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Auch Kinder- und Jugendfeuerwehren präsentieren sich beim riesigen Feuerwehrtag in der Innenstadt. Zum Flugplatz fahren Busse, denn Interessierte können auch die Feuerwehrflieger bestaunen. Foto: t&w

Lüneburg unter Blaulicht

Lüneburg. Die Salz- und Hansestadt wird zur Feuerwehrstadt: Am Wochenende 22./23. September feiert der Landesfeuerwehrverband sein 150-jähriges Bestehen. Daniel Roemer, der als Pressesprecher mit zum Organisationsteam gehört, rechnet mit rund 1000 Kameraden, die aus ganz Niedersachsen an die Ilmenau reisen, darunter 500 Mädchen, die an einer großen Freizeit teilnehmen und in der Theodor-Körner-Kaserne untergebracht werden. Doch es dürften auch Tausende Besucher kommen, denn die Feuerwehr stellt ein üppiges Programm auf die Beine.

Große Schau mit rund 70 Einsatzfahrzeugen

Zwischen dem Kinderfest im Clamartpark und im Liebesgrund, in dem sich Organisationen wie Rettungsdienst und Technisches Hilfswerk neben Firmen präsentieren, wird ein Parcours aufgebaut, rund 70 rote Kolosse werden zu bestaunen sein. „Vom Oldtimer bis zum modernen Löschfahrzeug“, sagt Roemer. Auf den Einkaufsmeilen stehen Feuerwehrleute als Ansprechpartner bereit, um über ihre ehrenamtliche Arbeit zu informieren.

Die ist breit gefächert. Die Feuerwehr rückt an bei Bränden und Verkehrsunfällen, Spezialisten kommen aber auch zu Bahnunglücken oder wenn Chemikalien auslaufen, sie helfen unter anderem mit Tauchern bei Schiffsunglücken oder wenn Menschen in Flüssen und Seen vermisst werden. Auch Beratung spielt eine Rolle, ein Stichwort ist der Brandschutz.

Musik, Spiele und Vorführungen

Landesweit sind in gut 3200 Feuerwehren knapp 130.000 ehrenamtliche Helfer organisiert. Sie sind vor Ort, in ihrem Dorf, ihrer Stadt, ihrem Landkreis aktiv. Aber sie rücken auch an, wenn die lokalen Verbände allein überfordert sind. Einheiten aus der Region sind vergangenes Jahr in Richtung Harz gefahren, um dort beim Hochwasser zu helfen. Die Kreise Lüneburg und Lüchow-Dannenberg erfuhren in der Vergangenheit Hilfe, als die Elbe mehrmals gewaltig anschwoll.

Als Medienpartner bietet der NDR mit der Feuerwehr ein Programm mit zahlreichen Vorführungen auf der Bühne am Sand an. Die Jugendfeuerwehr organisiert im Clamartpark ein Kinderfest. Zahlreiche Aktivitäten, Spiele und vieles mehr sorgen für Unterhaltung. Niedersachsens Feuerwehrmusikzüge sorgen mit Klassikern bis zu modernen Stücken für einen musikalischen Rahmen. Am Sonntag wird auch der Markt bespielt, dann wird unter anderem ein Wassercontainer aufgebaut, in dem Taucher ihre Arbeit zeigen.

Von Carlo Eggeling

Ein Blick ins Geschichtsbuch

Lüneburger engagieren sich landesweit

Lüneburg wird zur Bühne, weil sich hier bereits vorher eine Feuerwehr gebildet hatte. Die Wurzeln lagen 1854 im Arbeiter-Bildungsverein und dann beim Männerturnverein (MTV), zehn Jahre später erfolgt die offizielle Gründung mit Johannes Westphal an der Spitze.

Der Landesfeuerwehrverband notiert: „Johannes Westphal und Hermann Schäfer der Ältere gehörten zu den Mitbegründern des Niedersächsischen Landesfeuerwehrverbandes im Jahre 1868. Dazu gehörte aus Lüneburg noch Johannes Busse als Kassenführer. Die Gründungsversammlung fand in Harburg statt. Harburg-Wilhelmsburg war bis 1937 noch eine selbstständige Stadt und gehörte damals erst mit zum Königreich Hannover und später zur preußischen Provinz Hannover. Der Verband wurde am 26. Juli 1868 unter dem Namen Niedersächsischer Provinzial Feuerwehrverband gegründet.“