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Die Baustelle in der Friedensstraße 18 sorgt bei Nachbarn für Angst, dass die Standfestigkeit ihres Gebäude gefährdet sein könnte. (Foto: wko)

Sorge um die Standfestigkeit der Häuser

Lüneburg. Mit Sorge blickten Loni und Horst Brechert seit Monaten auf den Gebäudekomplex, der an der Friedenstraße 18 entsteht. Ihr Haus an der Straße Vor dem Roten Tore steht in direkter Nachbarschaft zu der Baustelle. Dort werde seit Monaten Grundwasser abgepumpt, das könne fatal für die Standfestigkeit ihres Hauses sowie die ihrer Nachbarn sein, meint Horst Brechert. Deshalb hatte der Lüneburger bereits am 28. Juni in der Ratssitzung eine Bürgeranfrage gestellt. Er wollte von der Verwaltung wissen, wann das Abpumpen eingestellt wird und ob die Stadt über die „massive Grundwasserentnahme“ informiert sei. Doch die Antwort ließ auf sich warten.

„Nachdem wir mehr als vier Wochen keine Antwort bekommen haben, haben wir unsere Fragen erneut – dieses Mal per Einschreiben – an Oberbürgermeister Mädge gerichtet“, sagt Brechert. „Nun aber mit einer weiteren Frage: Warum dauert die Beantwortung unserer Bürgerfrage so lange. Diese Verzögerung ist schon merkwürdig“, sagt er gegenüber der LZ.

Bauabnahme der Drainage erfolgte am 22. Juni

Die Anwohner hätten von Anfang an Widerspruch gegen eine Grundwasserabsenkung eingelegt. „Denn unsere Häuser stehen mit ihren Fundamenten seit mehr als 100 Jahren im Grundwasser.“ Werde das dauerhaft abgepumpt, könnte es zu Veränderungen an den Häusern kommen. Als Indiz dafür, dass heftig abgepumpt worden sei, sieht Brechert: „Trotz des feuchten Sommers 2017 hatten etliche Häuser in unserer Straße erstmals trockene Keller. Diese Tatsache halten wir für ein Alarmzeichen.“

Laut Brechert sei nur eine kurzfristige Absenkung des Grundwasserspiegels bis zur Fertigstellung der Drainage rund ums Haus genehmigt worden, über die das Oberflächenwasser versickern soll. In die seien Schächte eingebaut mit Pumpen, über die Grundwasser in die Kanalisation abgepumpt würde.

„Die Bauabnahme der Drainage erfolgte am 22. Juni. Danach sollte Wasser aus der Baugrube nur noch in diese geleitet werden. Das ist nicht geschehen, Grundwasser wird bis heute in großen Mengen in das Abwassersystem geleitet“, machten die Brecherts in ihrer Bürgeranfrage deutlich. Auf Nachfragen bei Stadt und Umweltamt habe man „nur ungenaue, verschleiernde Auskünfte bekommen“.

Verwaltung bittet um Entschuldigung

Auf LZ-Anfrage bei der Stadt sagt Pressesprecherin Suzanne Moenck: „Es ist uns bekannt, dass für das Bauvorhaben Friedenstraße 18 Grundwasser abgeleitet wurde, der Bereich Umwelt hat dieses als Gewässeraufsicht begleitet. Für die Tiefbauarbeiten war es technisch erforderlich, das Grundwasser abzuleiten. Seit dem 22. Juni 2018 wird kein Grundwasser auf der Baustelle mehr abgepumpt, die Entnahmestellen wurden zwischenzeitlich verschlossen.“ Bis heute seien weder bei der Verwaltung noch nach deren Kenntnisstand beim Bauherrn oder beim Architekten Schäden an Gebäudeteilen bekanntgemacht worden. „Der Bereich Umwelt hat seinen Sitz ja auch nicht weit entfernt von der Baustelle und hat von daher mehrfach einen prüfenden Blick auf die Gegebenheiten vor Ort geworfen.“

Die Verwaltung bittet um Entschuldigung, dass eine Antwort an die Brecherts wegen der Urlaubszeit „im Rathaus hängen geblieben“ sei. Es sei nicht Absicht gewesen, das Ehepaar so lange warten zu lassen.

Von Antje Schäfer

One comment

  1. Norbert Sobiejewski

    Ich habe vor ZWEI JAHREN, Briefe an den Oberbürgermeister MÄDGE geschrieben, und bis heute keine Antworten bekommen