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Der erste offizielle Auftritt der neuen Heidekönigin: Mona Otto im Festwagen beim Umzug durch Amelinghausen. Foto: phs

Mona Otto trägt die Heidekrone

Amelinghausen. Blondes Haar, 26 Jahre jung, Personalreferentin in einem mittelständischen Unternehmen – das sind die Eckdaten der neuen Amelinghausener Heidekön igin. Auf dem Kronsberg erfüllte sich gestern für eine weitere junge Dame ein Kindheitstraum: „Das ist ein unbeschreibliches Gefühl, ich freue mich total“, ist die erste Reaktion von Mona Otto, während ihre Vorgängerin ihr den Pupurmantel umlegt und die Heidekrone aufs Haupt setzt. Für Anika Kuklinski ist es der letzte offizielle Akt als Heidekönigin. Ihre Regentschaft endete gestern um Punkt 15.20 Uhr mit der Inthronisation ihrer Nachfolgerin Mona Otto aus Oldendorf/Luhe. „Ich bin wirklich traurig, das meine Amtszeit vorbei ist“, gibt Anika Einblicke in ihr Gefühlsleben – und fügt nach einer kurzen Pause hinzu: „Aber ich bin glücklich, so eine tolle Nachfolgerin zu bekommen.“

Leicht hat es die Jury dieses Mal wirklich nicht: Acht junge Damen sind es, die sich um das höchste Amelinghausener Repräsentationsamt bewerben – und sie alle präsentieren sich selbstbewusst ohne Fehl und Tadel. Doch am Ende ist es Mona Otto, die die Jury am meisten überzeugt.

Reiten sei neben Harfe spielen eines ihrer Hobbies

Jetzt beginnt für die 26-Jährige eine neue Zeitrechnung: „Weder meine Familie, noch mein Arbeitgeber wussten davon, das ich Heidekönigin werden möchte“, berichtet sie schmunzelnd. Die endgültige „finale Entscheidung“ habe sie erst am Vormittag getroffen. Danach sei sie nur noch nervös gewesen. Davon freilich ist bei der Vorstellungsrunde nichts mehr zu merken. Und das liegt sicherlich nicht nur an dem Hochprozentigen, den der neue Heidebock Johann Studtmann und seine Kumpels kurz vor ihrem Auftritt an die Kandidatinnen verteilen: „Wir sind nämlich das ‚Entspannungs-Kommando‘“, betonen die Jungs. „Muschi-Blitz“ und „Kleiner Bock“, heißen die Getränke, die locker machen sollen. Die Kandidatinnen greifen zu – gegen die Nervosität.

Mona Otto ist die erste, die sich Jury und Publikum vorstellen darf – und das macht sie ausgesprochen souverän: Reiten sei neben Harfe spielen eines ihrer Hobbies, sagt sie. Außerdem singe sie gerne, „und zwar im Chor Chornetto.“ Und worauf freut sie sich jetzt am meisten? „Auf die Veranstaltungen und darauf, neue Menschen kennenzulenen und Amelinghausen repräsentieren zu dürfen.“

Einer der ersten, der Mona Otto zur Heideköniginnenwahl gratuliert, ist ihr Freund Gerd-Christian Lühr (32). Und natürlich, sagt er, habe er schon geahnt, dass sich seine Freundin um das höchste Amt in Amelinghausen bewerben wolle. Aber wie hat er ihre Chancen angesichts der starken Kounkurrenz gesehen? „Da hatte ich nie Zweifel“, sagt er und lacht.

An Besucher-Intereresse mangelte nicht

Mehr als 1000 Zuschauer verfolgten die Wahl der Heidekönigin auf dem Kronsberg. An Besucher-Intereresse mangelte also nicht, wohl aber an dem, was Amelinghausen neben der Heidekönigin ausmacht – nämlich an der Heide selbst. Der ungewöhnlich trockene Sommer hat die lila Pracht buchstäblich verdorren lassen: „Schön blüht die Heide, leider nur nicht in diesem Jahr“, stellt denn auch der stellvertretende Landat Norbert Thiemann ironisch fest, und Moderator Dr. Rüdiger Carlberg, der auf dem Kronsberg durch das bunte Show-Programm führt, sieht das spärliche Heide-Violett auch als echte Herausforderung: „Not schafft Kreativität“, sagt er.

Nicht nur auf dem Kronsberg selbst, sondern vor allem auch bei den Wagenbauern, die ihre Motivwagen in guten Jahren mit der Heide schmücken. In diesem Jahr müssen eben andere Materialen genutzt werden: Kiefer, Buchs, Stroh, Dalien und andere Blumen etwa. Wenn es drauf ankommt, sind die Amelinghäuser eben erfinderisch, machen aus der Not eine Tugend: Den Gästen auf dem Kronsberg – unter ihnen Gastköniginnen aus Steinbeck, Rotenburg/Wümme, Munster, Nienburg und Fehmarn, jedenfalls gefällts. Sie sind zufrieden. Und das nicht nur mit der Wahl von Mona Otto zur neuen Heidekönigin.

Von Klaus Reschke