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Spektakuläre Szenen gibt es beim Oldendorfer Stoppelfeldrennen zuhauf. 2017 war es den Veranstaltern zu viel Action, deshalb haben sie das Reglement überarbeitet. (Foto: bau)

Sicherheit geht künftig vor

Oldendorf/Luhe. Spektakulär ging es 2017 beim 27. Oldendorfer Stoppelfeldrennen zu: Dutzende Zusammenstöße, zahlreiche Überschläge, 17 Rennabbrüche und ein brennendes Autos inklusive rettendem Hechtsprung des Fahrers bilanzierten die Organisatoren am Ende – und zogen daraus für die an diesem Sonnabend anstehende 28. Auflage Konsequenzen. „Wir wollen natürlich Action, aber das war aus unserer Sicht zu viel“, sagt Hendrik Rund, Vorsitzender des ausrichtenden Vereins der Faslamsbrüder Oldendorf/Luhe: „Sicherheit geht vor.“

Die Veränderung: Die Zahl der Starter wurde auf 100 limitiert. Kurz nach der Bekanntgabe der neuen Regelung im Internet hieß es „ausverkauft“. Alle Plätze waren rasend schnell vergeben. Kurzfristige Anmeldungen gibt es daher nicht mehr. „Das sollte dazu führen, dass wir wieder einen geregelten, sicheren Renn­ablauf und mindestens vier Durchläufe für die Fahrer haben werden“, sagte Rund.

Sechs Pkw-Klassen

Start auf dem zur Motorsport-Arena umfunktionierten, abgeernteten Acker von Bürgermeister Jürgen Rund am Ortsausgang Oldendorf/Luhe in Richtung Marxen am Berge ist um 9 Uhr. Ausgeschrieben sind sechs Pkw-Klassen – Junior-Cup, bis 80 PS, über 80 PS, Heckantrieb, Allradantrieb und Spezialfahrzeug – sowie in eigenen, offenen Wettbewerben auch Motorräder und Quads. Im Pulk der Rennfahrer werden auch knapp 30 Lokalmatadoren aus Oldendorf/Luhe und Wetzen sein.

Hendrik Rund und sein Stellvertreter Thies Struve heben die erneut große Unterstützung von etwa 50 freiwilligen Helfern aus dem Ort hervor. „Ohne die wäre das Stoppelfeldrennen in dieser Form für uns als großes Fest mit Rahmenprogramm für die gesamte Familie nicht mehr auszurichten.“ Einer, der sich seit der Premiere 1991 immer als Helfer engagiert ist der Oldendorfer Dieter Abendroth.

Er ist der Grillmeister und am Veranstaltungstag der Herrscher über Wurst, Fleisch und Pommes. Der 48-Jährige, seit seinem 16. Lebensjahr im Verein der Faslamsbrüder, stellt die für das Rennen eingekauften Bratwürste, Currywürste und Steaks sogar selbst her. Er ist gelernter Fleischer. Seit seiner Ausbildung Ende der 1980er-Jahre arbeitet er in der Amelinghausener Landschlachterei Drewes. Auch den benötigten großen Grill und die Fritteuse stellt er zur Verfügung.

200 Kilogramm Pommes Frites

Denkt Dieter Abendroth an die Anfänge des Stoppelfeldrennens, muss er schmunzeln. „Da haben wir 200 Bratwürste aufgelegt, die Pommes in einer lütten 6-Kilowatt-Fritteuse gemacht, das war es.“ Heute gehen am Renntag bis zu 800 Bratwürste, 400 Currywürste, 400 Nackensteaks und 200 Kilogramm Pommes Frites über den Tresen.

„Allein ist das natürlich nicht mehr zu schaffen“, sagt Abendroth. Er hat die Unterstützung von einem Dutzend weiterer Helfer, die in zwei Schichten arbeiten. Er selbst ist am Sonnabend schon um 6 Uhr auf dem Acker, um das große Zelt aufzubauen. Bei den Rennen drückt er seinem Sohn René die Daumen. Abendroth senior selbst ist noch nie ein Stoppelfeldrennen gefahren. Er hantiert lieber als Chef am Grill mit Zange in der Hand.

Weitere Informationen zum 28. Stoppelfeldrennen gibt es bei www.oldendorf-luhe.de.

Von Marcel Baukloh