Dienstag , 25. September 2018
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Sie machen eine Ausbildung in der Altenpflege (v.l.): Cornelia Fandrei (30), Zoe Schäfer (18), Keanu Schulz (18), Pascal Rhode (19), Eyleen Raul (23) und Ella Rahming (17). Foto: dth

Altenpflege für Anfänger

Lüneburg. Der nasse Waschlappen, der einem unvermittelt ins Gesicht gedrückt wird, kommt noch. Tatsächlich sollen die neuen Auszubildenden in der Altenpflege schon früh am eigenen Leibe erfahren, wie es ist, wenn ein fremder Mensch sie unangekündigt berührt – damit sie es im Berufsalltag nicht so machen. Sie sollen eine Empathie dafür entwickeln, wie es für Bewohner eines Altenheims ist, von anderen Menschen gepflegt zu werden, sagt Michaela Frede, Studiendirektorin für den Bereich Gesundheit und Pflege an den Berufsbildenden Schulen (BBS) III in Lüneburg. Mit dem jetzt begonnenen neuen Ausbildungsjahr können nun auch Quereinsteiger und Umschüler in der BBS III die schulische Ausbildung absolvieren.

Kapazitäten nutzen

Damit die Agentur für Arbeit die BBS III als schulische Ausbildungsstätte für Umschüler in der Altenpflege akzeptiert, musste die Schule einen Zertifizierungsprozess durchlaufen. „Mit Erfolg“, sagt Schulleiterin Christiane Pätz. Zum einen musste die Schule als Bildungsträger die Prüfung bestehen sowie der Ausbildungsgang selbst. Seit 2011 bietet die BBS III die Berufsfachschule Altenpflege unter ihrem Dach an. Studiendirektorin Frede sagt: „Unser erstes Anliegen ist: Wir wollen den Mangel an Fachkräften in der Region lindern.“

In den vergangenen Jahrgängen zählte die Berufsfachschule jeweils unter 20 Plätze. Um die Kapazitäten voll auszunutzen zu können, sind die neuen Umschüler nun herzlich willkommen. Mit Blick auf den jüngsten Jahrgang sagt Frede: „Noch für ungefähr zwei Drittel der Schüler ist es eine Erstausbildung.“ Die nun stärkere Altersdurchmischung in den Klassen durch die Quereinsteiger tue dem Unterrichtsklima gut, sagt Pätz. Zu denen, die in der Altenpflege eine neue berufliche Perspektive suchen, gehört Cornelia Fandrei (30). Die gelernte Einzelhandelskauffrau arbeitete zuletzt unter anderem in einem Autohaus und hat nun im Alten- und Pflegeheim in Westergellersen angeheuert. „Ich freue mich, wenn ich alten Menschen helfen kann, ihre Lebensqualität zu verbessern. Und man erfährt so viel Dankbarkeit, das gibt es in anderen Berufen so nicht“, sagt Fandrei.

„Wir wollen den Mangel an Fachkräften in der Region lindern.“ – Michaela Frede, Studiendirektorin

Die Ausbildung zum Altenpfleger ist dual organisiert und dauert drei Jahre. Davon entfallen 2400 Stunden auf den schulischen Teil sowie 2500 auf die betriebliche Ausbildung. Wer vorher eine Ausbildung zum Pflegeassistenten gemacht hat, kann im 2. Ausbildungsjahr einsteigen. Ansonsten ist ein Realschulabschluss oder ein gleichwertiger Bildungsstand Voraussetzung.

Von Dennis Thomas

One comment

  1. bei der ausbildung fehlen die verletzenten sprüche , die alte menschen drauf haben, ohne ihre folgen zu bedenken. ich kenne einige . die vielfallt in dieser richtung ist erstaunlich.