Mittwoch , 19. September 2018
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Die Fläche am Wienebütteler Weg, deren Bebauung so umstritten war, dass letztlich ein Klimagutachten in Auftrag gegeben wurde. (Foto: t&w)

Frische Luft für die ganze Stadt

Lüneburg. Mit Spannung erwartet wird das Gesamtklimagutachten, das aufzeigen soll, wie die Frischluftzufuhr und der Wärmeaustausch für die Innenstadt in Kessellage sowie das­ übrige Gebiet der Stadt erfolgen. Denn davon ist abhängig, wo in Lüneburg Neubaugebiete noch entstehen können beziehungsweise wo nachverdichtet werden kann. Vorgestellt wird das Gesamtklimagutachten am kommenden Montag, 27. August, von 15 Uhr an im Gesellschaftshaus der Psychiatrischen Klinik Lüneburg (PKL), wo Bauausschuss und Umweltausschuss gemeinsam tagen.

Den Anstoß für ein Klimagutachten für die gesamte Stadt hatte Ende Juni 2016 ein Ratsantrag der damaligen rot-grünen Mehrheitsgruppe gegeben. Zuvor hatte der Bauausschuss am 13. Juni den Aufstellungsbeschluss für das geplante Neubaugebiet „Am Wienebütteler Weg“ beschließen sollen. Dazu war auch ein Teil-Klimagutachten erstellt und im Ausschuss vorgetragen worden. Knapp gesagt kam dieses zu dem Ergebnis, dass das geplante Baugebiet keine negativen Auswirkungen auf die Klimabebedingungen in der Innenstadt haben würde. Allerdings würde eine maximale Bebauung des Areals von 40 Prozent empfohlen, dazu sollten die Gebäude maximal zweigeschossig sein, das Gebiet stark begrünt werden, höhere Nutzungen könnten im Süden des Gebietes liegen.

Rot-Grün trat auf die Bremse, der Aufstellungsbeschluss wurde vertagt. Gleichzeitig machten Ulrich Blanck (Grüne) und Klaus-Dieter Salewski (SPD) deutlich: Es braucht ein Klimagutachten für die gesamte Stadt.

Klimaanalysekarten wurden per Modellrechnungen erstellt

Mitte 2017 erteilte die Stadt der GEO-NET Umweltconsulting GmbH in Hannover dafür den Auftrag, stellte dem Büro für die Analyse und Bewertung Grundlagedaten wie zum Beispiel Bebauungsdichte, Höhenlagen und Freiflächennutzungen zur Verfügung. Per Modellrechnungen wurden Klimaanalysekarten erstellt, abgeleitet davon werden Planungsempfehlungen. Der Gutachter Peter Trute wird nun in der Sitzung zu den Untersuchungsbedingungen sowie den Ergebnissen in der Sitzung vortragen.

Ungeachtet dessen erfolgte, wie berichtet, im Dezember 2017 der Aufstellungsbeschluss für das geplante Neubaugebiet Am Wienebütteler Weg. Der Bauausschuss votierte mehrheitlich dafür. Lediglich die grünen Ratspolitiker Ulrich Blanck und Ulrich Löb stimmten dagegen, die Linke enthielt sich. Peter Trute hatte zwar erklärt, dass die gesamtstädtische Klimaanalyse nicht zu einer Neubewertung der ökologischen Situation des Baugebietes Am Wienebütteler Weg führen würde, doch die Grünen sahen Fragen unbeantwortet. Deshalb solle man das Gesamtklimagutachten abwarten, hielt Blanck fest. Birte Schellmann von der FDP, seit dieser Wahlperiode Gruppenpartner der Grünen und CDU, machte deutlich: Sofern es Widersprüche im Gesamtklimagutachten zu den Aussagen im Teilgutachten gebe, müsse man sich vorbehalten, das Bauvorhaben gegebenenfalls zu stoppen.

Von Antje Schäfer

2 Kommentare

  1. Jahrtausendstark

    Na ich hoffe doch das bei dem Klima Gutachten für Wienebüttel auch Mädges geplanter 3D Campus an der L216 gleich mit einbezogen wurde. Bei dem „eine Nase“ vom Grüngürtel West erhalten bleiben soll. In paar Jahren ist es dann vermutlich der Pickel auf der Nase des Grüngürtels. Schmunzel.

  2. „Peter Trute hatte zwar erklärt, dass die gesamtstädtische Klimaanalyse nicht zu einer Neubewertung der ökologischen Situation des Baugebietes Am Wienebütteler Weg führen würde, doch die Grünen sahen Fragen unbeantwortet.“ Wenn der Gutachter schon diesen Hinweis gibt wird hier m.E. mal wieder unnötig Geld aus dem Fenster geschmissen. Und diesen Teilsatz: „…doch die Grünen sahen Fragen unbeantwortet.“ kann ich nur so verstehen, dass den Grünen das Ergebnis des Gutachtens nicht gefallen hat weil es nicht zu dem von ihnen Ergebnis gekommen ist. Ideologische Verbohrtheit wird hier mal wieder zum Kostenfaktor.