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Jens Mollenhauer bringt den Schülern der 2b den richtigen Umgang mit Gewalt spielerisch bei. Foto: t&w
Jens Mollenhauer bringt den Schülern der 2b den richtigen Umgang mit Gewalt spielerisch bei. Foto: t&w

Zivilcourage kann man lernen

Handorf. Jens Mollenhauer zählt bis drei. „Halt stopp, das ist Herzgewalt. Ich möchte das nicht“, antwortet die 2b der Grundschule Handorf im Chor. „Ich freue mich, wenn die Kinder das nach einem Seminar mit mir so gut verinnerlicht haben“, sagt Trainer Mollenhauer, der hier, in der Klasse von Sonja Münker am bundesweiten Tag der Zivilcourage zu Gast ist, und den Schülern beibringt, wie sie Gewalt vorbeugen, bevor sie entsteht.

Im Zentrum der Stunde am vergangenen Mittwoch standen wichtige Verhaltensregeln: In kritischen Situationen sollen die Kinder helfen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen, sich um Opfer kümmern, Hilfe organisieren und erzählen, was sie beobachtet haben. „Das ist dann kein Petzen“, macht der Anti-Gewalt-Trainer den Kindern deutlich.

Damit die Grundschüler die Regeln auch in alltäglichen Situationen anwenden können, hat Mollenhauer seine Handpuppen Willi, Fridolin und Frederike mitgebracht. Emily soll Willi aus einer brenzligen Situation retten: „Komm Willi, wir gehen woanders hin“, sagt die Zweitklässlerin selbstbewusst.

Eltern müssen ein Vorbild für ihre Kinder sein

Gewaltprävention hat sich der 55-jährige Polizist zur Lebensaufgabe gemacht. Er selbst wurde als Jugendlicher Opfer von Gewalt, als ihn eine Jugendgang zusammenschlug und keiner der Zuschauer etwas tat. In dem Buch „Angsthase wird Muthase“ hat der achtfache Familienvater seine Vergangenheit verarbeitet.

Seit mittlerweile über 30 Jahren nutzt Jens Mollenhauer jede freie Minute neben seinem Vollzeitjob als Polizeihauptkommissar und Leiter des Jugendschutzes in Hamburg, um Schülern, Lehrern, aber auch Eltern den richtigen Umgang mit Gewalt näherzubringen.

„Vor allem Eltern müssen ein Vorbild für ihre Kinder sein. Wie sie miteinander streiten, färbt auf die Kleinen ab“, betont Mollenhauer. Dass aber jeder einmal Fehler macht, sei menschlich. „Wichtig ist nur, sich nachher auch von ganzem Herzen zu entschuldigen.“ hof

11 Kommentare

  1. Zivilcourage kann man lernen, besonders viele Erwachsene hätten es nötig. Wie sollen die sonst gute Vorbilder sein?

  2. Norbert Kasteinecke

    „Halt stopp, das ist Herzgewalt. Ich möchte das nicht“

    Hab ich neulich auch mal so gesagt, aber mein Gegenüber hat das irgendwie nicht so richtig verstanden – nun ja, was sollte ich dann machen?!

  3. Norbert Kasteinecke

    Ist das schon justiziabel?

    Otto schreibt ja eine Menge Blödsinn – das hier geht eindeutig zu weit!

    Wenn man denn so gar nichts hat und die politische Landschaft sich derart verändert, man es nicht aufhalten kann, weil keine Argumente da sind – dann eben so.

    Egal wie tief man die Messlatte des geistigen Verstandes eines Menschen legt, es gibt jeden Tag jemanden, der bequem darunter durchlaufen kann!

