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Radwegebau
Noch bevor die neue Förderrichtlinie überhaupt beschlossen wurde, hat Artlenburg bereits Interesse an einem Zuschuss für einen rund 150 Meter langen Weg am Ortseingang angemeldet. (Foto: t&w)

Lückenschluss für Fahrgenuss

Artlenburg. Es ist ein Silberstreif am Horizont für viele Radfahrer im Landkreis Lüneburg, die mancherorts noch einen gut befahrbaren Untergrund vermissen: Der Landkreis Lüneburg plant eine neue Förderrichtlinie aufzulegen, um den Lückenschluss im Radwegebau zu unterstützen.

Noch bevor die Richtlinie beschlossene Sache ist, hat bereits die Gemeinde Artlenburg als erste Kommune Interesse angemeldet, aus diesem Kreissäckel einen Zuschuss zu erhalten. Dabei geht es um einen kombinierten Fuß- und Radweg, der auf zirka 150 Meter Länge am Artlenburger Ortseingang von der Großen Straße bis zur Bundesstraße 209 verlaufen soll. Es ist nicht das erste Mal, dass Artlenburg dafür einen Zuschuss erbittet. Doch diesmal könnte es auch klappen.

Lückenschlüsse im und Anschlüsse

Ziel des Landkreises ist es, das Fahrrad als Verkehrsmittel für kürzere und mittlere Strecken zu stärken, so steht es in der Präambel der geplanten Richtlinie. Konkret sollen Lückenschlüsse im und Anschlüsse an das Radwegenetz mit einer Länge von jeweils maximal 1000 Metern gefördert werden. Voraussetzung soll unter anderem sein, dass es sich um einen kommunalen Radweg handelt. Die formlosen Anträge können Städte, Samtgemeinden und Gemeinden an den Kreis stellen.

Oft könne mit wenig Aufwand viel erreicht werden, heißt es weiter im Vorwort der Richtlinie. Wahrscheinlich soll – um den Aufwand gering zu halten – die Förderung auch gedeckelt werden auf grundsätzlich maximal 50 Prozent der Gesamtkosten. Die Zuwendung soll in der Regel aber nicht mehr als 50 000 Euro je Einzelmaßnahme betragen. Diese Zuschüsse werden die Kommunen nicht reich machen, können aber wie im Fall Artlenburg eine willkommene Hilfestellung sein, einen Radwegebau auch im Kleinen überhaupt in die Spur zu bringen.

Samtgemeinderat lehnte Zuschuss ab

Bereits Ende 2017 hatte Artlen­burg den recht kurzen und auf zwei Meter Breite geplanten Geh- und Radweg auf dem Wunschzettel. Rund 55 000 Euro sollte das Teilstück laut einer Schätzung aus dem Juni kosten. Die Hälfte hatte sich die Kommune als Zuschuss von der Samtgemeinde Scharnebeck gewünscht. Doch der Samtgemeinderat lehnte den Antrag im Frühjahr 2018 ab. Damit scheiterte auch der parallele Antrag an den kommunalen Strukturentwicklungsfonds des Landkreises, der eine Beteiligung der Samtgemeinde vorausgesetzt hatte. Anlässlich der neuen Förderrichtlinie folgt jetzt der zweite Versuch, der allerdings etwas teurer wird.

Im Juli hatte das von der Gemeinde beauftragte Ingenieurbüro eine aktualisierte Kostenschätzung vorgelegt: rund 68 000 Euro sollen jetzt für die 150 Meter Weg fällig sein. Grund für den höheren Preis seien neben allgemeinen Kostensteigerungen die Erkenntnisse aus einem Bodengutachten, auf die reagiert werden müsse, heißt es. Ursprünglich hatte sich Artlenburgs Bürgermeister Rolf Twesten (CDU) vom Landkreis einen Zuschuss in Höhe von 51 000 Euro erhofft. Zur Debatte steht bei einer 50-Prozent-Förderung aber nur ein Betrag von 34 000 Euro. 17 000 Euro erbittet die Kommune nun erneut von der Samtgemeinde. Damit bliebe bei der Gemeinde Artlenburg ein Eigenanteil von ebenfalls 17 000 Euro.

Elberadweg nur durch Umwege zu erreichen

Zur Notwendigkeit des Lückenschlusses an der Stelle heißt es im Artlenburger Anschreiben an die Kreisverwaltung: „Zur Zeit ist die Erreichung des abgeschnittenen Weges von der Elbe-Seitenkanal-Brücke kommend unübersichtlich und nur nach mehrmaligem Kreuzen der vielbefahrenen Landesstraße 217 möglich. Radtouristen können den ausgewiesenen Elberadweg nur durch Umwege erreichen.“

Der geplante Lückenschluss des Radweges in Artlenburg würde sich in eine größere Straßenbaumaßnahme einfügen, sagt Twesten. Wegen der geplanten Neuansiedlung eines Supermarktes auf der Ecke soll die Straße verbreitert, neue Zufahrten sowie eine Querungshilfe geschaffen werden. Twesten rechnet dafür mit Kosten von 250 000 Euro.

Von Dennis Thomas