Mittwoch , 19. September 2018
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Im Kleingartenverein Moldenweg wird das Gespräch mit den anderen Gartenfreunden geschätzt. Auch Norbert Frie (r.) und Carsten Keitel genießen es. (Foto: t&w)

Eine Skulptur zum 80-Jährigen

Lüneburg. Ein wenig Stolz klingt mit, wenn Norbert Frie von drei Jubiläen im Kleingartenverein Moldenweg in nur zehn Jahren spricht. „Wir hatten das 70-jährige, das 75-jährige und feiern jetzt das 80-jährige“, sagt der erste Vorsitzende. Doch er weiß auch, dass in all den Vorbereitungen viel Arbeit steckt. Zum Fest am Sonnabend hat der Verein sich sogar etwas Besonderes einfallen lassen.

„Wir nennen es Baumscheiben-Skulptur“, sagt Norbert Frie und zeigt eine Skizze, darauf eine zwei Meter hohe Stele bestehend aus drei Eisenstäben, die acht etwa 15 Zentimeter dicke Baumscheiben tragen, dazwischen Freiraum für eine farbige Lichterkette. „Am Sonnabend wird sie eingeweiht“, sagt Norbert Frie trocken.

Rund 85 Mitglieder zählt der Verein

Achtzig Jahre wird der Verein am Sonnabend alt, der damit zwar nicht der älteste, aber zu den älteren Kleingartenvereinen in Lüneburg zählt. 1938, im Jahr seiner Gründung, gehörte er noch als abgelegener Teil zum Kleingartenverein Ochtmisser Kirchsteig. Weil aber nicht alles, was an Material für den Moldenweg vorgesehen war, dort auch ankam, habe man sich vom Mutterverein getrennt und zunächst als Kolonie selbstständig gemacht. Am 6. Mai 1950 erfolgte dann die Gründung als eigener Verein.

Rund 85 Mitglieder zählt der Verein heute, zehn davon sind passive Mitglieder, sie besitzen keinen Garten. Auch Norbert Frie nicht, der 2003 zum Verein kam und 2005 Erster Vorsitzender wurde. „Ich schaffe das zeitlich nicht mehr“, sagt der 73-Jährige. Sorge, einen Nachfolger zu finden, hatte er nicht, überhaupt kann der Verein über Mitgliederschwund nicht klagen. „Bei uns gibt es keine freien Gärten, wir haben sogar eine Warteliste.“

Hoffnung auf neue Impulse 

Doch das gesellige Vereinsleben von früher findet nicht mehr bei jedem Anklang. „Die Altvorderen konnten besser feiern“, sagt Frie. Damals waren es vor allem Arbeiter des früheren Eisenwerks, die gern in ihren Nutzgärten zusammenkamen. Heute beschränken sich die Kontakte in der Regel auf Gespräche am Gartenzaun, berichtet Frie.

Vom Jubiläumsfest erhofft sich der Vorsitzende daher auch wieder neue Impulse für mehr gemeinschaftliche Aktivitäten oder gesellige Runden im geräumigen Vereinshaus. „Vielleicht kommt dann ja auch die Politik, obwohl ja kein Wahljahr ist“, sagt Frie mit einem Augenzwinkern. Bereits fest zugesagt zur Feier ab 11 Uhr hat Bürgermeister Eduard Kolle. Nach der Einweihung der Skulptur ist dann ein kleiner Imbiss für die geladenen Gäste vorgesehen. Am Abend geht‘s dann noch einmal gesellig zu, mit Essen und Tombola.

Von Ulf Stüwe