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Oberschule Oedeme
Früher Schülerin, jetzt Leiterin: Seit Juli führt Viola Fischer die Oberschule Hanseschule Oedeme. (Foto: t&w)

Lernen, aber auch wohlfühlen

Lüneburg. Nein, als konservativ würde sie sich nicht einschätzen. Auch wenn manch pädagogischer Ansatz von Viola Fischer in diese Richtung deuten könnte. „Der Unterricht muss im Vordergrund stehen“, sagt die 43-Jährige. Seit Juli ist sie die neue Schulleiterin der Oberschule Hanseschule ­Oedeme. Ihre Vorstellungen von einem für ihre Schule passenden Unterricht hat sie aber schon zuvor mit auf den Weg gebracht.

Alle lernen parallel

Parallelität nennt Viola Fischer das Konzept, das sie zusammen mit ihrer Vorgängerin Susanne Kühle umsetzte und das sie so beschreibt: „Alle sollen zur gleichen Zeit das Gleiche lernen.“ Dahinter stehe der Grundgedanke der Vergleichbarkeit des Unterrichts. Das mache nicht nur die Bewertung der Ergebnisse, sondern auch die Vorbereitung des Unterrichts leichter. Mitgebracht hat sie diese Idee vor drei Jahren aus Meckelfeld. Dort startete sie 2003 nach ihrem Referendariat in Vechelde bei Braunschweig als Realschullehrerin für Sport, Deutsch und Religion. 2007 wurde sie dort Konrektorin, vier Jahre später kommissarische Schulleiterin.

Rückkehr in heimatliche Gefilde

2013 kam dann der Wechsel als Konrektorin an die Oberschule Oedeme, wo sie zunächst die bisherige und 2016 erkankte Schulleiterin Susanne Kühle unterstützte. Es war nicht nur eine Rückkehr in heimatliche Gefilde – bis zu ihrem Abitur an der Berufsbildenden Schule wuchs Viola Fischer in Barnstedt auf –, es war auch ein Wiedersehen mit ihrer alten Realschule, die sie vor ihrem Wechsel ans Fachgymnasium besuchte. Heute lebt sie mit ihrem Mann und den beiden Kindern in Lüneburg.

Viola Fischer liebt die Abwechslung. Das war auch der Grund für ihre Bewerbung in Lüneburg, denn sie wusste, dass sie in Meckelfeld kaum Aussichten auf eine Leitungsstelle haben würde. „Es ist nicht gut, eine Schule zu leiten, in der einem die Kollegen vorher erklärt haben, wie es funktioniert.“ Inzwischen glaubt sie zu wissen, wie es funktioniert, auch, weil sie nebenbei als Trainerin in der Konrektoren-Ausbildung tätig war.

Oberschule teilt sich nach der 7.

Dass sie jetzt eine Schule mit 670 Schülern und 82 Lehrern, davon zehn feste Förderschul-Lehrer, leitet, sei „eine interessante neue Aufgabe“. Ihre Devise neben der Konzentration auf den Unterricht lautet: Alle sollen sich wohlfühlen. Das spiegelt sich auch in dem großen Blumenbild, das sie in ihrem Büro aufgehängt hat und für Entspannung sorgen soll. Von ihren Kollegen und dem Schulelternrat erhalte sie viele „positive Signale“, auch für den mutigen Schritt, die Oberschule nach der siebten Klasse wieder in die Zweige Haupt- und Realschule aufzuteilen. „Rückbesinnung“ nennt sie das, was dann doch ein wenig konservativ klingt, für sie aber zu einem „homogeneren Unterricht“ beitrage. Der Erfolg scheint ihr Recht zu geben, „denn seit wir das so machen, haben wir deutlich bessere Hauptschüler“, sagt sie, wohl wissend, dass es mehr ein Bauchgefühl als eine konkret belastbare Aussage ist. „Das hängt natürlich mit vielen Faktoren zusammen.“

Ende der Wanderjahre

Ob ihre Wechselfreudigkeit auch nach Oedeme anhalten wird, glaubt Viola Fischer eher nicht. „Erst in etwa fünfzehn Jahren sind meine Kinder mit der Schule durch, so lange bleiben wir hier. Und dann bin ich 58.“ Ihrem Aktivitätsdrang gibt sie dennoch ausreichend Raum: Mit Tennis, Volleyball, Ski und Snowboard füllt sie ihre Freizeit aus, „ich brauche immer Action“.

Von Ulf Stüwe

One comment

  1. Werner Schneider

    Lese ich richtig: Alle lernen im Gleichschritt? Wo gibt es denn so etwas? Wenn die Hauptschüler wirklich besser werden durch die Trennung nach Klasse 6, dann heißt dies nur, dass das Kollegium Fortbildung zur Binnendifferenzierung braucht. Schade, ich dachte, man könnte aus den Schulen in Oedeme eine IGS machen, wie es ja mal ursprünglich geplant war. Aber dann kam Albrecht ans Ruder ….