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Ella Endress blickt auf ein bewegtes Leben zurück. Die gebürtige Heiligenthalerin ist 100 Jahre alt geworden. (Foto: t&w)
Ella Endress blickt auf ein bewegtes Leben zurück. Die gebürtige Heiligenthalerin ist 100 Jahre alt geworden. (Foto: t&w)

Kochen und Backen sind ihr Rezept fürs Leben

Lüneburg. An alles kann sich Ella Endress nicht mehr erinnern, was sie in ihrem Leben erlebt hat, dazu war die Zeit dann vielleicht doch etwas zu lang. 100 Jahre alt ist sie geworden, so richtig glauben kann sie es selbst noch nicht. Zur Feier des Tages gab es natürlich auch einen Geburtstagskuchen – dieses Mal aber nicht aus der Hand der leidenschaftlichen Köchin.

Küche als Ort der Leidenschaft

Natürlich würde sie am liebsten selbst backen, so, wie sie es ihr ganzen Leben hindurch gemacht hat. Ob für die Familie, für Hochzeiten oder Konfirmationsfeiern von Freunden, für Ella Endress war die Küche kein Ort der Arbeit, sondern meist ein Platz, an dem sie sich ihrer Leidenschaft Kochen und Backen voll und ganz widmen konnte. Hochzeitssuppe war eine Spezialität der gelernten Köchin, worauf es dabei besonders ankommt, verrät sie auch: „Die Brühe muss richtig klar sein.“

Geboren ist Ella Endress am 25. August 1918 in Heiligenthal, dort lebte sie auch viele Jahre zusammen mit ihrem aus Würzburg stammenden Mann, der als Soldat in Lüneburg stationiert war und den sie im Klosterkrug in Lüne kennengelernt hatte. 1940 heirateten sie, schon bald freuten sie sich über ihre beiden Töchter Uta und Elke.

1964 ging es dann wegen des Berufs des Mannes nach Harburg, sie selbst arbeitete an verschiedenen Arbeitsstellen. 22 Jahre später zog es die Familie wieder in die heimischen Gefilde, in Wendisch Evern bezogen sie ihr eigenes Haus.

Zwei Enkel und drei Urenkel

Einen Tiefschlag hat Ella Endress bis heute nicht überwunden, berichtet Rosemarie Lüderitz, die Frau des Sohnes ihrer Tochter Uta. Auf dem Heimweg von Wendisch Evern nach Hamburg verunglückte die vierköpfige Familie der Tochter Elke bei einem Verkehrsunfall, die Tochter und die beiden Kinder starben, der Schwiegersohn überlebte schwerverletzt.

Um so mehr freut sie sich über die Familie und die zwei Enkel und drei Urenkel, die zu Besuch ins Seniorenpflegeheim an der Feldstraße gekommen sind, in dem sie seit anderthalb Jahren lebt. Dass sie zuvor bis ins hohe Alter von 98 Jahren allein in ihrem Haus in Wendisch Evern lebte, war für sie kein Problem: „Ich koche immer noch sehr gern.“ Auch wenn es jetzt nicht mehr wie bisher möglich ist, ihre Rezepte gibt sie natürlich an Kinder und Enkel weiter.

Von Ulf Stüwe