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Hinterlassenschaften am Kalkberg: Das Naturschutzgebiet ist ein beliebter Treffpunkt bei Jugendlichen. Foto: hof

Wo Lüneburg nicht sauber ist

Lüneburg. Lüneburg macht einen gepflegten Eindruck. Wenn man durch die historische Altstadt schlendert, sind die Mülleimer geleert, die Straßen gekehrt und die Grünflächen bepflanzt. Doch immer wieder bekommt die Landeszeitung Anrufe von Lesern, die auf vermüllte Stellen in der Stadt gestoßen sind. Wir sind den Hinweisen gefolgt und fanden vor, was uns beschrieben wurde: Leere Verpackungen in den Gebüschen, Glasflaschen am Wegesrand und Sperrmüll auf Parkplätzen.

Im Liebesgrund wurde ein Teil der alten Stadtmauer zugemüllt.

Frank Fugel, Betriebshofleiter der Abwasser, Grün & Lüneburger Service GmbH (AGL), ist sich des Problems bewusst. Normalerweise hat die Straßenreinigung diese Brennpunkte fest in ihrer Routine. Doch nicht jedes Gebiet wird täglich angefahren. Denn die Stadt ist in Reinigungsklassen eingeteilt: Bereiche in Klasse 1, das ist beispielsweise die Innenstadt, bekommen am meisten Aufmerksamkeit. Hier wird fünfmal die Woche gereinigt. Straßen, die sich in Klasse 2 befinden, werden nur einmal wöchentlich angefahren, Klasse 3 nur einmal in zwei Wochen: „Wenn am Ende der Woche an einer Stelle Müll herumliegt, kann es sein, dass diese das letzte Mal am Montag gesäubert wurde oder mal eine Schicht ausgefallen ist“, erklärt Fugel.

City-Service-Team ist Teil der Straßenreinigung

Je häufiger in der eigenen Straße gereinigt wird, desto teurer ist es aber auch für die Anwohner. Die Gebühren richten sich heute nicht mehr nach dem Frontmetermaßstab, sondern nach der Grundstücksfläche im Verhältnis zum Gebührensatz der jeweiligen Reinigungsklasse.

Auf dem Parkplatz des Freibads in Hagen stapelt sich Sperrmüll neben Papiercontainern.

Wenn aber doch einmal etwas Außergewöhnliches vorkommt, sei Fugels „Alarmtruppe“, das City-Service-Team (CST) – ein Teil der Straßenreinigung –, direkt an Ort und Stelle. Wie zum Beispiel im Liebesgrund: Die Müllhalde in der Ruine wurde nach dem Hinweis der LZ direkt gesäubert.

Im Winter müssen die Wege gestreut werden

Problematisch: Nur in den wenigsten Fällen ist nachvollziehbar, wer für die illegale Müllbeseitigung verantwortlich ist. Wenn der Abfall schlimmstenfalls aber die Verkehrssicherheit einschränkt, wird er schnellstmöglich beseitigt. „Wir forschen dann nicht noch nach, wer das war“, sagt Fugel.

Viel Müll landet auch im Gebüsch am Bolzplatz an der Theodor-Heuss-Straße.

Doch nicht jede Art der Reinigung fällt in den Zuständigkeitsbereich der AGL. Auch die Anlieger sind zur Reinigung der Gehwege verpflichtet. Vor allem im Winter müssen die Wege gestreut werden. „Jeder einzelne sollte natürlich auch selber für ein sauberes Umfeld sorgen“, appelliert Fugel an die Bürger.

Unter dem Suchbegriff „Ortsrecht“ auf www.hansestadtlueneburg.de sind alle relevanten Infos zum Thema Straßenreinigung zusammengestellt, zum Beispiel, welche Straße welcher Reinigungsklasse zugeordnet ist.

Falls Sie doch einmal vermüllte Stellen vorfinden, ist die AGL der richtige Ansprechpartner. Sie erreichen die Zentrale unter der Telefonnummer (04131) 8569-0.

