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Seit 1997 ist Hans-Joachim Block in Melbeck zu Hause, seit vier Jahren lebt er direkt an der Bundesstraße. Ihn nervt der nächtliche Lärm, aber auch die Raserei. Foto: phs

Nächtliche Rennpiste

Melbeck. Zwischen 23 und 1 Uhr nachts liegt Hans-Joachim Block nicht etwa wie viele andere im Bett, er ist dann unterwegs zum Melbecker Sportplatz. Dort kümmert er sich unter anderem um die Bewässerungsanlagen. Bei seiner nächtlichen Tour beobachtet der 69-Jährige, der seit 1997 in Melbeck zu Hause ist, wie sich die B 4 nachts zur „reinsten Rennpiste“ verwandelt. „Die Autos heizen hier mit 80, manchmal auch mit 100 km/h vorbei“, sagt er. Selbst Lkw kämen dann auf bis zu 80 Stundenkilometer. Den Tag, an dem es aufgrund von überhöhter Geschwindigkeit zu einem schlimmen Unfall kommt, möchte Block nicht erleben. Deshalb hofft er, dass der Landkreis etwas gegen die Raserei unternimmt.

Lärm ist sein täglich Brot

Der Anwohner hat aber auch ein persönliches Interesse: Er wohnt im Amselweg und somit direkt an der Bundesstraße. Lärm ist sein täglich Brot. Er spricht für seine gesamte Nachbarschaft, wenn er sagt: „Nachts fällt man hier förmlich aus dem Bett.“ Bei geöffnetem Fenster sei ans Schlafen nicht zu denken. Block ist überzeugt, dass der Verkehr seit Jahren stetig zunimmt und sich das Problem nicht von allein lösen wird. „Deshalb ist auch der Großteil der Melbecker für den Ausbau der A 39. Jeder, der dagegen ist, sollte sich das hier mal ansehen“, argumentiert er. Für viele sei Melbeck eine willkommene Umfahrungsmöglichkeit, vor allem nachts. „Jeder, der hier durchfährt, denkt scheinbar, hier sei ja eh nichts los.“

Messungen in den späten Abendstunden

Dass man den Beobachtungen der Anwohner gern nachkomme, sagt Landkreis-Pressesprecherin Isabel Wesselink auf LZ-Nachfrage. Gleichwohl sei die B 4 in Melbeck dem Kreis bislang noch nicht als „Problemzone“ bekannt. Verschiedene Messungen seien bereits durchgeführt worden – früh morgens und auch tagsüber. „Nun stehen die Messungen in den späten Abendstunden an.“ Kollegin Urte Modlich hatte die Geschwindigkeitsmessungen gegenüber der LZ zuletzt für diese oder die nächste Woche angekündigt. Die weiteren Schritte würden sich aus den Ergebnissen ergeben, sagt sie. Eine Idee sei beispielsweise, eine Geschwindigkeitsanzeige an der Bundesstraße aufzustellen, die anhand eines Smileys darstellt, ob das gefahrene Tempo der Maßgabe einer geschlossenen Ortschaft entspricht oder nicht. Einen Vorteil der Kontrollen sieht Modlich auch darin, dass so besser ermittelt werden könne, „zu welchen Uhrzeiten es mit den Rasern besonders schlimm ist“.

Von Anna Paarmann

Weiteres Anliegen

Zu wenig Ampeln

Ein weiteres Verkehrsanliegen betrifft die Fußgängerquerungen auf der Bundesstraße. So gäbe es in Melbeck zu wenige Ampeln, um diese sicher zu passieren, moniert Hans-Joachim Block, der sich etwa in Höhe des Edeka-Markts eine solche wünscht. Häufig stünden dort Kinder und ältere Menschen. „Sie müssen lange warten, bis sie die Straße überqueren können.“ Auch seien Autofahrer an Querungshilfen nicht gezwungen, anzuhalten. Sein Vorschlag: „Wären Fußgängerschutzwege nicht eine gute Lösung?“

Stephanie Buntrock, Fachdienstleiterin Service und Steuerung bei der Samtgemeinde Ilmenau, weist darauf hin, dass die B 4 dem Bund gehöre, alle Maßnahmen abgestimmt werden müssten. Zusätzliche Ampeln seien auch im Interesse der Gemeinde Melbeck, verdeutlicht sie, Gespräche hätten dazu auch bereits stattgefunden. „Leider ist es so, dass weitere Ampelanlagen keine Zustimmung finden. Um die Querung der B 4 jedoch zu erleichtern, gibt es die Querungshilfen Höhe Wiesenweg und Ludwig-Jahn-Straße.“

One comment

  1. Ich wohne Dahlenburger Landstraße ,Ortsausgang Richtung Dannenberg. Hier genau das gleiche. Alles was hier nach Lüneburg rein kommt wird hier durchgejagt in den Abendstunden.