Dienstag , 25. September 2018
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Nahverkehrsplan
Künftig sollen die Stadtbusse länger fahren. Am Lüneburger Bahnhof soll der Fahrtakt pendlerfreundlicher werden. (Foto: t&w)

Busfahren attraktiver machen

Lüneburg. Die Stadtbusse sollen täglich länger fahren, die Takt-Raster verbessert werden, um auch das Umsteigen am ZOB in die Bahn zu optimieren. Das sind nur einige Forderungen der Stadt, die in den Entwurf des Nahverkehrsplanes des Landkreises für den Zeitraum 2018 bis 2023 aufgenommen wurden. Denn die Stadt konnte dazu Stellungnahmen abgeben. Außerdem gab es Anhörungen in den Ortsräten Ochtmissen und Oedeme sowie bei einer Bürgerversammlung in Ochtmissen. Der Rat hat die Stellungnahmen nun abgesegnet. Frank Soldan (FDP) machte aber auch deutlich: Damit noch mehr Bürger den Bus nutzen, sollte mittelfristig über Tarifveränderungen für Kurzfahrten auch in Außenbezirken der Stadt sowie für Fahrten am Abend nachgedacht werden.

Platz Am Sande wird entlastet

Vieles im Entwurf entspreche den Forderungen der Stadt, machte Jens-Peter Schultz (SPD) deutlich. So solle zum Beispiel der Regionalbusverkehr aus den östlichen Teilen des Landkreises am ZOB enden. Das entlastet den Platz am Sande um mehr als 200 Fahrten täglich. Auch die Uni solle künftig besser angebunden werden, da die Fahrgastzahlen stetig angestiegen seien. Und ein Fahrgastinformationssystem solle zumindest am ZOB eingerichtet werden, damit die weiterführenden Linien problemlos erreicht werden. Alles Punkte, die auch Dr. Gerhard Scharf (CDU) lobte.

Positiv bewertete Michèl Pauly (Linke), dass auch die Umweltstandards für die Busflotte verbessert werden. Die Quote der Elektrobusse soll sukzessive bis 2030 auf 100 Prozent erhöht werden. Barrierefreier Zugang durch elektrische Rampen ist außerdem vorgesehen. Pauly machte unter anderem aber auch den Wunsch des Seniorenbeirates deutlich, dass eine Bushaltestelle maximal 150 Meter entfernt von dem Seniorenwohnheim Alte Stadtgärtnerei installiert wird.

Ulrich Löb (Grüne) richtete den Blick auf die Linien 5011 und 5012, die laut Entwurf des Nahverkehrsplanes nur noch im 30-Minuten-Takt rollen sollen. Die Verwaltung hatte in ihrer Stellungnahme für einen 15-Minuten-Takt in den Hauptverkehrszeiten plädiert. Löb bat darum, dass in der Stellungnahme aufgenommen werde, dass zumindest eine Linie rund um den Tag alle 15 Minuten fährt.

Die detaillierte Übersicht der Einzelheiten des Entwurfs sowie Stellungnahmen der Verwaltung und aus der Gremienbeteiligung ist in den kommenden Tagen auf der Homepage der Stadt www.hansestadtlueneburg.de nachzulesen.

Von Antje Schäfer

3 Kommentare

  1. Der Nahverkehrsplan hat Verbesserungen – aber auch bedeutsame Verschlechterungen.
    Insbesondere die Taktausdünnungen auf den Linien 5011 und 5012. Dies bedeutet, dass Hagen, Schäferfeld / Waldfriedhof, Bockelsberg, Häcklingen und Rettmer künftig nur noch alle 30 Minuten bedient werden. Statt 3 Fahrten pro Stunde gibt es nur noch 2 – also ein Drittel weniger Angebot.
    Die Entlastung des Sandes durch den Wegfall von Regionalbussen führt dazu, dass viele Fahrgäste nicht mehr direkt in die Innenstadt kommen, sondern umsteigen müssen. Das Betrifft z. B. Fahrgäste aus Bleckede, Scharnebeck, Dahlenburg, Deutsch-Evern, Wendisch-Evern. Dabei war gerade das direkte Erreichen des „Kaufhauses Lüneburg“ ein Systemvorteil.
    Auch die Linie 5002 aus Bardowick / Zeltberg soll an der Innenstadt vorbei geführt werden und nicht mehr am Sande halten.
    Vielleicht sollte die Landeszeitung auch mal über diese Verschlechterungen berichten.

