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Eine Busanbindung zum Kreideberg, um Geschäfte, Arztpraxen oder auch den Markt bequem zu erreichen, wünschen sich manche Ochtmisser. Doch die Chancen stehen nicht gut. Foto: behns

Umsteigen auf Bus und Rad

Lüneburg. Eine bessere Busanbindung von Ochtmissen zum Kreideberg, um so Geschäfte oder Arztpraxen bequem zu erreichen, wünschen sich Bürger aus Ochtmissen schon länger. Jens Kiesel (SPD) stellte dazu erneut einen Antrag im Ortsrat. Doch Verkehrsdezernent Markus Moßmann machte wenig Hoffnung, dass der Landkreis die geforderte Busverbindung im Rahmen des Nahverkehrsplanes für 2018 bis 2023 aufnehmen wird. Denn ein Versuch, Ochtmissen mit fünf zusätzlichen Fahrten der Linie 5005 ans Einkaufszentrum am Thorner Platz anzubinden, war wegen geringer Nachfrage eingestellt worden.

Ochtmisser profitieren von verlängerten Betreibszeiten der Busse

Moßmann trug im Ortsrat zum Entwurf des Nahverkehrsplanes des Landkreises vor, der auch mit Blick aufs Kosten-/Nutzenverhältnis das künftige Grundangebot für den Busverkehr ab Ende 2019 definiert. Die Stadt soll dazu, wie berichtet, bis zum 27. August eine Stellungnahme abgeben. Im Vorfeld erfolgen dazu Anhörungen in den Ortsräten Oedeme, Ochtmissen und bei einer Bürgerversammlung am Ebensberg. Profitieren werden die Ochtmisser Buskunden von der Forderung der Stadt nach verlängerten Betriebszeiten. Die Busse rollen danach werktags von 5 bis 22 Uhr, samstags von 6 bis 21, Sonn- und Feiertags von 9 bis 20 Uhr. Auch das Takt-Raster wird verbessert auf 30/15 Minuten, um so eine bessere Erreichbarkeit des Metronom zu gewähren, sagte Moßmann. Alles, was außerhalb der Betriebszeiten liegt, solle der ASM regeln. Die KVG bemühe sich derzeit, dafür ein neues Taxen-Unternehmen zu gewinnen.

Da die gewünschte Busanbindung zum Kreideberg nicht kommen wird, plädierten Erwin Rose (SPD) und Frank Soldan (FDP) dafür, dass die Linie 5005 im Ringverkehr künftig fahren solle, so dass Ochtmisser ohne großen Zeitaufwand zum Einkaufszentrum Böcklerstraße/Pferdehütte gelangen könnten.

Große Zustimmung seitens des Ortsrates und der Stadtverwaltung fand ein Antrag von Ortsbürgermeister Jens-Peter Schultz (SPD). Der hatte sich dafür eingesetzt, dass die Grundschule Ochtmissen eine 50-Meter-Laufbahn sowie eine Weitsprunganlage bekommt. Die soll nun auf dem Gelände des Ochtmisser Sportvereins entstehen. Die Kosten von 30 000 Euro sind bereits für den Etat-Entwurf 2019 der Stadt berücksichtigt.

Radwegeverbindung schon länger im Gespräch

Diskutiert wird schon länger, wie die Radwegeverbindung von der Hamburger Straße nach Ochtmissen verbessert werden könnte. Bei einem Ortstermin soll nun geprüft werden, wie die Wegeverbindung An der Buchholzer Bahn ertüchtigt werden könnte. In einem weiteren Bauabschnitt geht es dann um die Wegeverbindung von Ochtmissen nach Vögelsen. Die soll einen besseren Belag erhalten.

Gemeinsames Anliegen des Ortsrates und der Stadt ist es, eine von Prof. Dr. Peter Pez und Studenten vorgelegte Studie zur Radverkehrsplanung mit dem Schwerpunkt der Beseitigung von Hindernissen für Radfahrer in einen Aktionsplan der Stadt münden zu lassen. Die SPD im Ortsrat Ochtmissen hatte dazu auch Vorschläge gemacht. Aufgelistet fürs Stadtgebiet sei, wo sich Verkehrszeichen sowie Durchgangssperren und Poller befinden, die im Sinne des Radverkehrs verbessert werden könnten. Prüfung und Umsetzung werden aber noch Zeit in Anspruch nehmen.

Vorgezogen habe die Verwaltung aber die Prüfung der Beschilderung von ausgewiesenen Sackgassen, die für den motorisierten Verkehr zwar Sackgassen bedeuten, für Fußgänger und Radler aber durchlässig sind. Diese sollen so beschildert werden, das zum Beispiel erkennbar ist: für Radler und Fußgänger durchlässig beziehungsweise freie Fahrt. Erste Schilder seien schon ausgetauscht, so Moßmann. Auch die von Prof. Dr. Pez vorgeschlagenen „Radschönrouten“, abseits von Hauptstraßen, sollen ausgewiesen werden. Dafür habe die Stadt 140 000 Euro in den Etat eingestellt.

Und auch die von Ortsbürgermeister Schultz vorgeschlagene zusätzliche Beschilderung der Ortschilder mit dem plattdeutschen Namen ist auf gutem Weg.

von Antje Schäfer

3 Kommentare

  1. Zitat:

    „Da die gewünschte Busanbindung zum Kreideberg nicht kommen wird, plädierten Erwin Rose (SPD) und Frank Soldan (FDP) dafür, dass die Linie 5005 im Ringverkehr künftig fahren solle, so dass Ochtmisser ohne großen Zeitaufwand zum Einkaufszentrum Böcklerstraße/Pferdehütte gelangen könnten.“

    Diese existiert doch schon lange. Mit befremden beobachte ich den wachsenden Verkehr über die Bernsteinstraße / Bernsteinbrücke. Wird auch früh morgens gene von KVG Bussen als Leerfahrt (Linie 5005) vom Busdepot via Ostumgehung zum Startort Ochtmissen genutzt.

    Und wer im den großen Einkaufszentren einkaufen will, wird kaum mit dem Bus fahren. Mit dem eigenen Pkw ist man felxibler und transportiert seinen Einkauf direkt vor die Tür. Das ist eben das Problem, wenn man schöner wohnen möchte und sich dann beklagt, dass es vor der Haustür keine Einkaufsmöglickeiten gibt. Diese sind von den Bürgern dort aber wohl auch nicht gewollt. Verkehre vor der eigenen Haustür isind eben ein No Go! Nur, dass durch das Fehlen ebendieser Einkaufsmöglichkeiten zusätzliche Verkehre in anderen Wohngebieten produziert werden, das interessiiert dort niemanden. Hauptscache vor meiner Haustür ist es ruhig.

    Egoismus = Grundübel unserer heutigen Gesellschaft.

    • Habe ganz vergessen, die neue Kita, die auf dem Gelände der (ehemaligen) Asylunterkunft gegenüber der Kleingartenkolonie Krähensaal entstehen soll, ca. 1,5 Km außerhalb von Ochtmissen. Wie werden die Kids wohl dort hin verbracht? Wohl nicht mit dem Bus. Warum wird eine Kita nicht dort gebaut, wo die Kinder zu Hause sind? Zu laut in der unmittelbaren Nachbarschaft?

      Schmunzel! (mit dem Wort von Herr Bruns)

      • solange an rasenflächen spielen verboten steht, weiß man doch, was den menschen wichtiger ist, als kinder.