Mittwoch , 26. September 2018
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Sie wollen das Tor für die Brücke öffnen: Stefan Birkner (v.l.), Berni Wiemann, Gisela Plaschka, Jörg Bode und Jörg Sohst. (Foto: mr)
Sie wollen das Tor für die Brücke öffnen: Stefan Birkner (v.l.), Berni Wiemann, Gisela Plaschka, Jörg Bode und Jörg Sohst. (Foto: mr)

Wer schießt den Ball jetzt ins Tor?

Neu Darchau. Berni Wiemann von der Kreistags-Arbeitsgemeinschaft Elbquerung bemüht für die Situation ein Bild aus der Fußball-Welt: „Der Ball liegt auf dem Elfmeterpunkt.“ Für die beiden Gäste aus Hannover ist am Montagnachmittag das Problem aber auch direkt offenkundig: FDP-Landes- und Fraktionschef Stefan Birkner und der wirtschaftspolitische Sprecher Jörg Bode stehen in Neu Darchau vor der Fähre Tanja, die seit mehr als einem Monat hier festliegt. Am Morgen hatte auch die „Amt Neuhaus“ in Bleckede ihren Betrieb eingestellt. „Spätestens jetzt zeigt es sich, dass die Brücke nötig ist“, entfährt es Birkner.

„Es geht um die Menschen im Amt Neuhaus, aber eine Brücke verbindet weit mehr“, unterstreicht FDP-Kreistagsfraktionschefin Gisela Plaschka. „Lüneburg explodiert. Es fehlen Wohnraum und Fachkräfte. Auf der anderen Elbseite gibt es beides“, ergänzt Wiemann und macht zugleich deutlich, dass der Brückenschlag auch für Mecklenburg-Vorpommern ganz andere Effekte haben werde als bei der Dömitzer Brücke. „Da ist auf beiden Seiten tote Hose, da hilft auch keine Brücke“, beschreibt es „Brücken bauen“-Vorsitzender Jörg Sohst.

Die Elfmeterfrage

Wirtschaftspolitiker Bode drückt es etwas diplomatischer aus und spricht von „anderen Voraussetzungen. Zugleich macht er die Verpflichtung für die Politik deutlich, gleichwertige Lebensbedingungen zu schaffen. Und dazu gehöre auch eine „vernünftige Infrastruktur“.

Bleibt die Elfmeterfrage. „Es wäre fatal, wenn die Landespolitik jetzt nichts aufs Spielfeld geht“, betont der FDP-Landeschef. In Abstimmung mit dem Bund und mit breiter Unterstützung aus dem Landkreis müssten in diesem Herbst die Pflöcke eingeschlagen werden. Dazu gehöre auch die Bereitschaft im Landtag „bei den nächsten Haushaltsberatungen mal ins Obligo zu gehen“, findet Bode. Birkner betont, dass man starten solle. Die noch offenen sechs bis sieben Millionen Euro seien „ein Risiko, das es mir wert ist“.

Birkner und Bode waren selbst bereits Landesminister und sind erfahrene Strippenzieher in Hannover. Sie halten es für sinnvoll, dass das Land eine Verständigung mit Mecklenburg-Vorpommern sucht. Da sei auch der Ministerpräsident gefragt. Und als ehemalige Ressortchefs wissen sie auch, dass Planung und Bau der Brücke in diesem Gebiet anspruchsvoll sind. „Aber es gibt da nichts, was nicht unmöglich ist“, betont Ex-Wirtschaftsminister Bode.

Von Marc Rath

18 Kommentare

  1. wenn die fdp zu viel geld hat und gern steuern für denkmäler verballern will, sollte sie vorher dafür sorgen, dass arbeitgeber ihre mitarbeiter besser bezahlen. dann kann sich der steuerzahler steuerverschwendung auch leisten.

    • Jahrtausendstark

      Herr Bruns sie werden mir immer sympathischer. Wir sollten eine Partei gründen 😉😁.

      • schmunzeln, eine partei ist immer der anfang vom ende und zwar vom ende der demokratie. ein parteisoldat wird an die leine gelegt.

  2. Norbert Kasteinecke

    Vorschlag :

    warum nicht mittels private equity fonds ?
    Eine Mautbrücke anstelle der Fähre.

    • Andreas Janowitz

      Etwa weil die privatisierte Autobahn Hamburg-Bremen eine Dauerbaustelle ist?

