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Bis auf das Fundament und die Bodenplatte ist der Abriss der abgebrannten Echemer Grundschule abgeschlossen. Nun geht es um die Frage, wie ein Neubau dort aussehen soll. Foto: t&w

Zurück auf der Tagesordnung

Echem. Lange war es still um die Zukunft der Grundschule Echem. Nun, fast anderthalb Jahre nach dem Brand, liegt ein erster Entwurf für den Neubau der Grundschule Echem auf dem Tisch, steht das Thema wieder oben auf der Tagesordnung von Politik und Verwaltung. Läuft alles nach Plan, hofft Samtgemeindebürgermeister Laars Gerstenkorn (CDU) noch in diesem Jahr einen Bauantrag beim Landkreis Lüneburg einreichen und im Frühjahr 2019 „endlich“ den ersten Spatenstich machen zu können.

Bis dahin gibt es allerdings noch einige Hürden zu überwinden, etliche Fragen zu klären. So muss sich zunächst die Politik auf einen gemeinsamen Entwurf einigen. In einem ersten Schritt haben in den vergangenen Tagen Bauausschuss und Fraktionsvorsitzende beraten und den Vorentwurf angepasst. Das Prinzip dabei: Die ganz große Lösung, die das Lüneburger Architekturbüro Meyer Arc der Samtgemeinde vorgelegt hat, zusammenstreichen, bis sie realisier- und bezahlbar ist.

Nicht nur die Kosten sprechen gegen große Lösung

Mehr als 2000 Quadratmeter Grundfläche umfasst der erste Gebäudeentwurf und ist damit fast doppelt so groß wie die alte Schule. „Dass das so nicht umsetzbar ist, stand von vornherein fest“, sagt Gerstenkorn. Der Plan sollte vielmehr als Arbeitsgrundlage dienen, „damit wollte die Architektin zeigen, was theoretisch möglich wäre“. Geschätzte Kosten für die große Variante: „weit mehr als vier Millionen Euro.“ Deutlich zu teuer.

Doch nicht nur die Kosten sprechen gegen die große Lösung. „Auch mit Blick auf die Versicherung müssen wir in etwa wieder das bauen, was wir vorher hatten.“ Nach den ersten beiden Beratungen habe man die Grundfläche von 2000 Quadratmetern bereits deutlich reduziert. „Nun hat mich die Politik beauftragt, mit der Versicherung über diese Variante zu beraten.“

Viel entscheidender als diese Frage ist allerdings auch anderthalb Jahre nach dem Brand noch immer eine ganz andere: Zahlt die Versicherung und wenn ja, wie viel? Gerstenkorn hält sich dazu wie gewohnt bedeckt, hofft allerdings auf eine baldige Lösung. „Die Versicherung hat umfangreiche Nachforderungen gestellt, die haben wir zusammengestellt und abgegeben.“ Nun erwarte er zeitnah eine Nachricht.

Neubau soll auf einem freien Baufeld entstehen

Offen ist auch die Frage, wie die Versicherung die Gebäudereste – Bodenplatte und Fundamente – bewertet. Seit Monaten laufen die Ermittlungen des Gutachters, ob eine Weiterverwendung sinnvoll ist oder nicht. „Da aber keine Firma bereit war, Rechnungen anzustellen, ob die Weiterverwendung oder der Abriss günstiger wäre, hat die Versicherung nun einen Statiker beauftragt.“ Der habe die Bauteile vor Mitte September begutachtet, um nun seine eigenen Berechnungen zu erstellen.

Unabhängig davon hat der Samtgemeindeausschuss inzwischen seine eigene Entscheidung getroffen: Die Gebäudereste sollen nicht in die Vorplanungen miteinbezogen, sondern abgerissen werden. Der Neubau soll auf einem freien Baufeld entstehen. „Bis zum Termin des Statikers mussten Bodenplatte und Fundamente allerdings noch erhalten bleiben“, sagt Gerstenkorn, „nun hoffe ich, dass wir zumindest den Abriss zeitnah zu Ende bringen können.“

Von Anna Sprockhoff

Sachstand

Erweiterung in Hohnstorf

Nach dem Brand im April 2017 hat die Samtgemeinde Scharnebeck die Echemer Schulklassen an die Grundschule nach Hohnstorf verlegt. Das bringt das denkmalgeschützte Gebäude an seine Kapazitätsgrenzen, sodass sich die Politik für einen Um-, gegebenenfalls auch einen Anbau entschieden hat. Die ersten Zeichnungen lagen bereits im November 2017 vor, es folgten Beratungen in den Ausschüssen sowie im Schulelternrat und der Lehrerschaft. Ergebnis war eine Reihe von Anregungen und Fragen, die im Zuge der Beratungen zu Echem nun ebenfalls auf der Tagesordnung der Politik stehen.

Der Entwurf des Architekturbüros Oldenburg und Plesse umfasst einen Ausbau für eine zweizügige Grundschule mit Nachmittagsbetreuung. Enthalten sind der Neubau einer Mensa und ein Umbau im Bestand auch mit Blick auf Barrierefreiheit. Die Kosten werden auf 1,5 Millionen Euro geschätzt.

Mehr dazu:

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One comment

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