Aktuell
Home | Lokales | Gellersen | Tatort Parkplatz in Reppenstedt
Parkplatz Reppenstedt
Diese frisch markierte Parkplatzfläche im Reppenstedter Wagnerring erhitzt die Gemüter. (Foto: dth)

Tatort Parkplatz in Reppenstedt

Reppenstedt. Anwohner Lothar Stuttkewitz kann es nicht fassen: „Vor Jahren hat hier die Gemeinde Strafzettel für das Parken im Kurvenbereich verteilt, weil Müllwagen und Rettungswagen Probleme hatten, da um die Ecke zu kommen. Das ist für mich jetzt der größte Schildbürgerstreich, den es gibt. Dazu fällt mir nichts mehr ein.“ Die Rede ist von einem neu markierten Parkplatz, wo selbst die Gemeindeverwaltung früher eine Sperrfläche für sinnvoller gehalten hat, um dort Parken ausdrücklich zu verbieten. Tatort des vermeintlichen Schildbürgerstreichs ist der Wagnerring in Reppenstedt.

Sicherheitsaudit „Heidekamp“

In frischem Weiß strahlt die neue Park-Markierung, angrenzend an einen engen Kurvenverlauf in der Tempo-30-Zone zwischen den Wohnhäusern. Die Umsetzung geht auf eine Entscheidung vom Jahresbeginn 2016 zurück, das sogenannte Sicherheitsaudit „Heidekamp“ umzusetzen. Dabei ging es vor allem um die Schaffung neuer Parkplätze, an denen es dort sichtlich mangelte. Insgesamt 20 öffentliche Parkplätze sollten geschaffen werden, im Wagnerring war das besonders knifflig.

Ein Planungsbüro hatte 2015 für die Gemeinde Reppenstedt Punkte ausgeguckt, wo neue Stellflächen entstehen könnten. Sie schlugen auch vor, eine kleine Grünfläche im Wagnerring zwischen Wohnhäusern und einer Garagenanlage zu entfernen, um dort gleich zwei neue Parkflächen einzurichten. Dabei ging Anwohnern wie Stuttkewitz „ohnehin schon auf den Geist, dass genau neben der Grünfläche stets jemand seine Familienkutsche abstellte“.

„Stattdessen sollte in der Kurve eine Sperrfläche markiert werden, um zu verdeutlichen, dass dort Parken verboten ist.“ – Verwaltungsstellungnahme aus dem Jahr 2016

Auch die Gemeinde sah das seinerzeit in einer Stellungnahme kritisch. Zu den genau dort vorgeschlagenen neuen Stellplätzen schrieb die Verwaltung: „Die Ausführungen des Planungsbüros sind nicht umsetzbar. Stattdessen sollte in der Kurve eine Sperrfläche markiert werden, um zu verdeutlichen, dass dort Parken verboten ist.“ Denn das Sichtdreieck aus der dort abgehenden Sackgasse würde eingeschränkt, so die Argumentation. Allenfalls die Grünfläche könne tatsächlich für neue Stellflächen herhalten.

Rat von der Straußenaufsichtbehörde

Die Grünfläche ist geblieben und zusätzlich wurde nun die Parkmarkierung daneben gesetzt. Laut Reppenstedts Gemeindedirektorin Susanne Stille hätte sich seinerzeit die Gemeinde Rat von der Straußenaufsichtbehörde beim Landkreis Lüneburg eingeholt. Die hätte nichts gegen einen Parkplatz an der Stelle einzuwenden gehabt und die Gemeindeverwaltung ließ sich überzeugen. Entsprechend wurde von der Kommunalpolitik der Beschluss gefasst. Dass die Parkplatzmarkierungen allerdings erst jüngst aufgebracht wurden, erklärt Stille damit, dass die ausführende Firma jetzt erst dagewesen sei, um mehrere Aufträge abzuarbeiten.

Von Dennis Thomas

One comment

  1. Nun, was können wir von einer Behörde, die Straußen beaufsichten soll anderes erwarten 😉 ?
    Nein, die Fehler wurden schon bei der Planung des Wagnerringes und deren Umgebung gemacht. Da ist in der Nähe eine große Wohneinheit für betreutes Wohnen und die Einfamilienhäuser sind dicht an dicht gebaut. Aber an hinreichend Parkfläche hat Niemand gedacht, bringt ja auch kein Geld, kostet nur, also einsparen! Wenn man nun in der Mozart- oder Beethovenstraße wohnt und Gäste/Freunde einlädt, kann man dann sehen wo die ihre Fahrzeuge hinstellen.