      • Norbert Kasteinecke

        Nein, Herr Janowitz, weil sie dann endlich gebaut werden könnte.

        • warum soll sie denn gebaut werden? wer soll bluten?

          • Norbert Kasteinecke

            Bluten Klaus?
            Seien Sie doch nicht so negativ.
            Es bleibt alles wie es ist – bezahlen für eine Überfahrt.
            Nur ohne Wartezeiten und Ausfälle der Querung.

          • Johannes Kallis

            Herr Bruns, versetzen Sie sich doch ein Mal in die Lage der Leute dort!
            Wenn z.b. die Schüler, um zur Schule auf der anderen Seite der Elbe zu kommen, riesige
            Umwege über die Brücke in Lauenburg nehmen müssen.
            Es wird so viel Geld unnötig verplempert, siehe A39 Erneuerung. Aber Geld für eine Brücke will man nicht ausgeben.

          • Herr Bruns,

            Wenn ich hier Ihre vielen Kommentare zu diesem Thema lese, werde ich den Eindruck nicht los das Sie Vorbehalte gegenüber den Einwohnern im Amt Neuhaus hegen.
            Lieber eine brauchbare Brücke, als einen neuen xten Regionalflughafen – der kurz nach der Eröffnung gleich, mittels Steuergeldern, zwangsbeatmet werden muss!

  3. Eratosthenes
    ihr eindruck täuscht. ich habe nichts gegen menschen. wunschdenken hat aber noch nie zu etwas geführt. der bürgermeister von neu darchau hat die zu erwartenen probleme benannt. warum wollen die neuhauser eigentlich unbedingt den schwerlastverkehr in ihrem ort haben? wollen sie risse in ihren häusern? stehen sie auf lärm und abgase? usw. sehr wenige werden von einer brücke profitieren. dömitz ist doch ein anschauliches beispiel, dass eine brücke eben keine zusätzlichen arbeitsplätze schafft, kein abwandern verhindern kann usw. steuerverschwendung mit steuerverschwendung zu begründen, ist doch wohl nicht ihr ernst oder?

  4. Norbert, stimmt nicht so ganz.Es bleibt alles wie es ist – bezahlen für eine Überfahrt.
    Nur ohne Wartezeiten und Ausfälle der Querung. hier werden die zur kasse gebeten , die diese brücke nicht nutzen.

  5. Johannes Kallis
    bequemlichkeit kostet geld. jeder der sie haben will, soll sie auch bezahlen, oder? lange schulwege sind hier hausgemacht. ich durfte mehrere kilometer sommer wie winter zu fuß zur schule gehen. busse gab es da nicht. das anspruchsdenken steigt immer weiter, wohin soll das führen?

  6. Herr Bruns,

    Wäre Ihre Argumentation früher maßgebend gewesen, würde es heute keine einzige Brücke über die Elbe zwischen Hamburg und Magdeburg geben!

    • Eratosthenes
      früher hatten wir einen kaiser. brücken sind nur dann sinnvoll, wenn sie dringend gebraucht werden. wo ist hier was dringend? nicht mal die politik sieht es so, auch wenn teile jetzt so tun. wenn jetzt mit dem brückenbau begonnen wird, mit allem was dazu gehört, vor ca. zwanzig jahren wäre sie nicht fertig. das ganze ist ein politisches sommerloch, mehr nicht. und was in neuhaus in zwanzig jahren los ist, weiß niemand. man sollte diesen unfug endlich beenden. einfältige fallen wohlmöglich vor den nächsten wahlen wieder darauf rein.

  7. Norbert Kasteinecke

    @Klaus Bruns
    @Andreas Janowitz

    Ich sprach hier nicht von public-private-partnership, sondern von private equity fonds .

    Und was den Schwerlastverkehr angeht, der könnte problemlos außen vor gelassen werden.

  8. nur mal so am rande, die linke in lüneburg ist nur deswegen für die brücke, weil sie weiß, sie bekommt dann stimmen aus neuhaus um damit im kreistag zu landen. die linke in dannenberg sieht das ganz anders. es gab eine riesen aufregung , weil die linke in lüneburg ohne absprache mit dannenberg vorgeprescht war.was sagt uns das? politik ist ein schmutziges geschäft, wo eben der bürger kaum vorkommt. die cdu verhält sich da nicht anders.