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Anna Elisabeth Arp, die Großmutter von Udo Jürgens, auf dem Motorrad von Wilhelm Linnmann. Foto: privat/Anne Bullermann

Hommage an einen Musikstar

Amelinghausen/Drögennindorf. Für Pianist und Sänger Mathias Bozó aus Bienenbüttel ist der 2014 verstorbene Sänger und Entertainer Udo Jürgens ein großes Vorbild . Schon im Alter von elf Jahren intonierte er dessen Lieder. Unter dem Titel „Bozó singt Jürgens“ laden er und der Verein Regionale Kulturlandschaft (RegioKult) für Freitag, 21. September, ab 19.30 Uhr zu einem Konzert in den Kultursaal des Rathauses Amelinghausen ein.

Bei der Hommage an den Musikstar wird Bozó dessen bekannte Gassenhauer, aber auch weniger bekannte Lieder und Chansons singen und mit persönlicher Note präsentieren. Zudem wird er dem Publikum auch Geschichten über die Texte oder die Songs von Udo Jürgens erzählen, der unter dem Namen Jürgen Udo Bockelmann Mitte der 1940er-Jahre als Kind bei seinem Onkel Gert in Barendorf aufgewachsen ist und das Lüneburger Johanneum besuchte.

Anna Elisabeth Arp berät Großindustriellen

Unbekannt war bislang, dass Vorfahren des Musikers in den 1920er-Jahren in der Region Amelinghausen gelebt hatten. Das hat jetzt Heimatforscher Hans-Friedrich Müller herausgefunden. Anna Elisabeth Arp, Udo Jürgens Großmutter, hatte sich nach sechsjähriger Ehe 1914 von ihrem Mann scheiden lassen. Mit ihren zwei Kindern, Joachim und Käthe (die spätere Mutter von Udo Jürgens), stand sie allein da. „Eine geschiedene Frau war in der damaligen Kaiserzeit eine sozial ausgegrenzte Person“, sagt Müller.

1920 kam sie laut Müller als Hausdame mit ihren zwei Kindern in Drögennindorf auf den Lindenhof. Heute ist er im Besitz der Familie Bullermann. Damals hatte der Großindustrielle Wilhelm Linnmann aus Essen das Anwesen gekauft und das ehemalige Bauernhaus zu einem stattlichen Landhaus umgebaut. „Bei der Planung und insbesondere der Einrichtung der vielen Räume soll Anna Elisabeth Arp mit ihren guten Ideen und ihrem beispielhaften Geschmack dem Besitzer eine große und auch willkommene Hilfe gewesen sein“, sagt Müller.

Verbindung nach Barendorf entstand in dieser Zeit

Ihre Tochter Käthe Arp habe in der Drögennindorfer Zeit, wohl auch durch das gesellschaftliche Leben im Hause von Wilhelm Linnmann, die Familie Bockelmann vom Gut Barendorf und dort ihren späteren Mann Rudolf kennengelernt. Sie heiratete ihn, kurz nachdem ihre Mutter Lilli 1930 den Lindenhof verlassen hatte, und zog nach Österreich/Kärnten auf das Gut Schloss Ottmanach. Ihr Sohn Jürgen Udo Bockelmann kam 1934 in Klagenfurt zur Welt.

Von Marcel Baukloh