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Mehrfach mussten Fußballspiele auf dem Sportplatz an den Sülzwiesen wegen Unbespielbarkeit des Platzes abgesagt werden. Das soll bald ein Ende haben. Foto: be

Hoffen auf das große Geld

Lüneburg. Lange schon stehen sie auf dem Wunschzettel Lüneburger Sportvereine, nun könnte es klappen: die in die Jahre gekommenen Sportanlagen auf den Sülzwiesen und am Hasenburger Grund sollen auf Vordermann gebracht werden. Mehr als fünf Millionen Euro kostet die Sanierung, zu viel für die klamme Stadt. Die hat nun einen Weg gefunden, wie es dennoch klappen könnte: Sie muss nur nachweisen, dass sie kein Geld hat.

Sülzwiesen-Platz soll Regionalliga-tauglich werden

„Bei Kommunen mit einer nachgewiesenen Haushaltsnotlage ist eine Förderung von 90 Prozent möglich“, heißt es in der Vorlage, mit der die Verwaltung in der jüngsten Ratssitzung ein 100 Millionen Euro schweres Förderprogramm des Bundes vorstellte. Dieser will damit Kommunen bei der Sanierung ihrer Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur unterstützen. Die eingereichten Projekte sollen zum „gesellschaftlichen Zusammenhalt und zur sozialen Integration“ beitragen und auch einen „Beitrag zum Klimaschutz aufweisen“.

Bei der Stadt kommt das Programm wie gerufen, bietet es doch die Chance, den Platz an den Sülzwiesen endlich auch für die Spiele des LSK Regionalliga-tauglich zu machen. Dort müssen nicht nur die Zuschauerflächen erweitert werden, auch eine LED-Flutlichtanlage und eine Lärmschutzwand sind vorgesehen. Vor allem aber soll die Rasenspielfläche „witterungsunabhängig“ werden und ein neues Bewässerungssystem bekommen, um Spielausfälle künftig zu vermeiden. Bei der Sportanlage Hasenburger Grund – es ist die am meisten ausgelastete Anlage für den Kinder- und Jugendfußball – sollen die Umkleideräume und Sanitäranlagen durch einen Neubau ersetzt werden. Kosten für beide Projekte: 5,3 Millionen Euro.

Eigentanteil von 531 000 Euro der Stadt

Oberbürgermeister Ulrich Mädge musste bei den Ratsmitgliedern nicht lange für das Vorhaben werben, die wollten gleich „nach Vorlage“ abstimmen, auf Erläuterungen, wie die Stadt ihren Eigenanteil – immerhin 531 000 Euro – stemmen will, wurde verzichtet. Dass die Stadt ihre Projekte beim Bund bereits eingereicht hatte, weil Antragsfristen ansonsten verstrichen wären, war für den Rat kein Problem, „wir hätten die Anträge sonst aber auch wieder zurückgezogen“, schob Mädge nach, der zu hohe Erwartungen aber auch drosselte: „Das Förderprogramm ist fünffach überzeichnet.“ Ob Lüneburg mit seinen beiden Projekten zum Zuge kommen wird, steht daher aber noch in den Sternen.

Im Rat kam das Vorhaben gut an, er votierte einstimmig für das millionenschwere Paket, das dem Sportausschuss in dessen nächster Sitzung am 19. Oktober vorgestellt werden soll.

von Ulf Stüwe

3 Kommentare

  1. Willy J.G. Bräunling

    Lizenzauflagen in den fünf deutschen Regionalligen:

    Es muss ein Stadion mit mindestens 10.000 Zuschauerplätzen vorhanden sein, von denen wenigstens 2.000 Sitzplätze sein müssen. Für Zweitmannschaften der Lizenzligen ist eine Kapazität von 5.000 Plätzen ausreichend, wenn ein passendes Ausweichstadion für Spiele mit hohem Zuschaueraufkommen existiert. Presse- und Ehrentribüne müssen überdacht sein, außerdem muss mindestens ein Drittel der Sitzplätze überdacht sein. Eine Flutlichtanlage mit einer angemessenen Beleuchtungsstärke ist genauso vorgeschrieben wie ein Naturrasenspielfeld und eine Rasenheizung.

