nabu ausgewertet und zeitnah veröffentlicht. nabu/lz