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Kreistag Brücke Arena
Es klart sich auf für die Arena. Die Gesamtkosten sind jedoch noch offen. (Foto: Philipp Schulze)

Kreistag stellt Weichen für Brücke und Arena

Amelinghausen. Nach jahrelangen Diskussionen hat der Kreistag am Montag für zwei Infrastrukturprojekte in der Region die nächsten Wegmarken gesetzt. Mit deutlicher Mehrheit stimmten die Kreispolitiker in der Lopautalhalle in Amelinghausen der Wiederaufnahme des Planfeststellungsverfahren für eine Elbbrücke bei Neu Darchau ins Amt Neuhaus zu. Sechs aus der Grünen-Fraktion und Jens-Peter Schultz (SPD) stimmten dagegen, bei drei Enthaltungen von Grüne und Linke.

Auch der Betreibervertrag für die „Arena Lünebuger Land“ zwischen dem Kreis und der Campus Management GmbH bekam im nichtöffentlichen Teil eine breite Zustimmung. Hier votierte die AfD-Fraktion dagegen, Nein-Stimmen und Enthaltungen gab es auch von Mitgliedern der Grünen und der Linke.

Für beide Projekte sind damit wichtige Weichen gestellt. Endgültig gesichert sind diese Bauvorhaben damit jedoch nicht.

Nach der Brückenplanung können aber erst die genauen Kosten für die Elbquerung beziffert werden. Bis Ende 2021 könnte darüber Klarheit herrschen. Überschlägig liegen die Gesamtkosten derzeit bei 65 Millionen Euro. Sechs Millionen davon sind nicht gedeckt.

„Signal nach Hannover“, Gespräche mit Bund geplant

Mehrere Redner sprachen von einem „wichtigen Signal nach Hannover“. Berni Wiemann (FDP), der als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Elbquerung den Antrag einbrachte, setzt darauf, dass durch Gespräche mit dem Bundesverkehrsministerium und mit Vertretern in Mecklenburg-Vorpommern die Finanzlücke geschlossen werden kann. Besonders freute Wiemann, dass die SPD ihr Nein aufgegeben hat: „Ich wäre fast vom Stuhl gefallen.“ SPD-Fraktionschef Franz-Josef Kamp betonte hingegen: „Wir haben nicht unsere Meinung geändert, geändert haben sich die Bedingungen“, sagte er mit Blick auf den Vorstoß von Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU), die Beteiligung des Landes zu 75 Prozent zu übernehmen.

Jens-Peter Schultz warnte hingegen vor den Folgekosten: „Die möchte ich unseren Nachfolgern nicht in den Skat legen.“ Michael Gaus von den Grünen plädierte hingegen als Alternative für eine Schwebefähre, die jedoch bei den anderen Fraktionen keine Zustimmung fand. Unabhängig vom Brückenprojekt will der Kreistag beim Haushalt für 2019 den zweiten Grünen-Vorstoß diskutieren, dass ab 2019 die Einwohner vom Amt Neuhaus beide Fähren kostenlos nutzen können.

Schneller dürfte dagegen bei der Arena Klarheit herrschen. In der nächsten Kreistagssitzung am 5. November sollte feststehen, ob die jüngst kalkulierten 14 Millionen Euro für die Mehrzweckhalle zu halten sein werden.

Baukosten für Halle liegen Anfang November vor

Bis zum 30. November könnte die Kreispolitik noch die Reißleine ziehen. Bis dahin laufen jedoch schon wichtige Vorarbeiten. Eine Zusatzvereinbarung zum Betreibervertrag regelt, dass in diesem Fall die Campus Management GmbH für ihre Leistungen entschädigt wird.

Zwei finanzielle Größen sind mit dem Betreibervertrag geklärt: Nachdem Lüneburgs Stadtrat vorige Woche den jährlichen Betriebskostenzuschuss auf 150 000 Euro verdoppelt hat, stimmte auch der Kreistag einem solchen Volumen zu. Geklärt ist zudem die jährliche Pachtzahlung, die nach LZ-Informationen zunächst bei einem mittleren fünfstelligen Betrag liegt, sich innerhalb der zehnjährigen Vertragszeit aber fast verdoppeln wird.

Von Marc Rath

Mehr dazu lesen Sie am Dienstag in der gedruckten Ausgabe der LZ.

3 Kommentare

  1. die volksverdummung nimmt ihren lauf, es hält sie weder ochs noch esel auf. hauptsache die verwaltungshengste schaffen sich immer wieder die eigene daseinsberechtigung. ich bin gespannt, wenn wir wieder eine hochzinspolitik bekommen, wer dann die kommunen vor ihrer pleite retten wird. die kosten werden steigen, jede wette.

  2. Herr Bruns,

    selten bin ich mit Ihnen einer Meinung – in diesem Fall aber auf jeden Fall!
    Das wird teuer, sowohl die Brücke, wie auch die Arena…

    • So seh‘n es auch die Profis. Hier Ratsdame Birte Schellmann, die ihr Gedankenmobil am 13. September um 12:55 Uhr ahnungsvoll vom protzenden Potemkinschen Panzerpott am südlichen Stadtrand, wo der Eingang „senkrecht zur Uelzener Straße steht“, nach Nordwesten zur hoppehallenartig geplanten Bahlburg am Alten Schlachthof rübersteuert:

      Lieber Herr Jenckel,

      ich neige eigentlich nicht dazu auf Blogs zu reagieren, aber in diesem Falle will ich mal davon abweichen.

      Auch wenn noch immer die Wahrheit nur bröckchenweise auf den Tisch gelegt wird, das war nicht nur vorauszusehen, danach konnte man von Anfang an die Uhr stellen. Nur, die Wahrheit wollte keiner hören, übrigens auch Sie nicht.

      Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich von allen Seiten heftig angegriffen wurde, weil ich im Rat als eine der ganz wenigen gegen das Projekt Stellung bezogen habe und zwar unter anderem aus zwei Gründen: Die veranschlagten Baukosten werden weit höher liegen als behauptet und die dann anfallenden Unterhaltskosten werden ebenfalls weit höher liegen als angenommen. Wer wollte, dem konnte das von Anfang an klar sein. Ich wusste das, weil ich mich von Fachleuten hatte beraten lassen, die sich schon beim Blick auf die veröffentlichten Pläne sicher waren, dass man mit weit höheren Baukosten rechnen müsse und auch, dass die laufenden Unterhaltskosten weit höher als bei üblicher Bauweise liegen werden.

      „Dass sich anders als von den Audimax-Claqueuren (zu denen auch die LZ gehört hat) vorhergesagt, die Strahlkraft des Zink-Palastes sehr in Grenzen hält, kann ebenfalls nicht sehr überraschen.“

      Ein ähnliches Drama, wenn auch auf wesentlich kleinerer Flamme, werden wir beim Arena-Projekt erleben. Aber hier wie da ist wohl nicht damit zu rechnen, dass sich irgendwer öffentlich dazu bekennt, einer Riesenfehleinschätzung aufgesessen zu sein.

      PS. Mir kann keiner erzählen, dass es immer noch nicht möglich sein soll, jetzt sofort mit mindestens 2 %iger Genauigkeit offenzulegen, wie hoch die Gesamtkosten aufgelaufen sind. Dass man das nicht tut, deutet m.E. darauf hin, dass auch die 110 Mio EUR noch längst nicht das Ende der Fahnenstange sind.

      Beste Grüße
      Birte Schellmann

      Quelle: https://blog-jj.com/2018/09/11/libeskind-spektakulaer-und-spektakulaer-teuer/#comment-2875