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Die Aufgaben von Erzieherinnen sind vielfältig, auch Puppenspiele zur Gewaltprävention gehören dazu. (Foto: t&w)

Erzieherinnen gesucht

Lüneburg. Der Fachkräftemangel schlägt auch bei der Hansestadt Lüneburg durch. 1223 Mitarbeiter sind bei der Stadt beschäftigt. Derzeit werden für 25 Stellen ne ue Kollegen und Kolleginnen gesucht, zum Beispiel Standesbeamte, Sozialarbeiter und Erzieher sowie Verwaltungsbeamte, die auch auf Springerstellen eingesetzt werden sollen. Doch die Suche gestaltet sich schwierig, die Stellenbesetzungen dauern manchmal Monate. Das erklärte Jens Mildner, Fachbereichsleiter der Inneren Verwaltung, jetzt im Finanzausschuss.

Gute Gehälter auf dem freien Markt

Weil die Aufgaben in den vergangenen Jahren stetig gewachsen sind, haben auch die Planstellen kontinuierlich zugenommen. Fast die Hälfte machen Stellen für Erzieherinnen aus, weil die Stadt umfangreich Krippen- und Kita-Plätze schaffen muss. Doch gute Mitarbeiter im Bereich Sozialarbeit zu finden, ist schwierig. Erzieherinnen seien sehr gefragt, machte Mildner deutlich. Auch die Einstellung von Ingenieuren und Technikern ist ein Problem. Der Grund: Die Wirtschaft boomt und auf dem freien Markt locken gute Gehälter. Die Kommunen hingegen sind an den Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst gebunden, da sind die Gehälter vergleichsweise nicht so üppig. Laut Stadtkämmerin Gabriele Lukoschek hat der Arbeitgeberverband darauf reagiert, so dass die Gewährung von Zulagen künftig möglich sein soll.

Aber auch Verwaltungsmitarbeiter sind nicht leicht zu bekommen, weil sie bundesweit sehr gefragt sind, so dass sie sich aussuchen können, zu welcher Behörde sie mit dem besten Angebot gehen können, erklärte Mildner. Er schilderte auch an zwei Beispielen, dass bis zu elf Monate vergingen, bis Positionen neu besetzt werden konnten. Die Gründe waren unter anderem mangelnde Qualifikation oder weil geeignete Bewerber absprangen, so dass es zur erneuten Ausschreibung kommen musste.

Die zunehmende Arbeitsverdichtung in den vergangenen Jahren sowie die Schwierigkeit, vakante Stellen zeitnah zu besetzen, führten in manchen Fällen auch zu Überlastungsanzeigen von Mitarbeitern, erklärte Mildner. Die Stadt würde auf diese Hilferufe reagieren, in dem man versuche, Aufgaben umzuverteilen, Arbeitsprozesse zu optimieren oder eben auch neue Stellen zu schaffen.

Fluktuation ist mit sieben Prozent gering

Die Stadt sei sich bewusst, dass eine lange Belastung zur Demotivation von Mitarbeitern führen könne. Erfreulich ist, dass die Fluktuation mit sieben Prozent bei der Stadtverwaltung im Vergleich zu anderen Kommunen gering ist. Aus Sicht von Mildner hat das zwei Gründe: Lüneburg ist eine attraktive, lebenswerte Stadt, die Verwaltung ein guter Arbeitgeber. Dieser biete, so Gabriele Lukoschek, unter anderem Arbeitsplätze in Teilzeit an, Home-Office-Plätze sind in der Planung und es gibt Angebote im Bereich Gesundheitsmanagement. „Die Stadt hat außerdem das Fami-Siegel, das für einen familienfreundlichen Arbeitgeber steht.“

Von Antje Schäfer

Und noch eine Lücke

Der Landkreis Lüneburg hat derzeit 13 Arbeitsplätze für Teil- und Vollzeitkräfte zu besetzen. Das entspricht bei 650 Beschäftigten auf 571,5 Stellen einem Anteil von etwa 2 Prozent. Die Vakanzen verteilen sich auf nahezu alle Fachdienste und Berufsgruppen. Laut Pressestelle ist es zurzeit kaum möglich, höher qualifizierte Verwaltungsfachkräfte, Beamte sowie Bauingenieure, IT-Fachleute und Ärzte zu gewinnen. „Für den Bereich der Verwaltungskräfte bieten wir zusätzliche Ausbildungsplätze an. Wir wollen den Bedarf möglichst mit eigenen Kräften decken, entsprechend hoch sind die Übernahmechancen für gute Auszubildende. Für die Verwaltungsfachangestellten, die bereits beim Landkreis Lüneburg arbeiten, bieten wir vermehrt den Angestelltenlehrgang II als Entwicklungsmöglichkeit an. In geeigneten Fällen prüfen wir, ob andere Berufsgruppen mit verwaltungsähnlicher Ausbildung auf den Stellen eingesetzt werden können“, erklärt Isabel Wesselink, Pressesprecherin des Landkreises.