Donnerstag , 20. September 2018
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Wespen leisten wichtige Dienste für die Landwirtschaft. Dennoch gelten sie vielen Menschen als lästig. Für 238.000 Allergiker im Land sind sie sogar gefährlich. Foto: Haase

Tipps zum Umgang mit Wespen

Lüneburg. Der heiße Sommer sorgt dafür, dass die Wespen die Menschen früher als sonst umkreisen. „Es ist ein super Wespenjahr“, sagt Melanie von Orlow vom Natur schutzbund (Nabu). Wie reagiert man am besten, wenn eine Wespe naht?

Sticht eine Wespe zu, ist dies schmerzhaft – und in einigen Fällen mitunter gefährlich. „Für die rund 238.000 Niedersachsen mit einer Insektengift-Allergie kann ein Wespenstich sogar lebensbedrohlich sein“, warnt Barmer-Landesgeschäftsführerin Heike Sander. Wirksame Sofortmaßnahmen wie eine Kühlkompresse oder ein Notfallset helfen, Schlimmeres zu vermeiden.

Juckreiz und Schwellung

Zu einem Stich kommt es meist dann, wenn sich die Tiere bedroht fühlen. „Dann sollte zuerst geprüft werden, ob der Stachel der Wespe in der Wunde verblieben ist. Falls ja, sollte er schnell und äußerst vorsichtig entfernt werden, am besten mit einer Pinzette“, rät Heike Sander. Anschließend gilt es, die stachelfreie Wunde mit einem feuchten Tuch oder einer Gel-Kühl-Kompresse zu kühlen. Die Kühlung hilft in den ersten Stunden gegen den Schmerz. Der Juckreiz und die Schwellung lassen sich mithilfe von Gels, die Antihistaminika enthalten, bekämpfen. „Aber auch eine aufgeschnittene Zwiebel auf die Wunde gedrückt, kann helfen“, vertraut Sander auf ein altes Hausmittel.

Sollte es zu allgemeinen körperlichen Reaktionen kommen, ist besondere Vorsicht geboten. Das könnte ein Hinweis auf eine allergische Reaktion sein, die für Betroffene lebensbedrohlich werden kann. „Bei Symptomen wie Schwindel, Übelkeit oder Herzrasen muss umgehend ein Notarzt gerufen werden“, sagt Sander. An einer solchen Insektengift-Allergie leiden etwa drei Prozent der Deutschen. Ist die Allergie nachgewiesen, empfiehlt Sander, das vom Arzt verschriebene Notfallset mit Adrenalinspritze, Kortison und einem Antihistaminikum immer bei sich zu haben.

Tipps vom Nabu

Der Nabu gibt Tipps, wie sich jeder effektiv schützen kann und was nach einem Stich zu beachten ist. „Nicht anpusten oder heftig wegschubsen!“, nennt Matthias Freter als wichtigste Verhaltensregel.

Kommen einem die gelb-schwarz-gestreiften Tiefflieger zu nahe, gilt es am besten die Ruhe zu bewahren, nicht um sich zu schlagen und auf keinen Fall die Wespen anzupusten. Das Kohlendioxid in der Atemluft ist ein Alarmsignal für die Tiere und versetzt sie in Angriffshaltung. Normalerweise reagieren Wespen bei ihrer Nahrungssuche nicht aggressiv. Sie wehren sich erst, wenn sie um ihr Leben bangen. „Hektische oder panische Bewegungen sollten in der Nähe von Wespen und Hornissen vermieden werden“, erklärt Freter.

Im Sommer schwärmen Wespen in Gärten und Siedlungen herum. Da Wespen wichtige Dienste für Landwirte und Hobbygärtner leisten, indem sie unerwünschte Insekten wie Raupen und Fliegen fangen, sollte man bei Wespennestern im eigenen Garten nicht gleich zu drastischen Maßnahmen greifen.

Sanft wegschieben statt wild um sich schlagen

Ärger ist programmiert, wenn Menschen nach den Tieren schlagen und versuchen, sie zu vertreiben. Besonders im Spätsommer, wenn Wespenvölker ihre maximale Größe erreichen, werden die Hautflügler auf der Suche nach Nahrung vermehrt von süßen Speisen und Grillfleisch angelockt. Während Kuchen, Eis und Saft der eigenen Versorgung dienen, wird Grillfleisch nur zur Aufzucht der Brut genutzt. „Falls sich Wespen nähern, sollte man auf keinen Fall wild um sich schlagen, sondern die Wespen sanft wegschieben“, empfiehlt Freter. Zum Beispiel mit einer Zeitung. Es kann auch helfen, ein bisschen Wasser in eine Sprühflasche zu füllen und die Tiere damit einzunebeln. Die Wespen gehen dann davon aus, dass es regnet, drehen ab und fliegen zurück in ihre Nester.

Außerdem sollten süße Speisen und Getränke im Freien abgedeckt werden, um die Wespen nicht erst anzulocken. Sinnvoll ist es auch, nicht aus offenen Flaschen zu trinken, sondern Strohhalme zu benutzen. Der Nabu rät zudem zu einer Ablenkfütterung. Dabei lockt man die Wespen zu einer Futterstelle, die einige Meter vom eigenen Platz entfernt ist. Dazu eignen sich etwa halbierte, überreife Weintrauben. lz