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So fröhlich wie das Logo suggeriert, mit dem die Marketing GmbH für Lüneburg wirbt, geht es bei der Gesellschaft nicht immer zu. Vor allem an der Spitze gibt es immer wieder Wechsel. Foto: t&w

Verwaltung schmettert Anfrage zum Marketing ab

Lüneburg. Kein Fall für eine öffentliche Debatte im Ausschuss, sondern Sache des nicht-öffentlichen Aufsichtsrates sei die Zukunftskonzeption für die Lüneburger Marketing GmbH (LMG). Mit der Präsentation eines Konzeptes kann es aber noch dauern, denn das soll der neue Geschäftsführer vorlegen. Das erklärte Erste Stadträtin Gabriele Lukoschek, die auch Vorsitzende des Aufsichtsrates der LMG ist, im Wirtschaftsausschuss.

Wie berichtet, hatte die Jamaika-Gruppe eine Anfrage in den Wirtschaftsausschuss getragen. Darin wollte sie von der Verwaltung wissen, was die Ursachen für den häufigen Geschäftsführerwechsel bei der LMG sind, welche Zukunftspläne die Verwaltung für die LMG hat, wer die Neubesetzung der Chef-Position übernimmt und welche Anforderungen dafür gestellt werden. Als Grund dafür benannte Dr. Monika von Haaren (Grüne), Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses, dass die Zukunftspläne in den vergangenen Monaten immer wieder angekündigt worden seien, passiert sei aber nichts.

Lukoschek hatte in der Dezember-Sitzung des Ausschusses, als dieser mehrheitlich einer Erhöhung des jährlichen Zuschusses für die LMG um 100.000 Euro zugestimmt hatte, gesagt, dass es mit dem Geschäftsführer Claudio Patrik Schrock-Opitz Überlegungen zur Entwicklung und Stabilisierung der Gesellschaft gebe. Ende Mai sollen im nicht-öffentlichen Aufsichtsrat Entwurfsplanungen vorgestellt worden sein. Inzwischen steht nur eines fest: Schrock-Opitz geht, ein neuer Chef muss her.

Verwaltung der falsche Adressat

Sichtlich verärgert zeigte sich Lukoschek über die Anfrage. Es sei nicht Sache der Verwaltung, wie es mit dem Marketing weitergehen soll, erklärte sie. Denn die Stadt sei nur eine von neun Gesellschaftern und halte nur 25 Prozent der Anteile. Der nicht-öffentliche Aufsichtsrat habe die Aufgabe, bestimmte Entscheidungen zu treffen, die Geschäftsführung zu kontrollieren und auch darüber zu entscheiden, wer Interims-Geschäftsführer ab dem 1. Oktober werden soll. Zwei Mitglieder des Rates seien im siebenköpfigen Aufsichtsrat vertreten, der freue sich über eine politische Meinungsbildung. Wenn es um Fragen an die Aufsichtsratsvorsitzende gehe, „verweise ich auf den nicht-öffentlichen Teil des Ausschusses“, machte Lukoschek deutlich.

Aus Sicht von Frank Soldan (FDP) sei es vernünftig, sich als Wirtschaftsausschuss darüber zu informieren, wie es mit der LMG weitergehen soll. „In öffentlicher Sitzung erste Gedanken dazu zu formulieren, halte ich nicht für richtig“, meinte das Mitglied der Jamaika-Gruppe. Michèl Pauly (Linke) hielt die Anfrage der Gruppe hingegen im öffentlichen Teil für richtig angesiedelt. „Wir haben das finanzielle Engagement ausgebaut, darüber sollten wir Mitspracherecht haben.“ Dass alles Sache des Aufsichtsrates sei, halte er für falsch. In Anbetracht der knappen Antwort von Lukoschek sei das finanzielle Engagement zu überdenken.

Aufsichtsrat tagt zum Interims-Chef

Die Frage, wohin die Reise gehe, gehöre erstmal in den Aufsichtrat. Der sei gefordert, nicht die Verwaltung. Für die öffentliche Sitzung sei das eine „überflüssige Anfrage“, denn es sei eine „konzeptionelle Geschichte“, hielt Klaus-Dieter Salewski (SPD) dagegen. Im Übrigen sei man oberflächlich über die Dinge in der LMG informiert. Wolfgang Goralczyk (CDU) erinnerte daran, dass mit der Erhöhung des Zuschusses eine Konzeptidee verbunden sei. „Es ist unsere Aufgabe, das Konzept einzufordern.“ Goralczyk und Claudia Schmidt (Grüne) betonten, dass Schrock-Opitz gute Arbeit geleistet habe. Deshalb stelle sich die Frage, warum es zum häufigen Wechsel auf der Chef-Position komme und ob Strukturen geändert werden müssten.

