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Frauenpower für die Lange Nacht der Museen: Äbtissin Reinhild Freifrau von der Goltz (Kloster Lüne), Prof. Dr. Heike Düselder (Museum Lüneburg), Sabine Wohlers (Wasserturm) , Judith Peters (Rathaus), Ann-Christin Lepper (Ostpreußisches Landesmuseum) und Hilke Lamschus (Salzmuseum). Foto: ff

Hula Hoop und Wandeln bei Kerzenschein

Lüneburg. Eigentlich hat die lange Nacht der Lüneburger Museen ihren Kalender-Stammplatz im Mai. Diesmal aber steht Sonnabend, der 8. September, im Fokus, das gerade wiedereröffnete Ostpreußische Landesmuseum sollte mit dabei sein. Farbschleuder und Pettycoats, Jazz und der Auftritt von Herzogin Eleonore d`Olbreuse – vielseitig wie die Museen ist ihr Programm.

Alle zwei Jahre koordiniert der Arbeitskreis Lüneburger Museen die Lange Nacht, deren Wurzeln bis in die Neunziger Jahre zurückreichen. Zuletzt, also 2016, wurden 2400 Tickets verkauft. Mit einiger Resonanz ist also zu rechnen, weshalb beispielsweise im bunt illuminierten Wasserturm auf den Ebenen jugendliche Fachleute bereitstehen, jede Stunde gibt es Livemusik, viel mehr ist aber wegen der Enge des vertikalen Museums kaum möglich.

Lesungen und Orgelmusik in der Kirche

Im Kloster Lüne wird das Kunststück versucht, die meditative, mittelalterliche Stille des Hauses möglichst vielen Menschen begreifbar zu machen. Besucher sind eingeladen, mit einer Kerze in der Hand durch den gotischen Kreuzgang zu wandeln, dazu gibt es Lesungen und Orgelmusik in der Kirche.

Lauter darf es im Salzmuseum zugehen, dort kommt noch einmal die Fünfziger-Jahre-Ausstellung mit einer Modenschau zu Ehren, es gibt einen Hula-Hoop-Wettbewerb – der Rekord, von einem Teenager gehalten, liegt übrigens bei 14 Minuten. Salzsieder und -händler erzählen von alten Zeiten und erinnern an das Kernthema des Hauses. Mit schicken Kostümen darf auch im Rathaus gerechnet werden, wenn Personen der Lüneburger Historie die repräsentativen Räume wie etwa den Huldigungssaal vorstellen.

Otterzentrum Hankensbüttel zu Gast

Das Lüneburger Museum zeigt Filme, führt in Zukunft (Vitual Reality) und in die Vergangenheit (Fotos mit einer alten Polaroid, bis sechzig zählen!), nur wenig länger dauern die Porträtzeichnungen von Museumsmitarbeiter Ben Frese, und wer mal eben ein Instrument lernen möchte, lässt sich von Stadtarchäologe Prof. Dr. Edgar Ring in die Kunst der Maultrommel einweihen. Außerdem kommen Gäste vom Otterzentrum Hankensbüttel.

Das Ostpreußische Landesmuseum lockt ebenfalls mit einigen Skurrilitäten, etwa mit einem „Schnelltanzkurs Française“, nicht zuletzt mit einem Schnupperkurs im Brauereimuseum. Kuratoren stellen ihre Abteilungen vor, die Museen runden ihr Angebot mit Führungen sowie Bastel- und Spiel-Programmen für Kinder ab. Wirklich alles lässt sich kaum besuchen, ein Shuttle-Bus hilft Zeit zu sparen, er verbindet im Zwanzig-Minuten-Rhythmus die Häuser. Nähere Infos unter „langenachtdermuseenlueneburg.de“. ff