Von Anna Hoffmann

Rund um die Berufsbildenden Schulen sind die Gehwegränder voller Verpackungsmüll.
Rund um die Parkhäuser Am Altenbrücker Ziegelhof wird entsorgt, was nicht mehr funktioniert: Fotos: hof

10 Kommentare

  1. das duale system ist ein schlechter witz. die wirtschaft drückt sich vor ihrer verantwortung. die politik ebenfalls. die müllentsorgung sollte schon beim verkauf eingepreist werden und die wirtschaft für ihre entsorgung sorgen und zwar so, dass dieser müll weder in afrika , noch in wälder und meere landet. dann würde man sich auch mehr gedanken schon bei der vermeidung von müll machen. auch bei der herstellung von waren, wie umweltfreundlich diese wirklich sind, würde es ein umdenken geben. wie es jetzt ist, wird mit müll nur noch geschäfte auf kosten der menschen und der umwelt gemacht. und wie man auf den bildern erkennen kann, dumme menschen gibt es reichlich. denen sollte man nicht die müllentsorgung überlassen.

    • Mal wieder ganz ihrer Meinung Herr Bruns. Der Verbraucher zahlt sowohl für die Verpackung als auch für dessen Entsorgung. Ist ja auch schön einfach für die Industrie und Aufsichtsräte der Konzerne, bzw Nebenjobs unserer Politiker …schmunzel. Volksverdummung zahlt sich halt aus.

    • Hallo Herr Bruns,

      Firmen, die erstmalig Warenin Deutschland in der Verkehr bringen, müssen die Verpackung beim Dualen Systen amelden und jährlich bezahlen. Hier muss exakt das Gewicht von Pappe und Plastik pro Artikel gemeldet und abgerechnet werden. Nur kontrolliert wird dies leider nur Stichprobenartig…
      So gesehen wird doppelt bezahlt, es zahlt der Vertreiber / Hersteller und der Verbraucher!

      • der verbraucher zahlt mehrmals. fängt bei mogelverpackungen an. und da fängt auch die krux an. die wirtschaft legt wert auf sowas.

  2. Da braucht man sich noch nichteinmal Gedanken über das duale System zu machen, ein Spaziergang im Ochtmisser Wäldchen reicht völlig aus. Die „Gartenfreunde“ aus der benachbarten Kolonie nutzen den Wald als Schuttabladeplatz !
    Grünabfälle, Bauschutt, Grillreste, alles wird kurzerhand im Wald entsorgt.
    Eine riesen Sauerei und niemand schreitet ein.

  3. Ich habe auf meinen Sparziergängen immer wieder sehr viel Müll, und Kaffeebecher, Plastik Halme, Windeln in Brombeeren Hecken, lauter widerliche Essens Reste, jede Menge Zigarettenschachteln. Dort ist Stanninol und Plastik was nicht Verrottet. Auch Alu diese Sachen haben 25 Milionenjahre in der Erde gelegen und so lange braucht diese Unrat um wieder zu verfallen aber auch nicht Vollständig.

  4. Die gelben Säcke werden abgeholt und nach der Abholung ist ein schönes Bild, was dann liegen bleibt und auch Tage später noch da ist. Vielleicht sollten wir erstmal anfangen vor der eigenen Haustür.

  5. Was ist eigentlich mit Ilkka und Kaija Erkkilä aus Finnland, die dem Lüneburger Müll den Krieg erklärt haben?
    (Siehe: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/365781-mission-muellsammeln-ehepaar-aus-finnland-reist-um-die-welt) Waren die dieses Jahr noch nicht in der Stadt? Oder kommen die vielleicht erst noch im Liebesgrund, am Parkplatz des Freibads in Hagen, beim Bolzplatz an der Theodor-Heuss-Straße, an den Gehwegrändern rund um die Berufsbildenden Schulen und bei den Parkhäusern Am Altenbrücker Ziegelhof vorbei? Auch in und hinter der ramontischen Ruine des idyllischen Verkaufspavillons am Handwerkerplatz gibt es für die beiden vorbildlichen Unermüdlichen sicher manches hübsch verpilzte Stück Kunststoff einzusammeln.

  6. ein neues beispiel, habe gerade eine verpackung mit schokowaffeln geöffnet. eine durchsichtige umverpackung, inhalt 5 schokowaffeln einzeln in durchsichtiger plastikfolie verpackt. ist von außen nicht sichtbar, dass der inhalt gesondert verpackt wurde.