Monika von Haaren hielte es für falsch, „zu warten, was aus dem Aufsichtsrat kommt“. Die Verwaltung müsse doch Vorstellungen haben zur künftigen Ausrichtung. „Die anderen Gesellschafter haben auch Vorstellungen“, konterte Salewski. Diskutiert werden müsse laut Soldan daher auch, ob der Gesellschaftsvertrag geändert werden müsse.

Der nicht-öffentliche Ausichtsrat tagt am Freitag. Da soll es auch um den Interims-Chef gehen.

Von Antje Schäfer

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5 Kommentare

  1. Und jedem der ein bisschen Ahnung hat wie die Dinge in unserer Welt – im speziellem bei der Politik so laufen, sollte damit nun eindeutig klar sein, dass bei der LMG absolut nichts richtig, in geordneten Bahnen und ohne geklüngel läuft, anderen Falles gäbe es überhaupt keinen Grund die Öffentlichkeit auszuschließen

  2. der aufsichtsrat als geheime kommandosache? so geheim, dass nicht mal die verwaltung der stadt weiß was los ist? ob das der grund ist, warum hier so vieles schief läuft? von weglaufen ganz zu schweigen? wie war das noch mit der transparenz?

  3. „Die anderen Gesellschafter haben auch Vorstellungen“, konterte Salewski.

    Mit Kämmerin Gabriele Lukoschek, Adendorfs Bürgermeister Thomas Maack sowie den Ratsherren Philipp Meyn und Heiko Meyer dominieren vier zackige Gefolgsleute aus Mädges Prätorianergarde den LMG-Aufsichtsrat. Dazu kommen die weitgehend ahnungslose Ratsdame Sonja Jamme, der meist vages „Visionäres“ blubbernde Koofmich-Präse Michael Zeinert und die beiden an ein kleines, enges Klientel gebundenen Interessenvertreter Matthias Mantau (Schausteller) und Dirk Günther (Kurmittel).

    Wenn es sich denn bei den Anstehenden „Beratungen“ um eine „konzeptionelle Geschichte“ handelt, wie Klaus-Dieter Salewski (SPD) meint, erhebt sich dann nicht die Frage, was diese Leute eigentlich während der trüb-soliden dreieinhalbjährigen Ära von LMG-Geschäftsführer Claudio Patrik Schrock-Opitz gedanklich-konzeptionell bis zum heutigen Tag fürs Stadmarketing geleistet haben?

    Weniger als nullkommanüscht, wenn ich das richtig sehe.

    Die Marketing-Kompetenz der beiden Damen und der sechs Herren tendiert gegen Null. (Der beste Beleg dafür ist der verzweifelt chaotische Überlebenskampf der aus dem Sinkflug in den Sturzflug übergehenden IHK Lüneburg-Wolfsburg mit Herrn Zeinert an der Spitze.)

    Wie kann die Frage, „wohin die Reise gehe, erstmal in den Aufsichtsrat gehören“?

  4. Wenn eine solche Anfrage durch die Verwaltung – in diesem Fall durch die Kämmerin und erste Stadträtin Gabriele Lukoschek – beantwortet wird, muss dies wahrheitsgetreu sein und muss vollständig sein, also darf keine wesentlichen Inhalte weglassen. Seit vorgestern weiß ich nun, dass ganz wesentliche Fakten, die der ersten Stadträtin vorlagen und unbedingt zur Beantwortung gehört hätten, uns nicht gegeben worden sind. Dieses Weglassen wesentlicher Informationen ist nichts anderes als eine Lüge. Die Verwaltungsspitze hat uns im Wirtschaftsausschuss am Montag angelogen, so klar muss man das heute sagen.

    • Die Verwaltungsspitze hat uns im Wirtschaftsausschuss am Montag angelogen, so klar muss man das heute sagen.
      geht das ungestraft?