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Ein typischer Einsatz für die Feuerwehr: In der Nacht zum vergangenen Donnerstag haben Unbekannte nahe der Johanniskirche einen Müllcontainer angesteckt. Die Helfer verhindern, dass Flammen ins Dach schlagen. (Foto: Feuerwehr)
Ein typischer Einsatz für die Feuerwehr: In der Nacht zum vergangenen Donnerstag haben Unbekannte nahe der Johanniskirche einen Müllcontainer angesteckt. Die Helfer verhindern, dass Flammen ins Dach schlagen. (Foto: Feuerwehr)

Lüneburger Brandnächte

Lüneburg. Es brennt immer wieder. In der Nacht zum vergangenen Donnerstag allein viermal in der Innenstadt, am Kreideberg und Auf der Höhe. Es wirkt, als ob Täter regelrechte Rundgänge unternehmen und eine Spur des Feuers zurücklassen. In mancher Nacht kommen die Feuerwehrleute kaum aus den Stiefeln, haben sie in einer Ecke der Stadt beispielsweise Altpapiercontainer gelöscht, müssen sie schon zum nächsten preschen. Die Polizei kommt seit Anfang Juni auf 40 Brände, die Brandbekämpfer selber seit Mai auf ein paar mehr.

Die Brandermittler Auf der Hude sind sich sicher, dass mehrere Gruppen unterwegs sind – und sie haben Verdächtige im Blick. Wie berichtet, hatten die Beamten aus dem Einsatz- und Streifendienst in den Brandnächten Jugendliche kontrolliert. Einige von ihnen sind mehrmals aufgefallen. Gegen Beschuldigte laufen strafrechtliche Ermittlungen.

So steht nach LZ-Informationen unter anderem ein junger Mann im Fokus der Beamten, der im Bereich am Weißen Turm zu Hause ist. Gerade dort kam es Ende Mai zu einem spektakulären Feuer: Am auf einem Hügel gelegenen ehemaligen Solespeicher des Salzmuseums hatte ein Täter Ende Mai ein Feuer gelegt, ein Großeinsatz der Feuerwehr folgte. In derselben Nacht brannte ein Altpapiercontainer Hinter der Saline, Tage zuvor hatten am Weißen Turm in einem Gebüsch Flammen gelodert sowie in einer Müllbox an Schröder‘s Garten. Für die Kripo liegt ein Zusammenhang nahe.

Flammen können schnell übergreifen

Polizeisprecher Kai Richter macht auf die Gefahr aufmerksam: „Von den Müllbehältern können sich die Flammen auf Wohnhäuser ausbreiten.“ So war es am vorvergangenen Wochenende. An der Gummastraße brannte erst Müll, die Hitze ließ Scheiben eines Lokals platzen, Rauch zog in die Räume. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf mindestens 10 000 Euro. Die Feuerwehr löschte zudem an Volger- und William-Watt-Straße.

„Wir gucken natürlich auf Verbindungen“, sagt Richter. Die drängen sich auf, wenn es beispielsweise in Serie im Bereich Kreideberg und in der Goseburg brennt. Vor gut einer Woche schnappte die Polizei mehrere Verdächtige, die im Zusammenhang mit einer Party gezündelt haben sollen, unter anderem an der Brandenburger Straße.

Es gibt Täter, die nur einmal auffallen. Dann aber heftig wie ein 25-Jähriger. Er soll am Sonntag vor einer Woche am Lüner Weg einen VW aufgebrochen und den Wagen angesteckt haben. Die Polizei stellte ihn vor Ort – er war sturzbetrunken. Warum es zur Tat kam, bleibt unklar. Zunächst hatten die Ermittler ein politisches Motiv nicht ausgeschlossen: In der Nähe befindet sich die Moschee, der Verdächtige trug ein T-Shirt mit rechten Parolen. Doch der Mann sei bislang nicht als Extremist aufgefallen, heißt es nun.

Hinweise: (04131) 83062215.

Von Carlo Eggeling