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Interaktive Karte zur Unterrichtsversorgung Niedersachsen

Lüneburg/Hannover. Die Unterrichtsversorgung an den Schulen in Niedersachsen ist ein Dauerthema. Egal, welche Parteien gerade in der Verantwortung sind, das Gemecker der Opposition kommt so zuverlässig wie das Amen in der Kirche. Jetzt kritisiert der FDP-Bildungsexperte Björn Försterling: „Die prognostizierte Unterrichtsversorgung liegt mit 98,6 Prozent nur geringfügig über dem katastrophalen Vorjahreswert von 97,8 Prozent. Das Kultusministerium hatte auf eine entsprechende Anfrage seiner Fraktion Zahlen für die einzelnen Schulen vorgelegt.

Wie es um die statistische Versorgung an den Schulen in Stadt und Landkreis Lüneburg bestellt ist, lässt sich mit wenigen Mausklicks im Internet nachvollziehen. Die FDP hat auf ihrer Seite diese interaktive Karte veröffentlicht.

Danach kommt zum Beispiel die Hugo-Friedrich-Hartmann-Schule in Bardowick nur auf eine rechnerische Versorgung von 97,9 Prozent: 832 Lehrerstunden müsste sie haben, es sind aber nur 814,5 Stunden. Die IGS Lüneburg erreicht 97 Prozent, die Oberschule in Marschacht auf 95,23 Prozent, die IGS in Embsen gar nur auf 92,2 Prozent. Andere Schulen liegen rein rechnerisch sogar über der 100-Prozent-Marke. So ist laut Ministeriumszahlen die Oberschule am Kreideberg mit 105,82 Prozent versorgt.

Allerdings handelt es sich um rein rechnerische Werte, die manchmal von der Realität eingeholt werden – zum Beispiel, weil Lehrer krankheitsbedingt länger ausfallen. Einige Schulen fehlen in der Karte gänzlich, zum Beispiel das Gymnasium Oedeme, die Herderschule und die Hanseschule Oedeme.

Fösterling kritisiert: „Das Gefühl von Lehrern, Schülern und auch Eltern trügt nicht. Es gibt keine nennenswerten Verbesserungen in der Unterrichtsversorgung, selbst die Verlegung der Sprachförderung in die Kitas hat keine spürbare Entlastung gebracht. 1276 Schulen in Niedersachsen haben keine hundertprozentige Unterrichtsversorgung.“

Die Fehlstunden, zu denen auch immer Krankheitsfälle, Bildungsurlaube, Fortbildungen und die Teilnahme an Klassenfahrten eingerechnet werden müssten, beliefen sich auf mehr als 100.000 pro Woche. ahe

2 Kommentare

  1. Traue keine Statistik, die man nicht selber gefälscht hat:

    In der Gesamtanzahl der Stunden sind keine Angaben für die Förder- und Fordermaßnahmen enthalten. Darüber hinaus ist eine Gesamtversorgung einer Schule ohne die Betrachtung der Einzelfächer völlig sinnlos. Ein Kunstlehrer kann ja nicht sinnvoll Chemie unterrichten und umgekehrt. Falls dies doch möglich sein sollte: Wozu ist dann das Fachstudium notwendig?

  2. „Es gibt keine nennenswerten Verbesserungen in der Unterrichtsversorgung, selbst die Verlegung der Sprachförderung in die Kitas hat keine spürbare Entlastung gebracht.“

    Weil die Kitas selber kaum Kapazitäten haben um eine Sprachförderung durchzuführen. Hier wurde am Reizbrett mal wieder als Schnellschuss etwas beschlossen das in der Realität kaum Wirkung zeigt. Das können ja viele aus Politik und Wirtschaft extrem gut. Vor allem das hinterher schön/raus-reden. 😉