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So sieht ein fertiger Bienenstein aus. Er ist eine gute Nisthilfe für Insekten. Foto: Nabu

Neue Wohnungen für Insekten

Lüneburg/Hannover. Auch wenn Insekten nicht wie Vögel brüten, sind Quartiere für sie wichtig und werden zu den Nisthilfen gezählt. Nicht Staaten bildende Wildbienen und Wespen – so genannte Solitärwespen – benötigen Hohlräume in Holz, Stängeln oder Steinen, um darin Brutkammern anzulegen. „Wer diesen Insekten hilft, muss keine Stechattacken befürchten. Die Tiere sind harmlos und friedlich, selbst in Terrassennähe angebrachte Nistkästen, Holunder- oder Schilfbündel stellen keine Gefahr dar“, sagt Matthias Freter vom Nabu Niedersachsen.

Zwei Kilogramm Ton sind nötig

Im Gegenteil: In Ruhe kann man das Treiben beobachten, wenn die Bienen Baumaterial, Nahrung und Lehm zum Verschluss ihrer Brutröhren eintragen. Wer Platz hat, kann eine ganze Mauer mit verschiedenen Nistangeboten für mehrere Arten anlegen. „Insektenquartiere lassen sich problemlos selbst herstellen. So lässt sich Ton sehr gut zu einer Nisthilfe für Wildbienen umfunktionieren. Sehr schön für die Arbeit mit Kindern“, erklärt Freter und erläutert die Vorgehensweise:

▶ Pro Bienenstein werden ca. 2 kg Ton benötigt. Mittlerweile gibt es Ton, der nicht gebrannt werden muss.
▶ Der Ton wird zu einem Quader ähnlich eines Ziegels geformt.
▶ Die Löcher werden nach einem einfachen System in den Ton gebohrt: Durchmesser mal 10 ergibt die Länge des Loches. Das heißt: Ein Loch mit 2 mm Durchmesser ist 2 cm tief, ein Loch mit 6 mm Durchmesser 6 cm tief.
▶ Dafür benötigen wir Rundhölzer von 2 bis 8 mm Durchmesser. Mit einem Filzstift oder einem Fähnchen aus Klebeband lässt sich am Rundholz leicht eine Markierung fixieren. Und nun drauf losgepiekst!
▶ Der Bienenstein braucht eine lange Trocknungsphase von wenigstens einem Monat und wird anschließend in einem Brennofen gebrannt. Dieser Schritt entfällt, wenn es sich um Ton handelt, der nicht gebrannt werden muss.
▶ Der fertige Bienenstein ist atmungsaktiv und kann im Gegensatz zu anderen Nisthilfen nicht faulen oder schimmeln. Auch bedürfen sie keiner weiteren Pflege, da die fleißigen Insekten alte verlassene Nester selbst reinigen und neu beziehen.

Auch für Balkon oder Terrasse geeignet

„Nun sollte der Bienenstein an sonniger, trockener Stelle angebracht werden und frei anzufliegen sein“, so Matthias Freter. Er sollte nicht baumeln und die Gänge sollten waagerecht ausgelegt sein. So ein Bienenstein ist durchaus auch für Balkon oder Terrasse geeignet, da alle Bewohner dieser Nisthilfe absolut friedlich sind und man sie hier gut beobachten kann.

Wissenswertes über Bienen Wespen und Hornissen bietet auch die gut bebilderte 44-seitige farbige Broschüre „Bienen, Wespen und Hornissen“. Zu beziehen ist diese gegen Einsendung von sechs Briefmarken zu 70 Cent beim: NABU Niedersachsen Stichwort „Bienen-Broschüre“, Alleestraße 36, 30167 Hannover. lz