Aktuell
Home | Lokales | Der Herbst klopft an Lüneburgs Tore
Foto: Mahler/lz

Der Herbst klopft an Lüneburgs Tore

Deutsch Evern. Wetterfronten aus Westen leiten ab dem Wochenende eine frühherbstliche Witterungsphase ein. Grund sind Tiefdruckgebiete, die vom Atlantik über di e Nordsee nach Skandinavien ziehen.

Nach einem überwiegend trockenen Sonnabend mit noch recht viel Sonnenschein und rund 22 Grad, ziehen von Sonntag bis Mittwoch immer wieder Schauer oder Regen über das Land. Dabei frischt der Südwest- bis Westwind mitunter ordentlich auf und die Sonne ist oft nur ein Zaungast. Während die Höchstwerte im Kreis Lüneburg nur noch 18 bis 20 Grad erreichen, bleiben die Nächte mit 12 bis 14 Grad vergleichsweise mild. Ob danach zur Monatsmitte ein stabiles Hoch über Mitteleuropa den Altweibersommer einläutet, oder der Herbst in eine neue Runde geht, muss noch abgewartet werden.

Historisch heißer Sommer in weiten Teilen Nord- und Ostdeutschlands

Mit dem August ging ein denkwürdiger, für die Landwirtschaft im Lichte der Klimaerwärmung sogar beunruhigend heißer, extrem trockener und sehr sonniger Sommer zu Ende. Angesichts der Hitze, der Niederschlagsarmut und der vielen Sonnenstunden fühlte man sich oft ans Mittelmeer versetzt. Grund war der schon aus dem Mai heraus anhaltend hohe Luftdruck von Nordwesteuropa bis Skandinavien. Im letzten Juli­drittel verlagerte sich dieser ostwärts. Damit konnte bis weit in den August hinein immer wieder Heißluft vom Mittelmeer Norddeutschland fluten. Das Zusammenwirken von hohen Temperaturen, der intensiven Sonneneinstrahlung und ausbleibenden Niederschlägen sorgte für Ernteeinbußen sowie viele Brände in Wald und Flur.

Anders als im bundesweiten Temperaturschnitt war der Sommer 2018 in weiten Teilen von Nord- und Ostdeutschland der heißeste und niederschlagsärmste mindestens seit Messbeginn. Selbst in den wenigen bis weit in die erste Hälfte des 19. Jahrhundert zurückreichenden Klimareihen lassen sich vergleichbare Werte in dieser Kombination nicht finden.

In Sachen Hitze wurden die Spitzensommer 2003 oder 1992 in Nordostniedersachsen verbreitet getoppt. Gleiches galt für die Niederschläge, die die Grenze von 100 Liter pro Quadratmeter aus den Dürresommern 1911 und 1959 teils deutlich unterschritten. Bestmarken gab es bei den Sommer- (über 25 Grad) und Heißen Tagen (über 30 Grad). Wendisch Evern meldete 52 Sommer-, darunter 18 Heiße Tage. Die Sommerwerte an der Messstation Wendisch Evern: Mitteltemperatur 19,4°C (Abweichung +2,3°C); Niederschlag: 93 mm (44 Prozent vom Soll); Sonne: 763 Stunden (122 Prozent vom Soll).

Wetter in Zahlen

Rekordwerte im August

Der August in Lüneburg/Wendisch Evern im Vergleich zum Klimamittel (1981-2010)

Monatsmittel: 19,6°C (Abw. 2,0°C)
Maximum: 36,7°C (7. August)
Minimum: 8,2°C (26. August)
Sommertage (Max. mind. 25°C): 17 (normal 11)
Heiße Tage (Max. mind. 30°C): 7 (normal 2)
Niederschlag: 45 mm (64% v. Soll)
Sonnenschein: 241 Std. (119% v. Soll)

Reinhard Zakrzewski