    Nichts gegen Sport und Sportvereine. Aber in Lüneburg will man so ein Stadion mitten in die Stadt stellen? Und zur Verzierung mit einer Lärmschutzwand versehen! Geht’s noch? Un ausreichende Beleuchtungsstärke und Rasenheizung hört sich auch so gar nicht nach Klimaschutz an.

  2. „Die in die Jahre gekommenen Sportanlagen auf den Sülzwiesen und am Hasenburger Grund sollen auf Vordermann gebracht werden. Mehr als fünf Millionen Euro kostet die Sanierung“. Die „klamme Stadt muss nur nachweisen“, dass sie kein Geld hat, um 90% der Kosten zugeschossen zu bekommen? Wie weist „eine Stadt“ sowas nach, deren Verwaltungshäuptlinge sich gerade anschicken, „ihre“ Gremien zum Votum zu drängen, mutmaßlich mehr als 25 Millionen Euro an Baukosten und Alimentationen in eine Hoppe-Bahlburg zu pulvern, die außer zwei cleveren Event-Geschäftsleuten niemandem fehlt und die darüber hinaus auf einem für diesen privatwirtschaftlichen „Mehrzweck“ ungeeigneten Gelände errichtet werden soll? Siehe dazu auch Artikel und Kommentare hier: https://blog-jj.com/2018/09/14/lueneburgs-arena-nimmt-mit-der-kosten-salami-taktik-kurs-auf-die-schmerzgrenze/#more-742

    Ich zitiere außerdem mal Frau „Innsiderin“, die vor drei Tagen folgenden flammenden Verzweiflungsappell in Richtung der Kreistagsmitglieder auf den Weg gebracht hat:

    „Andrea Nahles hat es heute getan um Vertrauen zurückzugewinnen. Sie hat ‚einen Fehler zugegeben‘. Respekt hierfür. Fehler werden gemacht. Man zieht die Reißleine und entschuldigt sich, um Schaden abzuwenden oder sogar Bereicherungen abzuwenden. Warum geben die Lüneburger Politiker sich nicht einfach einen Ruck und sagen das desaströse Fiaskoprojekt „Arena“ ab ? Noch ist kein Schaden entstanden. Die Politiker hätten die Möglichkeit das völlig verloren gegangene Vertrauen der Lüneburger Bürger zurückzugewinnen. 99 % aller Lüneburger, in Stadt und ! Landkreis interessiert die Randsportler der SVG überhaupt nicht. Sie haben null Interesse, da sie nicht einmal.Kenntnis von deren Dasein haben. Keiner versteht mehr, warum das viel zu teure, sinnlose Projekt jetzt immer teurer wird und der Steuerzahler immer mehr zahlen soll, obwohl es null Interesse gibt. Das müssen die Politiker, gleich welcher Partei, doch erkannt haben. Liebe Volksvertreter: Bitte vermeiden Sie das Millionengrab am Rande der Stadt- im Sinne der 99 % Gegnerschaft der Arena. Ich gönne jedem seinen Sport. Aber diese (sorry) Schwachsinn muss gestoppt werden, bevor großer der Schaden entsteht. Ich regelmäßig die LZ oder ein Institut an, eine Umfrage bei den Bürgern zu machen, ob sie hinter dem Projekt überhaupt stehen. Ich hoffe, mein Kommentar wird bei unseren.Politikern, die überwiegend gute Arbeit leisten, zur Kenntnis genommen.“
    Quelle: https://www.landeszeitung.de/sport/volleyball/234122-video-svg-laedt-zum-lueneburg-cup#comment-68221

    • ein netter versuch, mit logik ,der politik der verschwendungen, beizukommen. wird nicht klappen. dazu braucht es b-gene. schmunzeln.