Donnerstag , 20. September 2018
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Monika und Otto Cierpinsky strahlen: Am Wochenende kommt die Familie, um ihre diamantene Hochzeit zu feiern. (Foto: t&w)

Da ist Musik drin

Lüneburg. Das Landestreffen der Spielmannszüge war eine dolle Sache. Klar, dass Bernhard Lühr, Chef des Lüneburger Spielmannszuges, fand: „Monika, da musst du dabei sein.“ Und so kam die Tochter 1956 von ihrer Stelle als Haushaltshilfe in Schweden wieder in die Heide. Wie sich herausstellte eine Entscheidung fürs Leben: Monika lernte bei dem Fest auf dem Lüneburger Marktplatz Otto Cierpinsky kennen.

Der junge Schiffbauer aus Lauenburg spielte die Trommel – offenbar mit so einem Tusch, dass er das Herz der jungen Frau eroberte. Monika musste zwar nochmal in den hohen Norden, doch zwei Jahre später, am 23. August 1958, heiratete das Paar, am Donnerstag feierte es diamentene Hochzeit.

Umzug mit dem Stadtbus

Musik hat die beiden inzwischen 82 und 83 Jahre alten Senioren ein Leben lang begleitet. Ihre drei Kinder lernten Instrumente, die acht Enkel auch, und vermutlich werden auch die sechs Urenkel der Tradition folgen. Die beiden erzählen, wie es zu Jugend- und Sporttreffen ging, wie sie mit Jugendgruppen nach Sylt und in den Harz fuhren. Otto Cierpinsky gibt noch heute den Ton mit an, er schlägt Becken und Trommel beim Lüneburger Stadtorchester. Wenn er dabei ist, wird auch das zum Familientreffen: Eine Handvoll Cierpinskys wie etwa Sohn Manfred machen dort mit.

Als die beiden heirateten, hatten sie nicht viel. Sie lebten bei den Eltern Ottos in Lauenburg. „Das Zimmer war zweieinhalb mal zweieinhalb Meter groß“, erinnert er sich. Bald wohnten sie dort zu dritt – Tochter Verena kam. Es folgten Umzüge in Lauenburg, einmal sogar mit dem Stadtbus: „Wir hatten kein Auto, aber mein Schwager war Busfahrer – also haben wir die Sachen so transportiert.“

Musik blieb ein Begleiter der Familie

Otto half neben seiner Arbeit seinem Schwiegervater in Lüneburg. Der war Hausmeister an der Hasenburger Schule. Als er bei einem Autounfall starb, war in der Schule klar: „Otto, das machst du jetzt.“ Die fünfköpfige Familie zog an den Hasenburger Berg, Wohnzimmer, Schlafzimmer, ein Kinderzimmer für die beiden Söhne, eine Seitenkammer für die Tochter. Dazu ein Job rund um die Uhr.

Die Musik blieb ein Begleiter der Familie. Monika spielte eine Zeitlang Flöte, aber vor allem kümmerte sie sich um die Kinder und sprang auch schon mal in der Schule ein, wenn eine Lehrerin ausfiel, übernahm sie die Aufsicht einer Klasse. Sie lächelt und sagt: „Heute ist das undenkbar.“ Fast ein Vierteljahrhundert lang waren sie die guten Geister der Schule, im Sommer 1995 gingen die beiden in Rente und wohnen nun im Roten Feld.

Die Frage muss sein: „Was ist das Rezept einer guten Ehe?“ Monika Cierpinsky sagt: „Vertrauen, und wenn man anderer Meinung ist, reden.“ Ihr Mann nickt und lächelt: „Da kann ich nichts anderes mehr sagen.“ Warum auch, sie sind sich einig. ca