Dienstag , 25. September 2018
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2,20 Euro für nur zwei Stationen - das erscheint Politikern aus Oedeme und Rettmer überzogen. Sie fordern Kurzstreckentickets, gerade auch für ältere Bürger, die mit dem Euro rechnen müssen. Foto: t&w

Günstiger Busfahren

Lüneburg. Dr. Sabine Mahncke ist überzeugt, dass ein attraktives Angebot nicht nur damit zu tun hat, dass die Busse häufiger fahren. Auch der Preis muss stimmen . So zahlt die Lüneburgerin für vier Stationen 2,20 Euro. Möchte sie dann auch wieder mit dem Bus zurückfahren, kommt sie auf die doppelte Summe. „Das ist unverhältnismäßig.“ In der jüngsten Sitzung des Ortsrates Oedeme schlug die Sozialdemokratin deshalb vor, in Lüneburg Kurzstreckentickets einzuführen wie es sie beispielsweise in Hamburg bereits gibt. Einen Vorteil sieht sie darin gerade für die Ortsteile, die etwas außerhalb liegen.

Zum Einkaufszentrum und zurück für stolze 4,40 Euro

„Dort sollte der Einstieg in den Bus nicht behindert werden, nur weil ich anfangen muss zu rechnen“, sagte sie zu Verkehrsdezernent Markus Moßmann, der zuvor den Entwurf des Nahverkehrsplans für den Zeitraum 2018 bis 2023 und auch die geplanten Verbesserungen für den Stadtteil Oedeme vorgestellt hatte.

Dass man sich auch in Rettmer über ein Kurzstreckenticket freuen würde, betonte Ortsvorsteherin Carmen Maria Bendorf (SPD). „Unsere Senioren fahren zwei Haltestellen bis zum Garbers-Center und zahlen 2,20 Euro.“ Auch Birte Schellmann (FDP) ist der Meinung, dass solche preiswerten Tickets die Attraktivität des Busfahrens steigern könnten. Zudem weist sie darauf hin, dass für manche Bewohner aus Oedeme oder Rettmer schon der Weg zum nächsten Aldi eine Hürde sei. „Wir müssen darüber nachdenken, wie sie dorthin kommen.“

Wer soll das noch kontrollieren?

Moßmann entgegnete: Weil die Forderung nach solchen Fahrkarten schon Gegenstand von anderen Anfragen gewesen sei, habe die Verwaltung in der Vergangenheit bereits mit dem Hamburger Verkehrsverbund (HVV) gesprochen. „2,20 Euro ist der überwiegende Tarif, es gibt einen City-Bereich, der einem nur 1,60 Euro abverlangt.“

Die Preise sowie die Ausgestaltung, dass ein Fahrgast beispielsweise im Bereich A ein- und bei F wieder aussteigt, seien vorgegeben. „Der Kurzstreckentarif ist nicht Bestandteil des Grundtarifs, das zahlt die Stadt Hamburg oben drauf.“ Moßmann deutete an, dass es sich bei dem Angebot um ein schwieriges Thema handele. So arbeitet der Verkehrsverbund an einem E-Ticket, gerade bei Kurzstreckenfahrten würden sich aber Probleme bei der Kontrollierbarkeit ergeben. „Und dann fehlen Einnahmen.“

Von Anna Paarmann