    • Ein sehr guter und informativer Kommentar. Er beantwortet genau die Fragen die ich mir durch den Artikel gestellt hatte.

  2. Günther Behrendsen

    Eine Entlastung des Bereiches „Am Sande“ ist auf jeden Fall zu begrüßen. Auch wenn dadurch der Fahrgastkomfort gegenüber dem Ist-Zustand etwas zurückstecken muss. Es macht aus meiner Sicht absolut keinen Sinn, x Buslinien sowohl am „ZOB“ als auch „Am Sande“ halten zu lassen.

    Bei einem entsprechend ausgearbeiteten Fahrplan mit jeweiliger Anschlußsicherung – auch bei Verspätungen – ist es jedem Fahrgast zuzumuten, auf seiner Fahrt einmal das Beförderungsmittel zu wechseln. ÖPNV kann nun mal nicht jeden Fahrgast direkt von A nach B bringen.

    Keine Kritik ohne Vorschlag: Der gesamten Busverkehr aus dem Umland sollte direkt zum Bahnhof Lüneburg DB/ZOB gelenket werden und von dort aus innerstädtische Buslinine starten zu lassen. Die Haltestellen, an denen ein Bus aus dem Umland auf seinem Weg zum ZOB vorbeikommt, werden nur in größeren Abständen angefahren. Also nur jede dritte oder zweite Haltestelle (Beispiel: Linie 5100 aus Bleckede). Das bedeutet dann zwar für einzelne Fahrgäste einen etwas längeren Fußweg, alternativ dazu werden die Zwischenhalte aber auch von den Stadtbuslinen angefahren – für denjenigen, den ein paar hundert Meter Fußweg zuviel sind.

    Der Vorteil liegt aber darin, dass die Überlandlinien zügiger in das bzw. aus dem Stadtgebiet gelangen.

    Zum Thema Betriebszeiten der Buslinien kann ich, als Bewohner aus dem Umland, nur sagen dass es wirklich an der Zeit ist, eine deutliche Ausweitung der Betriebszeiten vorzunehmen. Sowohl in den Abendstunden als auch an den Wochenenden. Eine Betriebsaufnahme am Sonntagmittag ist alles andere als Zeitgemäß. Wie sollen Bewohner aus dem Umland zB kulturelle Angebote in der Stadt nutzen, wenn es zu der Zeit keinerlei Anbindung durch den ÖPNV in die Stadt oder aus der Stadt heraus gibt?

    Auch hier natürlich nicht nur Kritik, sondern auch ein Vorschlag: alltäglichen Spätverkehr bis 23 Uhr. An Sonn- und Feiertagen alle Buslinien mindestens in der Zeit von 8-23 Uhr betreiben, dabei mindestens ein 2 Stunden Takt anbieten.

    Ja und dann ist da ja noch der Rufbus bzw das ASM, wie es ja noch heißt. Das Angebot ist ja schön und gut. Allerdings wozu dient die Richtlinie, das Fahrten nur von Lüneburg nach Ausserhalb aber nicht umgekehrt stattfinden können? Und über die Fahrpreise sollten sich kluge Köpfe auch noch einmal Gedanken machen. Preise, die sich nur unwesentlich von einer Einzelfahrt mit dem Taxi unterscheiden, rechtfertigen es nicht, in einem Sammeltransport befördert zu werden.

    Vorschlag: ASM ab 20 Uhr in beide Richtungen, Anmeldezeit max. 60 Minuten. Fahrpreise ungefähr dem doppelten HVV-Tarif entsprechend.