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Schloss Bleckede
Dr. Petra-Kristin Bonitz (v. l.), Professor Paul Georg Lankisch und Jens Böther vor der Fassade des Elbschlosses, aus der man bereits schadhafte Steine und Fugen entfernt hat. (Foto: cm)

Ein einzigartiges Bauwerk

Bleckede. Besucher des Elbschlosses in Bleckede sehen von außen derzeit nur die hässliche Plane, die Fassade und Passanten schützt und die emsigen Arbeiten dahinter verbirgt. Ein Blick hinter die Plane zeigt, dass der dichte Wein, der den roten Backstein bedeckte, komplett verschwunden ist. Man sieht bröckelnde Fugen und Risse und Stellen die bereits mit historisch getreuem Material neu verputzt wurden.

Für die umfassenden Sanierungsarbeiten am Schloss fehlte den Bleckedern trotz laufender Arbeiten noch ein kleiner Finanzierungsbaustein von rund 50 000 Euro. Diese Lücke hat jetzt die Deutsche Stiftung Denkmal (DSD) geschlossen. Zur offiziellen Scheckübergabe machte sich Professor Paul Georg Lankisch, Ortskurator Lüneburg der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, im Beisein von Dr. Petra-Kristin Bonitz von Lotto Niedersachsen selbst ein Bild von dem Projekt. „Wir haben ja bereits 2001 die Sanierung des Westflügels unterstützt“, so Lankisch. „Wir freuen uns, dazu beitragen zu können, dieses einzigartige Gebäude zu erhalten.“

Finanzierungskonzept komplett

Rund 1,75 Millionen Euro kostet die Sanierung der Fassade, die Erneuerung der Fenster und die Sanierung und Dämmung des Dachgeschosses. „Es ist ein wirklich freudiges Ereignis“, strahlte Bürgermeister Jens Böther in die Runde. „Jetzt ist unser Finanzierungskonzept komplett.“ Die Unterstützung der DSD sichert die historisch getreue Sanierung der Fenster.

„Jetzt ist unser Konzept zur Finanzierung komplett.“ Jens Böther, Bürgermeister

Der aus der Zeit um 1600 stammende Renaissancebau des Elbschlosses gehört zu den über 390 Projekten, die die private Denkmalschutzstiftung dank Spenden und Mitteln der Glücksspirale allein in Niedersachsen fördern konnte. „Die Fassade ist das letzte Mal in den 60er Jahren angefasst worden“, berichtete Architekt Henryk Reimers. „Wir untersuchen derzeit die Materialien, damit wir schadhafte Stellen mit historisch originalen Werkstoffen sanieren können.“ Derzeit sieht die Fassade ausgesprochen löchrig aus, wo kaputte Steine entfernt oder bröckelnde Gipsmörtelfugen sauber herausgekratzt wurden.

In Inneren des Schlosses wird vor allem das Dachgeschoss saniert. Es soll energetisch ertüchtigt werden und – eine kniffelige Aufgabe – barrierefrei werden. Bei der energetischen Sanierung müssen die Denkmalexperten besonders vorsichtig sein, denn die Dämmung darf nur so gut sein, wie es das Gebäude hergibt. Ansonsten droht Schimmelbefall. „Das wird alles ganz genau berechnet“, so Reimers. Das Gleiche gilt für die Fenster. Hier bleibt es bei der Doppelverglasung. Die historischen Bleiglasfenster außen werden saniert und erhalten, die Innenfenster aber fast alle ersetzt.

Besichtigung am Tag des Denkmals

Das letzte Bausteinchen der Sanierung sind die bemalten Balken im ersten Obergeschoss. „Hier haben wir schon bei der letzten Sanierung Schriftfelder ausgemacht, die wir jetzt wieder sichtbar machen wollen“, erklärt Reimers. Eines ist bereits damals frei gelegt worden, jetzt geht es um die anderen.

Die Fassadensanierung soll noch vor dem Winter abgeschlossen sein, die Innenarbeiten Ende des kommenden Jahres. Wer sich das Ganze genauer ansehen will, hat dazu am Tag des Denkmals, den 9. September, die Gelegenheit. An diesem Tag werden die Architekten von 14 bis 16 Uhr Führungen anbieten und Fragen beantworten.

Von Claudia Misiek