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Anika und Christoph Kuklinski haben als Heidekönigin und Heidebock viel erlebt. Ein Höhepunkt für die 24-Jährige war die Bootsfahrt über den Lopausee mit Vater Manfred bei der diesjährigen Auftaktveranstaltung „Der See brennt“. Foto: bau

Rückkehr zur Normalität

Amelinghausen. „Zittrige Knie“, „große Emotionen“ und „ein ganz besonderer Augenblick“. So beschrieben die Geschwister Anika und Christoph Kuklinski 2017 nach ihrer Wahl zur Heidekönigin beziehungsweise zum Heidebock ihre Gefühlswelt. Mittlerweile sind zwölf Monate vergangen – für die beiden eine Zeit „wie im Flug“. Am Freitag endet für den 26-Jährigen seine Amtszeit bei der Bockwahl, am Sonntag für seine zwei Jahre jüngere Schwester bei der Krönung der neuen Heidekönigin. Entspannt sitzen die beiden am Tisch in ihrem Elternhaus in Amelinghausen und blicken im Gespräch mit der LZ auf ein „aufregendes Jahr mit vielen Besonderheiten“ zurück.

Innerhalb von 40 Stunden eroberten die Geschwister am 18. und 20. August die beiden höchsten repräsentativen Ämter in der Samtgemeinde außerhalb der Politik. Zuletzt hatten 1996 Anette und Jörg Dittmer als Geschwister gemeinsam regiert. „Die Wahl meines Bruders zum Heidebock hat mir den letzten Ruck gegeben, es auch zu probieren“, sagt Anika Kuklinski rückblickend.

„Ich war im Tunnel voller Gefühle“

Davon wusste Christoph Kuklinski am Krönungssonntag zunächst nichts. Er genoss seinen ersten offiziellen Auftritt, intonierte mit den knapp 2000 Zuschauern am Kronsberg den Schlachtruf „Heide – Bock, Heide – Bock, Heide – Bock, Bock, Bock“ – und war plötzlich den für den neuen Heidebock vorgesehenen Juryplatz bei der Wahl der neuen Heidekönigin los. „Da war mir klar, dass sich Anika hat aufstellen lassen“, sagt er.

Hinter der Bühne verfolgte er den Triumph seiner Schwester. „Die Gefühle und Gedanken lassen sich kaum beschreiben“, sagt die 24-Jährige rückblickend. Die Krönungszeremonie nach der Bekanntgabe ihres Namens mit dem Aufsetzen der Krone vor der großen Fotografenschar und das Anführen des Festumzuges durch den Ort auf dem Königinnenwagen vor Tausenden applaudierenden Menschen lief für sie wie im Film ab. „Ich saß da oben auf dem Wagen, habe gewunken und war im Tunnel voller Gefühle.“

Mit der Zeit kam auch die Routine

„Erst mit einigen Tagen Abstand“, sagt Anika Kuklinski, „habe ich das alles so richtig realisieren können.“ Da war sie schon mittendrin in den umfangreichen repräsentativen Aufgaben einer Amelinghausener Heidekönigin. Mehr als 50 Termine hat die Studentin im Bauingenieurswesen bis heute. Am Anfang war es für sie als „eher schüchterner Typ“ nicht immer leicht. „Doch mit der Zeit kam auch die Routine“, sagt sie.

Geholfen haben ihr der Vorsitzende des Heideblütenfestvereins Hans-Jürgen Pyritz sowie ihre beiden Hofstaatbetreuerinnen Mareike Witte und Petra Hoja. „Du bist hier als Königin nie allein.“ Für Reden und Auftritte gecoacht hat sie auch die Amelinghausenerin Ulrike von Diest. Je länger ihre Amtszeit dauerte, desto wohler fühlte sich Kuklinski. „Jetzt würde ich alle Termine nochmal machen.“

Zu ihren persönlichen Höhepunkten zählt sie die Auftritte bei der Internationalen Grünen Woche in Berlin und die Treffen mit Niedersachsens Ministerpräsidenten Stephan Weil. „Es ist schon unglaublich, wie anerkannt das Amt der Amelinghausener Heidekönigin auch bei solchen Personen ist.“

Beide freuen sich auf „Normalität“

Mit ihrem Bruder hatte sie vor allem in der Region einige gemeinsame Auftritte wie beim Königsball des Schützenvereins Oldendorf/Luhe oder beim Feuerwehrball. „Das hat uns immer großen Spaß gemacht, weil wir ja auch viele Personen kannten“, sagen die beiden. Für Christoph Kuklinski, der seine Amtsführung „etwas locker“ nennt, war die Anwesenheit der Schwester durchaus hilfreich. „Ich hätte mir manchmal ein paar mehr Gedanken machen sollen für meine Eröffnungsreden“, sagt der Maschinenbau-Student. Lachend fügt er an: „Wenn mir die Worte gefehlt haben, habe ich immer gesagt, ich schließe mich meiner Schwester an.“ Glücklicherweise für ihn sah das Protokoll stets die Königin vor dem Bock vor.

So gerne die Geschwister ihre Ämter bekleidet haben, nun freuen sich beide auf „Normalität“. „Wieder Zeit zu haben für eigene Unternehmungen mit meinem Freund und Bekannten, danach sehne ich mich schon ein wenig“, sagt Anika Kuklinski.

Von Marcel Baukloh

Das weitere Programm

Bockwahl und Waldbad-Fete

Der neue Heidebock wird am Freitag, 17. August, gekürt. Das Spektakel beginnt um 19 Uhr auf dem Hof von Grätsch‘s Gasthaus Niedersachsen.

Die große Waldbad-Fete der DLRG Amelinghausen startet am Freitag bereits um 15 Uhr.