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Das Plangebiet an der Hamburger Landstraße. Foto: Landkreis/Kleinebrahm

Hofkamp darf wachsen

Bardowick. Rund 35 neue Bauplätze könnten inmitten des Altbestands im Bardowicker Südosten entstehen. Das ist das Ziel der geplanten Nachverdichtung im Domflecken. In dem Siedlungsteil, der in den 1960er-Jahren entstanden war, soll Bauen in zweiter Reihe erlaubt werden und Möglichkeiten für Anbauten geschaffen werden. Nach dem Bauausschuss gab am Dienstagabend der Verwaltungsausschuss des Fleckenrats grünes Licht für den Entwurf des neuen Bebauungsplans „Bardowick Süd-Ost“, der in Teilen drei ältere Pläne im Gegenzug aufhebt. Das Areal misst insgesamt rund 170 000 Quadratmeter Fläche und erstreckt sich hauptsächlich über das bestehende Wohngebiet Hofkamp.

Die meisten Grundstücke über 1000 Quadratmeter groß

„Für ein klassisches Baugebiet aus den 60er-Jahren ist das der erste Plan dieser Größe, der bei uns jetzt ins Verfahren geht“, sagt Sandra Ahlers vom Bardowicker Bauamt auf LZ-Nachfrage. Damit soll durch Nach- und Innenverdichtung neuer Wohnraum geschaffen werden, ohne weitere Flächen im Außenbereich zu verbrauchen. Einschließlich Nebenanlagen könnte die zusätzliche bauliche Versiegelung im Innenbereich mehr als 6000 Quadratmeter betragen, heißt es.

Die meisten bestehenden Grundstücke im Plangebiet sind mit über 1000 Quadratmetern nach heutigen Maßstäben relativ großzügig geschnitten. Nur die Grundstücke am Daniel-Freese-Weg und An der Lehmkuhle sind deutlich kleiner. Das ausgenutzte Maß der baulichen Nutzung ist aber überwiegend noch unter den Möglichkeiten. Gleichwohl soll für alle Bereiche die vorgeschriebene Grundflächenzahl (GRZ), also der Anteil der bebaubaren Fläche, erhöht werden. Überwiegend soll eine GRZ von 0,25 festgesetzt werden, also ein Viertel des jeweiligen Grundstücks dürfte bebaut werden. Teilweise liegt die bisherige tatsächliche Nutzung sogar bei unter 0,1. Profitieren dürften von der Änderung vor allem Grundstücksbesitzer in den Bereichen der Straßen Hofkamp, Hugo-Friedrich-Hartmann-Straße oder westlich Schwarzer Weg. Dort könnten teilweise neue Einfamilienhäuser in zweiter Reihe entstehen, sofern eine Mindestgrundstücksgröße von jeweils 600 Quadratmetern eingehalten wird.

Lockerung bei Vorgaben für Sonnenkollektoren

Eingeschränkt wären hingegen die Entwicklungsmöglichkeiten auf den Grundstücken entlang der Hamburger Landstraße. Wegen der Nähe zu benachbarten Gewerbeflächen hält die Bauverwaltung dort eine zusätzliche Baureihe aus Immissionsschutzgründen auch weiterhin „nicht für vertretbar“, heißt es im Entwurf des neuen Bebauungsplans. Ahlers sagt: „Aber Anbauten wären dort denkbar.“
Nach einem ersten Beteiligungsverfahren will der Flecken zudem eine Anregungen der Nabu Kreisgruppe aufgreifen und die Vorgaben für Sonnenkollektoren im gesamten Plangebiet lockern. Die Beschränkung auf 50 Prozent der Dachfläche pro Dachseite könnte nun aufgehoben werden. Da Sonnenkollektoren zur Wärmeerzeugung für Heizung und Brauchwasser helfen, lokal Abgase zu vermeiden.

von Dennis Thomas