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Feuerwehr Konzept
Männer – und natürlich auch Frauen – , die durchs Feuer gehen, verdienen auch einen besonderen Schutz. Politik und Verwaltung sind gefordert, die Bedingungen zu verbessern. (Foto: Gerhard Seybert)

Ein ganzes Bündel von Problemen

Lüneburg. Ob es tatsächlich die 20 bis 30 Millionen Euro sein werden, wie derzeit hinter vorgehaltener Hand gemunkelt werde, könne er nicht sagen. „Aber in die Millionen wird das gehen“, ist sich Christian-Tobias Gerlach sicher. Die Umsetzung des neuen Feuerwehrkonzepts dürfte die Stadt einiges kosten, sagt der CDU-Ratspolitiker und Vorsitzende des Feuerwehrausschusses. Dass die Stadt jetzt Geld für einen verbesserten Gesundheitsschutz der Einsatzkäfte in die Hand nehmen will, sei richtig, betreffe aber nur einen Teil der anstehenden Probleme.

„Wir haben eine Menge Baustellen“, sagt Gerlach. Die bessere Erreichbarkeit von Einsatzorten im Osten und teilweise auch Westen der Stadt zähle ebenso dazu wie die Erneuerung des Fahrzeugparks, die Ausstattung der Einsatzkräfte oder auch Fragen der Personalplanung. Zwar habe die Stadt in den vergangenen Jahren einiges auf den Weg gebracht. Doch allein bei den Zugriffszeiten bestehe großer Handlungsbedarf. „Allein schon wegen der geplanten A39 wird die Stadt um eine neue Wache-Ost wohl nicht herumkommen“, ist Gerlach überzeugt.

Keine Einwände gegen Sonderzufahrten zur A39

Wie sehr dieses Thema auch anderen Gemeinden auf den Nägeln brennt, sei jetzt in Bienenbüttel deutlich geworden. Wie berichtet, werden dort Sonderzufahrten zur A39 für Einsatzfahrzeuge gefordert, was von den dortigen Grünen abgelehnt wird. Sie befürchten, die Zufahrten würden auch von normalen Autofahrern genutzt, wodurch es zu ungewolltem Zusatzverkehr komme. „Das ist an den Haaren herbeigezogen“, findet Gerlach, „ich habe noch nicht erlebt, dass da jemand durchfährt.“ Entscheidend sei vielmehr, dass Rettungsfahrzeuge schnellstmöglich am Unfallort eintreffen. Hier seien nun Planer und zuständige Behörden gefordert, Lösungen zu präsentieren, „Aufgabe der Politik ist es, auf Probleme aufmerksam zu machen“.

Erfreulich sei, dass die Stadt inzwischen die Notwendigkeit einer Brandschutzbedarfsplanung erkannt habe, sagt Gerlach, „auch vor dem Hintergrund, dass man so etwas vor Jahren noch als unnützes, 150 000 Euro teures Hochglanzpapier abgelehnt habe.“ Es sei daher zu begrüßen, dass die Verwaltung ihr Konzept, wie von Sicherheitsdezernent Markus Moßmann im jüngsten Feuerwehrausschuss in Aussicht gestellt, noch in diesem Jahr vorlegen will.

Appell an die Fürsorgepflicht der Stadt

Ein deutliches Bekenntnis wünscht sich Gerlach auch zur hauptamtlichen Wachbereitschaft. Dass diese zu Lasten der ehrenamtlichen Kräfte gehe, sehe er nicht, „aber es entlastet sie in den anstrengenden Nachtstunden“. Hier sei die Stadt in ihrer Fürsorgepflicht gefordert. „Man sollte aufhören, bei diesem Thema Unsicherheiten zu schüren“, sagt Gerlach mit Blick auf die aus seiner Sicht unberechtigten Sorgen von ehrenamtlichen Einsatzkräften, wonach diese dann nicht mehr zu den „spannenden Einsätzen“ gerufen werden könnten. „Eher das Gegenteil ist der Fall.“

Positiv vermerkt Gerlach indes, dass die Stadt die Einsatzkäfte künftig besser vor krebserregenden Stoffen schützen will, denen sie bei Brandeinsätzen ausgesetzt seien. So möchte die Stadt kurzfristig 188 000 Euro für neue Schutzbekleidung und die Beschaffung einer Stiefel­waschanlage und eines Trockenschranks ausgeben und hofft auf Zustimmung in der Ratssitzung am Mittwoch, 19. September (17 Uhr, Huldigungssaal des Rathauses).

Das Vorgehen der Verwaltung bezeichnet Gerlach dennoch als „mit heißer Nadel gestrickt“. Für einen effektiven Gesundheitsschutz bedürfe weitaus mehr, „etwa eine effektive Schleusenregelung an allen Standorten“ – bauliche Veränderungen, die richtig ins Geld gingen.

Von Ulf Stüwe

3 Kommentare

  1. Bienenbüttel, Sonderzufahrt zur A39…

    Wenn ich die aktuellen Straßenkatern richtig lese, endet die A39 von Norden kommend vor Lüneburg (Lüneburg Nord) und von Süden kommend bei Wolfsburg. Wie und wo soll denn hier die Sonderzufahrt geschaffen werden?

    Oder wird hier von einem Planungsentwurf gesprochen, der in ferner Zukinft vielleicht realisiert werden könnte, falls die A39 irgendwann einmal zwischen den beiden „Endstellen“ gebaut wird?

  2. Sonderzufahrten: Sollte die Politik in Lüneburg demnächst durchbrennen, die Lunte ist nur noch knapp einen 1cm lang, wäre Bienenbüttel am schnellsten Vorort. Die Erste Wahl. In 10min am Brandherd. Die Lunte hat ein max. Zeitwert von na Raten Sie mal…