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Mit dem Lastenrad auf Tour: (v.l) Christina Ruschmeyer von der Sparkasse, Oberbürgermeister Ulrich Mädge, Malte Meyners (Radspeicher), Fahrrad-Beauftragter Sebastian Heilmann und Renate Backhaus von der Sparkassenstiftung. Foto: t&w
Mit dem Lastenrad auf Tour: (v.l) Christina Ruschmeyer von der Sparkasse, Oberbürgermeister Ulrich Mädge, Malte Meyners (Radspeicher), Fahrrad-Beauftragter Sebastian Heilmann und Renate Backhaus von der Sparkassenstiftung. Foto: t&w

Flinke Lastenesel auf zwei Rädern

Lüneburg. Die Lüneburger Autofahrer merken es gerade wieder: überall Baustellen, überall Stau. Mit dem Rad ginge es schneller. Einen Anreiz zum Umstieg von vier auf zwei Räder wollen Stadtverwaltung, Sparkassenstiftung und Malte Meyners vom Geschäft Rad am Bahnhof geben: Vom 29. September an können sich Interessierte im Fahrradparkhaus an den Gleisen Lastenräder ausleihen.

Kunden wählen zwischen drei Modellen: Die Elektro-Lasten-esel können mit einer geschlossenen Kiste, einem offenen Behälter oder als Kindermobil mit drei Plätzen ausgeliehen werden. Pro Tag sind 25 Euro fällig, für eine Woche zahlt man 125 Euro. Zum Vergleich: In Hamburg berappe man 40 Euro pro Tag, sagt Meyners. In Lüneburg subventioniert die Stiftung das Modell.

Sparkassenstiftung fördert das Projekt

Die Sparkassenstiftung fördert Projekte in verschiedenen Bereichen, einer davon trägt den Titel Nachhaltigkeit. Die ehemalige stellvertretende Landrätin, Renate Backhaus, leitet diesen Fonds. Sie sagt: „Wir klagen über Lärm und Luftverschmutzung in der Stadt, das Rad ist eine Alternative. Deshalb wollen wir zum Umstieg motivieren.“ Ein Beispiel: „Der Weg zur Kita bedeutet für Kinder die Rückbank im Auto, es geht auch mit so einem Rad.“

Es ist ein bisschen gewöhnungsbedürftig mit dem Lastenrad zu fahren, ergab eine Probefahrt. Es ist länger und schwerer als ein normales Fahrrad, die Lenkung liegt versetzt. Aber nach einer kurzen Eingewöhnung fährt sich so ein großes Gerät gerade durch die elektrische Unterstützung ganz famos.

„Man könnte das System ans Stadtrad anbinden“

Carsten Junge, Geschäftsführer der Stiftung, berichtet, dass seine Kollegen die Räder auch genutzt haben und sehr zufrieden seien. Meyners nennt einen Handwerker, der sich so ein Lastenrad anschaffen will. Sein Material und Werkzeug bekomme er gut mit: „Und die Suche nach einem Parkplatz fällt weg.“

Oberbürgermeister Ulrich Mädge kann sich vorstellen, das Angebot auszuweiten, wenn die Nachfrage stimmt: „Man könnte das System ans Stadtrad anbinden.“ Das ist das schon bestehende Leihangebot der roten Räder, die an mehreren Standorten in der Stadt stehen.

Malte Meyners feilt noch an Details. Ausleihen kann man die Modelle zu den Öffnungszeiten am Radspeicher. Auch ein online-Kalender soll angelegt werden, um von zu Hause aus zu gucken, ob ein Rad zu haben ist.

Von Carlo Eggeling

One comment

  1. Ansich eine gute Idee. Nur leider ist die Straßensituation in Lüneburg nicht unbedingt fahrradtauglich. Das schreib ich als Jemand, der seit über vierzig Jahren sehr oft per Rad die Stadt durchkreuzt. Ehemals „brauchbare“ Straßen, die gut asphaltiert waren, sind mittlerweile mit Katzenkopfstein gepflastert. Meinem Auto ist’s egal. Meinem Hintern und Rücken auf’n Rad nicht. Und leider sind die Radwege (wenn’s sie denn gibt) teilweise so eng, dass man mit Lastenräder Probleme bekommt. Als Handwerker in der Innenstadt würde ich eher den Hackenporsche benutzen.