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Grafik: Architekturbüro Hilmer Adendorf

„Kastanienhof“ statt Gemüseacker

Bardowick. Eine der größten Baulücken im Bardowicker Altdorf soll nun geschlossen werden. Dafür hat sich Landwirt Karl-Heinz Gehrke bereits vor zwei Jahren von einem rund 8600 Quadratmeter großen Grundstück an der Bäckerstraße getrennt, und er zeigt sich zufrieden, dass er Grund und Boden in verantwortungsvolle Hände gegeben hat. Gekauft hat das Grundstück der Bardowicker Unternehmer Eckhard Bauss, der dort einen Wohnpark errichten will, selbst aber nichts von typischer Investorenarchitektur hält. Im Gegenteil.

„Es muss in das Bardowicker Ortsbild und die Umgebung passen“, sagt Bauss. Er weiß um die Empfindlichkeiten in der Nachbarschaft. „Es wird keine Stadtvillen geben“, sagt er auf LZ-Nachfrage. Geplant ist unter dem Titel „Wohnpark Kastanienhof“ die Errichtung von vier Wohn- und zwei Nebengebäuden in „historischer Gehöftarchitektur“.

„Ich wollte verhindern, dass sich ein Baulöwe das Grundstück schnappt und etwas baut, das sich nur am Profit orientiert“, sagt der Bardowicker Bauss.

Große Umstellung für die Nachbarschaft 

Der ehemalige Grundstückseigentümer Gehrke, der nun einen alten Hof am Ortsrand übernommen hat, sagt: „Ich bin davon überzeugt, dass es gut wird, was Herr Bauss plant, das wird ein Sahnestück.“ Für die Nachbarschaft wird es trotzdem eine große Umstellung werden, nach Jahrzehnten nicht mehr auf einen ebenen Gemüseacker zu gucken, der sich zwischen der Wohnbebauung erstreckt hat. Die Anwohner wurden vom Bauherrn am Mittwochabend bei einem Infoabend ins Bild gesetzt.

Insgesamt sollen auf dem Areal, auf dem derzeit archäologische Untersuchungen stattfinden (siehe Text unten), 29 Wohneinheiten entstehen. Geplant sind Mietwohnungen mit Größen von rund 60 bis 100 Quadratmetern. Neben ausreichend Stellplätzen auf dem Areal will Bauss einen großzügigen Garten mit Apfelbäumen anlegen lassen. Die geplanten Nebengebäude sollen auch Abstellmöglichkeiten für Gartengeräte bieten.

Gebaut werden sollen die Mehrparteienhäuser mit jeweils einem Erd- und einem Dachgeschoss, sagt Architekt Jörg Hilmer aus Adendorf, dessen Büro auch für den Wiederaufbau des Lösecke-Hauses im Lüneburger Wasserviertel verantwortlich war. Insgesamt soll eine Grundfläche von rund 2260 Quadratmetern bebaut werden. Außerdem soll das Bestandsgebäude Bäckerstraße 13 an der Ecke St. Wilhadistraße abgerissen werden und einem Neubau weichen, dessen Stil an ein Bauernhaus erinnern soll. Baubeginn ist für 2019 geplant.

Von Dennis Thomas

Bürgerbeteiligung

Unterlagen liegen noch bis Monatsende aus

Die Gemeinde begleitet das private Vorhaben in dem Dorfgebiet mit Mischnutzung im Rahmen ihrer Bauleitplanung, sagt Sandra Ahlers von der Bardowicker Verwaltung. Bereits im Februar hatte die Kommunalpolitik den Aufstellungsbeschluss gefasst für die 5. Änderung zum Bebauungsplan Nr. 34b „Altbereich Ost, 2. Bauabschnitt, Marktplatz“. Das Plangebiet befindet sich nördlich der Bäckerstraße, südlich der Rackerstraße und westlich der St Wilhadistraße. Der Plan-Entwurf befindet sich derzeit in der Öffentlichkeitsbeteiligung. Noch bis Freitag, 31. August, liegen die Planunterlagen zur Einsicht und Stellungnahme für jedermann beim Flecken Bardowick aus. Und zwar während der allgemeinen Sprechzeiten im Zimmer E.23 des Bardowicker Rathauses (Schulstraße 12).