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Baustellen
Immer wieder Stau: Auf der Erbstorfer Landstraße geht es in diesen Tagen nur sehr langsam voran. (Foto: be)

Der Frust der Autofahrer

Lüneburg. Lüneburg scheint mal wieder im Verkehrschaos zu versinken. Diesen Eindruck bekommen Autofahrer, die in diesen Tagen die Baustelle an der Bockelmannstraße umfahren und dafür auch größere Umwege in Kauf nehmen. Dass eine weitere Baustelle nun auch noch an der Erbstorfer Landstraße eingerichtet wurde, stößt bei vielen auf Unverständnis.

„Es ist chaotisch“, berichtet KVG-Mitarbeiter Timo Kniestädt. Seit vor zwei Tagen der Verkehr einspurig an der Baustelle an der Erbstorfer Landstraße in Höhe der Anschlussstelle der Ostumgehung vorbeigeführt wird, gehe mitunter nichts mehr. „Wir haben mehrere Linien, die auf dieser Strecke unterwegs sind und vor allem in Spitzenzeiten kaum vorankommen.“ Bis zu 40 Minuten betragen laut Timo Kniestädt die Verspätungen.

Verspätungen von bis zu einer Stunde

Ähnlich beschreibt die Situation ein Lüneburger Taxifahrer. „Das läuft völlig ungeregelt an der Baustelle“, sagt der Mann, der namentlich nicht genannt werden möchte. Selbst bei grüner Ampelphase könne der Verkehr häufig nicht fließen, weil schwere Baustellenfahrzeuge die Straße blockierten. „Wie kann man das nur so planen?“

Eine ganze Stunde stand auch Stefan Bohlmann im Stau. Der Redakteur der Landeszeitung hatte sich von seinem Zuhause in Lüdershausen auf den Weg in die Redaktion gemacht, war extra über Scharnebeck gefahren, um dem Engpass an der Baustelle Bockelmannstraße auszuweichen. „Hinter Erbstorf ging nichts mehr“, berichtet Bohlmann, der sich inzwischen fragt, wie Autofahrer den vielen Baustellen in der Stadt überhaupt noch ausweichen sollen.

Denn wegen der Bockelmannstraße ist inzwischen auch die Hamburger Straße stadteinwärts häufig dicht. Bisweilen staut sich der Verkehr an der Anschlussstelle Lüneburg-Nord bis auf die Autobahnabfahrt. Und mit der seit Dienstag bestehenden Baustelle an der Universitätsalle ist es nun auch mit der freien Fahrt gen Süden vorerst zu Ende.

Voraussichtlich noch bis Freitag Abend müssen Autofahrer sich an der Erbstorfer Landstraße in Geduld üben, „danach sind dann wenigstens schon mal die großen Baufahrzeuge weg“, verspricht Stadtpressesprecherin Suzanne Moenck. Endgültig beendet sein sollen die Arbeiten Ende der kommenden Woche. Ebenso die Arbeiten an der Universitätsallee. Allerdings soll es dann gleich mit dem nächsten Abschnitt auf der Willy-Brandt-Straße zwischen Amselweg und Munstermannskamp weitergehen. Voraussichtliche Dauer: etwa anderthalb Wochen.

Warum es überhaupt zu dieser gehäuften Baustellensituation gekommen ist, erklärt Suzanne Moenck so: „Wir haben einen großen Investitionsstau, viele Arbeiten müssen erledigt werden, das dafür erforderliche Zeitfenster ist aber recht schmal.“ Dass die Arbeiten an der Bockelmannstraße länger brauchen, sei nicht absehbar gewesen. Deshalb laufe das jetzt auch zum Teil parallel. Beauftragte Baufirmen könnten leider nicht einfach auf einen anderen Termin verschoben werden.

Investitionsstau muss abgearbeitet werden

Verständnis für die Baustellensituation zeigt Karl Parnow-Kloth aus Moorfeld. „Ich habe schon Respekt vor den Leuten, die trotz laufenden Verkehrs da arbeiten.“ Allerdings mache ihn die Situation vor einem anderen Hintergrund nachdenklich: „Wie soll das gehen, wenn wir hier demnächst die A 39 haben und bei einem Unfall der ganze Verkehr dann durch die Stadt geführt wird?“

KVG-Mitarbeiter Timo Kniestädt plagen vorerst andere Sorgen: „Die Kollegen im Bus arbeiten bereits am Limit, länger als neun Stunden am Tag dürfen sie nicht fahren.“ Zwar würde die KVG in diesem Fall auch mal Taxen einsetzen, „doch die stecken dann ja genauso im Stau fest“.

Die Stadtverwaltung empfiehlt, die Baustellen weiträumig über die Ostumgehung zu umfahren, in die Stadt komme man über die Bleckeder und die Dahlenburger Landstraße sowie die Konrad-Adenauer-Straße.

Von Ulf Stüwe

4 Kommentare

  1. … so so: „über die Belckeder Landstraße und Dahlenburger Landstraße kommt man in die Stadt“ Schon mal ab ca. 15 Uhr versucht, über diese Straßen in / durch die Stadt zu kommen? Da ist viel Geduld gefordert! Selbst über die Friedrich-Ebert-Brücke (Konrad-Adenauer-Str.) hat man verloren. Man kommt zwar relativ zügig auf die B4, aber rechts weg Richtung Reichbachstraße ist absolut kein Genus!

  2. Was hier an Geld verbraten wird möchte man besser nicht ausrechnen. Handwerker, Lieferanten, Dienstleister aller Art…. Irgendwer ist für den Investitionsstau verantwortlich. Übernimmt der die Kosten?

  3. der stau hilft beim nachdenken. er kann nicht groß genug sein. um so mehr strassen ,um so mehr autos, um so mehr staus. im moment ist zum klo fahren besonders in. die abgase duften um die wette.

  4. Erschreckend, wie viele Autos unterwegs sind, das fiel mir sonst nie so auf. Also, da hilft nur eins: Fahrrad fahren! Es ist ein Genuss, an der Baustelle Bockelmannstraße vorbei zu fahren und die Lise-Meitner-Straße ohne Probleme überqueren zu können – ich komme mir manchmal vor wie auf einer Fahrradstraße. Absolut entspannend…und schneller als mit dem Auto bin ich auch !