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Velo-Route
Der Radweg auf dem Bahndamm der ehemaligen Buchholzer Bahn. (Foto: t&w)

Kritik an „Velo-Route“

Vögelsen. Ausgerechnet der Gemeinderat Vögelsen wirft nun den Projekt-Initiatoren der „Velo-Route“ Knüppel in die Speichen: Auf Antrag der SPD-Fraktion sprach sich der Rat bei seiner jüngsten Sitzung aus gegen einen weiteren Ausbau des Rundwegs auf dem Bahndamm der ehemaligen Buchholzer Bahn. Die Vögelser Kommunalpolitiker möchten ihre Freizeitroute so belassen, wie sie ist. Entgegen möglicher Planungen einer durchgehenden Fahrrad-Trasse auf dem Bahndamm von Lüneburg bis Buchholz in der Nordheide. Die Anrainer-Kommunen entlang der ehemaligen Bahnstrecke von dieser Idee begeistern möchte seit Monaten der Ingenieur Eckhard Scheibler, mit Unterstützung des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) in Winsen/Luhe. Dabei wurde der Vögelser Rundweg immer wieder als Vorbild genannt.

Decke aus Beton-Recycling-Material

Im März 2007 hatten Vögelsen begonnen, auf dem von der Bahn abgekauften Damm der stillgelegten Bahntrasse einen zwei Meter breiten Fahrradweg anzulegen. Damals wurde eine zehn Zentimeter dicke Decke aus Beton-Recycling-Material aufgebracht, mit Unterstützung von Mitarbeitern der Lebenshilfe sowie Landwirten aus der Samtgemeinde Bardowick. Es war der Beginn für den grünen Rundweg rund um den Ort. Den wollte nun aber Ratsherr Detlef Stange (SPD) nun nicht mehr als Radweg verstanden wissen. Bei der Begründung des Antrags seiner Fraktion sagte er: „Der grüne Ring um Vögelsen soll ein Fußweg sein, auf dem man auch Fahrradfahren kann.“ Außerdem wachse der Weg an den Seiten immer weiter zu.

Durchgehenden Landschaftsradweg

Stange: „Wir bezweifeln, dass eine bauliche Verbreiterung möglich wäre.“ Auch Unterhaltungspflichten sieht er kritisch, sollte der Weg im Rahmen einer „Velo-Route“ ausgebaut werden. In der schriftlichen Fassung bezieht sich der Antrag allerdings explizit auf die Entwicklung eines „Radschnellweges auf der ehemaligen Buchholzer Bahntrasse“. Doch ein Radschnellweg wird von der Velo-Routen-Initiative dort gar nicht gefordert. Vielmehr geht es den Fahrradaktivisten um einen durchgehenden Landschaftsradweg, „der als Infrastrukturmaßnahme die Städte Buchholz und Lüneburg für den Alltagsradverkehr, wie für Touristen interessant macht“, hieß es kürzlich bei einem Workshop des ADFC zur Velo-Route. Parallel lässt die Metropolregion Hamburg mögliche Radschnellwege prüfen, unter anderem zwischen Lüneburg und Hamburg. Die Velo-Route könnte dann als Querverbindung dienen, so eine Überlegung.

Doch auch einem Streckenausbau rund um Vögelsen für touristische Zwecke erteilte Stange eine Absage. „Bei einem regelmäßigen Begegnungsverkehr könnten wir die Strecke für die Naherholung vergessen.“

Von Dennis Thomas

One comment

  1. Zitat: „Vielmehr geht es den Fahrradaktivisten um einen durchgehenden Landschaftsradweg, „der als Infrastrukturmaßnahme die Städte Buchholz und Lüneburg für den Alltagsradverkehr, wie für Touristen interessant macht“,…“

    Ist es denn noch ein wirklicher Landschaftsradweg wenn er für Radfahrer komplett komfortabel versiegelt wird? Und wie viele Radfahrer werden es sein die in unserer schnelllebigen Zeit einen derartigen Weg alltäglich von Buchholz nach Lüneburg nutzen. Ich denke hier ist der Wunsch der Vater des Gedankens.

    Wir haben vor einigen Jahren einen Fahrradurlaub in Bayern gemacht. Es war eine vorgegebene tägliche Tour und jeden Abend war eine Unterkunft für Übernachtung und Verpflegung organisiert. Dabei sind wir viel über nicht versiegelte Feld- und Waldwege gefahren. Das ist zwar vom Komfort nicht vergleichbar mit asphaltierten Radwegen, aber es ist Naturnah und autentisch. Deshalb auch ein besonders schönes Erlebnis. Das sind dann für mich Landschaftsradwege. Aber da mag es unterschiedliche Auffassungen und Vorstellungen geben.