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Gegenüber dem alten Bahnhof soll der Bahnhaltepunkt Adendorf platziert werden. (Foto: A/be)

Grünes Licht für rote Signale in Adendorf

Adendorf. Der Bürgermeister ist zufrieden, und die Ratsmitglieder sind glücklich: Diese Konstellation kommt nicht allzu oft vor im Adendorfer Rat.

Doch dieses Mal ziehen alle an einem Strang – Verwaltung und Rat: Einmütig haben sie sich jetzt während der jüngsten Ratssitzung auf einen Standort für einen Bahnhaltepunkt in Adendorf geeinigt. „Auf den warten wir seit vielen, vielen Jahren“, erinnerte Bürgermeister Thomas Maack (SPD) und setzte nach: „Jetzt haben wir die einmalige Chance, diesen auch zu realisieren.“
Vier verschiedene Optionen hatten Planer und Politiker untersucht, sich letztlich für die Variante 4 entschieden – einem eingleisigen Bahnsteig gegenüber dem alten Bahnhofsgebäude. Rund 1,07 Millionen Euro wird der Bau des Bahnhaltepunktes kosten, 75 Prozent dieser Kosten werden von der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) gefördert.

Schnell zum Bahnhof Lüneburg

„Wir haben es uns mit den Planungen nicht leicht gemacht“, sagte Maack, erinnerte auch noch einmal an den „guten Dialog mit den Bürgern“. Denn nicht zuletzt die Parkplatzsituation sehen manche Anwohner noch kritisch – genauso wie Markus Graff (Linke): Pendler könnten seinen Worten zufolge beispielsweise versucht sein, ihre Autos wild in den Straßen rund um den Bahnhaltepunkt zu parken, statt in das kostenpflichtige Parkhaus nach Lüneburg zu fahren. „Denn wer künftig in Adendorf in den Zug einsteigt, wird schnell und bequem den Bahnhof in Lüneburg und damit auch die Anschlusszüge erreichen“, weiß Graff. Gleichwohl werde er der Variante 4 zustimmen.

„Es wird Aufgabe der Gemeinde sein, das wilde Parken zu verhindern“, verdeutlichte Hans-Dieter Wilhus von der Fraktion „Aktive Bürger Adendorf Erbstorf“, kurz ABAE. Er sei überzeugt davon, dass das auch gelingt. „Gegebenenfalls wird unsere Fraktion schon sehr genau darauf achten“, versprach der ABAE-Chef.

Als ambitionierter Fahrrad- und Bahnfahrer begrüßt auch CDU/FDP-Gruppenchef Gunther Freiherr von Mirbach die Reaktivierung des Bahnhaltepunktes. „Wir müssen den Nahverkehr attraktiv gestalten und stärken“, betonte er.

Froh über den derzeitigen Stand der Planungen zeigte sich auch Bärbel Sasse von den Grünen: „Gut, dass wir soweit sind wie wir jetzt sind“, betonte sie in der Sitzung. Allerdings wünscht sie sich noch mehr Fahrradständer im Bereich des geplanten Bahnhaltepunkts.

Die kleinste Bahnhofskategorie

Wie berichtet, gehört Adendorf in die Bahnhofskategorie 6, die kleinste überhaupt mögliche nach den Statuten der Deutschen Bahn (DB). Vorgesehen ist danach ein Bahnsteig von 140 Meter Länge, außerdem ein Wetterschutzhäuschen, Beleuchtung, dynamische Schriftanzeiger sowie Wegeleit- und Informationssysteme.
Und so sieht der Zeitplan aus: Die Planung muss noch in diesem Jahr abgeschlossen, die Förderanträge im Mai 2019 eingereicht werden. Mitte 2019 könnte dann das Planfeststellungsverfahren beginnen, Ende 2021 dann der neue Bahnhaltepunkt Adendorf in Betrieb gehen.

Teilnahme an Bundesprogramm

Sanierung des Freibades

Auch für die Teilnahme am Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ sprach sich der Rat aus. Mit diesem Förderprogramm soll bis 2022 die Sanierung von Freibädern mitfinanziert werden. „Insbesondere sind in Adendorf Maßnahmen am Beckenkopf, dem Sanitär- und Umkleidebereich, der Barrierefreiheit sowie der Heiztechnik (Nahwärmesystem für die öffentlichen Einrichtungen an der Sportmeile) vorgesehen“, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. Der Projektantrag wird derzeit erstellt.

Und noch eine Personalie stand auf der Tagesordnung: Daniela Warncke (ABAE) legte aus persönlichen Gründen ihr Ratsmandat nieder, Nachrücker ist Christian Scholz.

Von Klaus Reschke