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Artlenburgs Bürgermeister Rolf Twesten und der Fleckenrat sind fast am Ziel. Der Handelskonzerns Norma will einen Supermarkt im Ort bauen, der Rat hat jetzt die letzten notwendigen Änderungen am Bebauungsplan beschlossen. Foto: stb

Feierlaune in Artlenburg

Artlenburg. „Wir haben nicht aufgegeben, immer weitergekämpft, und es hat sich gelohnt.“ Rolf Twesten (CDU), Bürgermeister von Artlenburg, strahlt über das ganz e Gesicht: Bei der jüngsten Ratssitzung verabschiedeten die Politiker endgültig die „3. Änderung des vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 8 Nahversorgungszentrum an der Bundesstraße“. Damit sollte dem neuen Norma-Markt in Artlenburg nun nichts mehr im Wege stehen.

Seit viereinhalb Jahren arbeitet die Gemeinde daran, einen eigenen Supermarkt zu bekommen. Der Landkreis hatte das Projekt stets mit der Begründung abgelehnt, dass ein Markt über 1000 Quadratmeter dem Raumordnungsplan widersprechen würde. Doch fast alle Discounter fangen ab 1000 Quadratmetern Verkaufsfläche überhaupt erst an, über eine Filiale nachzudenken. Harte Verhandlungen mit dem Landkreis und den Supermärkten brachten die Lösung: Ein Norma-Markt mit einer Verkaufsfläche von 900 Quadratmetern. Das war auch die entscheidende Änderung in dieser dritten Variante des B-Planes.

„Wir haben am Sonntagabend noch diskutiert“

„Unsere letzte Ratssitzung war ja erst vor drei Wochen, aber es waren drei Wochen voller Gespräche und Schriftverkehr“, sagte Twesten. Wichtig war unter anderem auch ein Durchführungsvertrag mit Norma, der vor dem eigentlichen Ratsbeschluss vorliegen musste und die Fragen regelt, was, wann und wie vom wem gebaut wird. „Wir haben am Sonntagabend noch diskutiert, aber jetzt steht der Vertrag“, so Twesten, der während der Ratssitzung schwungvoll und gut gelaunt seine Unterschrift unter das entscheidende Papier setzte.

Der Durchführungsvertrag beinhaltet unter anderem, dass die Gemeinde die Erschließung baut, also die Zufahrt samt Querungshilfe, Rad- und Fußweg. „Die Zufahrt zahlt Norma, die Querungshilfe teilen wir uns und den Fuß- und Radweg übernehmen wir“, sagte Twesten. „Wir müssen sehen, ob und woher wir Zuschüsse bekommen können.“

„Im Mai oder Juni kommenden Jahres sollte der Bau stehen“

An diesem Abend ging es nur noch um die Hinweise der Träger öffentlicher Belange und die der Bürger zu dem geplanten Projekt. Letztere hatten erwartungsgemäß überhaupt keine Einwände, die restlichen Behörden und Verbände schon. „Es handelt sich in vielen Fällen jedoch um dieselben Einwände, die bereits bei der zweiten Änderung vorlagen und damals abgearbeitet wurden“, machte Diplomingenieurin Janina Troschke vom Planungsbüro Mehring klar. Die wenigen anderen Hinweise erforderten keinerlei wesentlichen Änderungen.

Twesten hofft, dass nun alle Hindernisse aus dem Weg geschafft sind. „Im Mai oder Juni kommenden Jahres sollte der Bau stehen“, frohlockte er. Der Bauantrag liege bereits seit Mai beim Landkreis, die letzten fehlenden Unterlagen seien aber bereits auf dem Weg.

Fast mutete es ein bisschen feierlich an, als es um den abschließenden Beschluss ging. „Es wäre mein Wunsch, dass Ihr dem zustimmt“, sagte Twesten und die Politiker folgten leutselig und einstimmig. Danach flogen die Korken.

Von Claudia Misiek