Dienstag , 18. September 2018
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Schulleiter Bleckede
43 Jahre alt, zweifacher Vater, wohnt in Hittfeld: Ulf Gerkensmeyer, der neue Leiter der Realschule Bleckede. (Foto: t&w)

Ein Versprechen zum Antritt

Bleckede. Eine Realschule musste er in Hittfeld gerade abwickeln. Eine neue durfte Ulf Gerkensmeyer jetzt in Bleckede übernehmen – „und die“, sagt er, „will ich um jeden Preis erhalten“. Es ist ein Versprechen, das viele in der Elbestadt von dem neuen Leiter der Realschule erwarten dürften. Denn auch dort stand vor gerade mal anderthalb Jahren die Zukunft der letzten reinen Realschule im Landkreis Lüneburg auf der Kippe. Zum Ärger vieler Bleckeder.

Wie vielerorts sollten auch an der Elbe die Haupt- und die Realschule Platz machen für eine Oberschule. Doch die Pläne scheiterten vor allem am Protest der Eltern. Dass das Vorhaben noch einmal auf den Tisch kommt, kann sich Gerkensmeyer nicht vorstellen. „Mir gegenüber hieß es von allen Seiten, das Thema wäre erledigt“, sagt er und findet: Gut so. „Denn ich bin überzeugt von der Realschule.“

Nicht bis zur Rente in Bleckede 

Dennoch macht der 43 Jahre alte Hittfelder, Vater eines 14 und eines 16 Jahre alten Sohnes, kein Geheimnis daraus, dass er in Bleckede nicht bis zur Rente bleiben will. „Das heißt nicht, dass ich morgen wieder gehen will“, sagt er, „aber in 20 Jahren will ich nicht mehr hier sein.“ Um nicht irgendwann festzustecken im „Das-machen-wir-schon-immer-so“-Modus, hält er einen regelmäßigen Wechsel an der Spitze einer Schule für wichtig. Wenig überraschend ist denn auch sein Plan, manches in Bleckede künftig anders zu machen als sein Vorgänger Rolf Parlow.

Bevor er aber das präsentiert, was er verändern will, ist es ihm wichtig festzustellen, „dass diese Schule schon jetzt richtig gut ist“. Ein außergewöhnlich breites und qualitatives Nachmittagsangebot. Ein sehr engagiertes Kollegium. Tolle Schüler. „Das sind die Dinge, die mir positiv aufgefallen sind.“

Dennoch hat Gerkensmeyer Pläne. Er möchte zum Beispiel „ein bisschen mehr Freiraum für Neues“ in der Schule schaffen, dafür „ein bisschen weniger regeln“. Auch eine Schülerfirma möchte er gründen, die Produkte mit dem 3-D-Drucker erzeugt und verkauft. In den Klassenräumen möchte er die technischen Voraussetzungen schaffen, „damit die Schüler das Material, was sie gerade auf ihrem Handy, ihrem Tablet oder Laptop haben, per Beamer an die Wand werfen können“. Und er wünscht sich neue Software, „doch bevor wir die anschaffen können, muss ich einen Überblick über die Finanzen bekommen“, sagt er.

Guter Unterricht und qualifizierte Lehrer

Viele Ideen, viele Ambitionen, doch konzentrieren will sich Gerkensmeyer vor allem auf zwei Ziele: „Einen guten Unterricht und qualifizierte, gesunde Lehrer.“ Das, sagt er, „ist aus meiner Sicht die Hauptaufgabe eines Schulleiters“. Seine Karriere als Lehrer begann nach dem Studium in Hamburg in Hittfeld. Dort wurde er nach fünf Jahren Konrektor, nach sieben Jahren Rektor der Realschule. Als er am Ende seiner fünfjährigen Schulleiterzeit kaum mehr Schüler hatte, die Realschule kurz vor der Auflösung stand, nutzte er die Zeit, um nebenbei die Arbeit in einem Gymnasium, einer Oberschule und einer Integrierten Gesamtschule kennenzulernen. „Von daher weiß ich, wovon ich spreche, wenn ich sage: Die Realschule gefällt mir am besten.“

Von Anna Sprockhoff

One comment

  1. Er muss gar keine neue Software anschaffen? Die Leo-App der SLG Aachen sorgt für eine Selbstorganisation vieler lästiger und zeitraubender Vorgänge innerhalb von Schulen?
    Ich glaube Schülern dieses Meisterstück von Schülern zu präsentieren öffnet viele Türen, ganz besonders was „hoffnungslose Fälle“ angeht?

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