Donnerstag , 20. September 2018
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Sportpark
Mehr als vier Millionen Euro soll das Vorzeigeprojekt des TSV Radbruch kosten. Im Zentrum des Sportparks steht das Vereinsheim. Die Realisierung des Projekts kannn ein Förderprogramm des Bundes möglich machen. (Grafik: architekten simon-exner-kersten)

Traum zum Greifen nah

Radbruch. Seit rund zwei Jahren plant der TSV Radbruch an einem Projekt, das lange viel zu ambitioniert für das Dorf erschien. Ein Sportpark mitten im Dorf mit Fußball- und Tennisplätzen, einem Vereinshaus und einer Trendsport-Arena, umgeben von einem Bürgerpark, in dem alle Radbrucher sich erholen und Sport treiben können – diese Idee entstand im Rahmen diverser Workshops zur Neu-Orientierung des Vereins. Dass der sein derzeitiges Domizil neben dem Gasthaus Sasse mittelfristig räumen musste, war lange klar. Mit einem neuen Standort wollte sich der Verein ein neues Gesicht geben. Das Ergebnis dieses Prozesses war der Sportpark.

Förderprogramm des Bundes lässt Verein hoffen

Der Rat unterstützte das Projekt in allen Belangen, die Finanzierung des Parks, der rund 4,2 Millionen Euro kosten soll, war aber ungewiss. Mit Unterstützung der Samtgemeinde haben die Radbrucher ein Förderprogramm des Bundesinnenministeriums entdeckt, das den Traum des TSV wahr machen könnte. Der Antrag ist gestellt, nun warten sie, dass im Oktober die Entscheidung über die Förderung fällt.

Im August war man in der Samtgemeinde auf das Förderprogramm gestoßen, das mit einer Fördersumme von bis zu vier Millionen Euro für ein Projekt wie das in Radbruch wie maßgeschneidert war. Dann galt es, innerhalb von knapp einem Monat den Förderantrag fertigzustellen. „Geschafft haben wir das nur durch die wirklich ausgezeichnete Vorarbeit des TSV und mit Unterstützung der Samtgemeinde“, bedankte sich Bürgermeister Rolf Semrok jetzt im Rahmen der Gemeinderatssitzung beim Sportverein und bei der Verwaltung in Bardowick für das Engagement, das es trotz der Urlaubszeit ermöglichte, den Antrag fertigzustellen.

„Wir müssen diese Chance nutzen, denn sie ist einmalig.“ – Rolf Semrok, Bürgermeister

Bei der Ausarbeitung des Antrags hatte man eigentlich mit einer Förderquote von 45 Prozent für das Projekt gerechnet. „Die Gemeindebelastung wäre zusammen mit anderen Fördertöpfen für die Gemeinde gerade eben so tragbar gewesen“, berichtete Semrok. Doch dann entdeckte man in den Förderrichtlinien einen Punkt, der dem Radbrucher Projekt noch einmal in die Hände spielte. Gemeinden, die sich in einer Haushaltsnotlage befinden, werden vom Förderprogramm mit 90 Prozent der Investitionssumme unterstützt. Radbruch kann seinen Haushalt weder im laufenden Jahr noch im kommenden Jahr ausgleichen. Was bisher im Rat zu heftigen Kontroversen führte, entpuppte sich damit als echter Glücksfall: Die Kommunalaufsicht bescheinigte der Gemeinde, dass sie sich in einer Notlage befindet. Damit war der Weg frei, die 90-prozentige Förderung zu beantragen. Wird das Radbrucher Projekt ausgewählt, wird es mit 3,745 Millionen Euro vom Bund gefördert. Für die Gemeinde bleibt ein Eigenanteil von gut 400 000 Euro, der über vier Jahre zu bestreiten ist.

Rat steht geschlossen hinter dem Projekt

„Wir müssen diese Chance nutzen, denn sie ist einmalig“, plädierte Bürgermeister Rolf Semrok dafür, dass der Rat den entsprechenden Beschluss fasst, der dem Antrag noch nachzuliefern war. Bei allen Ratsmitgliedern rannte er damit offene Türen ein. „Wir können damit nur gewinnen“, befand Achim Gründel für die SPD-Fraktion. „Wir müssen zustimmen“, so Inge Schmidt für die CDU. Auch Samtgemeindebürgermeister Heiner Luhmann, der extra zur Ratssitzung nach Radbruch gekommen war, plädierte für das Projekt. „Wenn Sie einen Rückzieher machen, dann weiß ich nicht, was wir falsch gemacht haben“, so Luhmann. Einstimmig fiel der Entschluss für den Förderantrag. Jetzt heißt es in Radbruch Daumendrücken bis Oktober. Dann sollen die Projekte, die in der Fördermaßnahme landen, bekannt gegeben werden. „Zumindest aus dem Umweltministerium, das eine Vorprüfung vornahm, habe ich bisher positive Reaktionen bekommen“, verriet Arndt Conrad, stellvertretender Verwaltungschef der Samtgemeinde.

Von Franzis Waber

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