    • Norbert Kasteinecke

      Wenn man denn so gar nichts hat und die politische Landschaft sich derart verändert, man es nicht aufhalten kann, weil keine Argumente da sind ??????????
      Wetten , dass es aufzuhalten ist. Alternativ-los geht einem langsam auf die Nerven. Argumente gibt es genug, um Einfaltspinsel zum Mond zu schießen. Die AfD möchte doch eine Insel für Flüchtlinge, ich einen Mond für Politiker. Man stelle sich vor, es gibt da keine Schwerkraft, ob den Politikern das auffallen würde? Die AfD schwebt doch schon. Wozu wird da ein Rückgrat gebraucht? Welch eine Frage, wer soll dort die Vorbildfunktion übernehmen? Höcke? Mir wird schlecht.

    • Typischer (rechter) Bullshit.
      „Bullshit“ ist inzwischen ein Fachbegriff unter Kommunikationswissenschaftlern.
      Das ist inhaltlich einfach nur Schwachsinn. Mal mehr mal weniger mit scheinbarem Sinn vermixt.
      Das Verbreiten von Bullshit ist Taktik der „neuen Rechten“ und gehört zu der Strategie,
      rationale Diskussionen nicht nur zu vermeiden, sondern nach kräften zu stören. Aber auch durch ständiges Wiederholen der immer gleichen Parolen und verbreiten von „Fake-News“ und Bullshit den öffentlichen Diskurs zu dominieren versuchen.

    • Worin besteht „der Blödsinn“, Herr Kasteinecke? Ich bitte um eine exakte Erläuterung! Alle meine Äußerungen sind – im Unterschied zu denen von Ihnen – mit Quellenangaben sauber belegt.

      Und was bitteschön sollte an meinem Post denn „justitiabel“ (= einer richterlichen Entscheidung bzw. einer Gerichtsbarkeit unterworfen) sein? Sie haben sich hier bestimmt wieder (wie so häufig, wenn Sie Fremdwörter verwenden, ohne deren Bedeutung zu kennen) in der Vokabel vergriffen und meinen eventuell „rechtswidrig“ oder „gerichtlich verfolgbar“? Leider leben wir noch nicht im revitalisierten „Tausendjährigen Reich“, Herr Kasteinecke. Mit dem schnellen Verhaften und Wegschließen von Gegnern Ihrer abgeschmackten verbalen Gewalt müssen Sie sich einstweilen noch gedulden.

      In jedem Fall bitte ich um faktenhaltige Nachweise der Berechtigung Ihres vagen vorwurfsvollen Gestocheres, Herr Kasteinecke!

      Denn ist es vielleicht nicht so, dass Sie viel Zeit und Energie darein investieren, bei LZ-Online nicht nur Erwachsenen, sondern vor allem auch Kindern und Halbwüchsigen mit gemeinen, von krankem Hass und Vorurteilen zeugenden Andeutungen regelmäßig Angst zu machen?

      „Wenn man denn so gar nichts hat und die politische Landschaft sich derart verändert, man es nicht aufhalten kann, weil keine Argumente da sind – dann eben so“?

      Wie „SO“, Herr Kasteinecke? Präzisieren Sie bitte! Geben Sie Budda bei die Fischekens, Herr Kasteinecke! Nicht immer nur wolkig wabernd anschwärzen! Wo erkennen Sie sich wieder? Und wovon schwatzen Sie da bloß? „Man“ kann ES nicht Aufhalten? Ja, welches ES denn um Himmels willen? Rufen und hetzen Sie immer nur aus der Wahnblase Ihrer „revolutionären“ Wunschfantasien in Ihr (eingebildetes) Lesepublikum hinein, Herr Kasteinecke? – „ES“? – War das nicht der deutsche Titel des Buches von Stephen King, in welchem der widerwärtig bösartige Clown Pennywise als eine Erscheinungsweise des Horrors den Kindern und Schülern nachstellt?

      „Egal wie tief man die Messlatte des geistigen Verstandes eines Menschen legt, es gibt jeden Tag jemanden, der bequem darunter durchlaufen kann!“

      Ist das erneut eine unfreiwillig eingestreute Selbstbeschreibung Ihres intellektuellen Zwergentums, Herr Kasteinecke? (Ich erinnere an die lustige Bemerkung des alten, depressiven Potsdamer Zausels und menschenverachtenden Zynikers Gauland über das knappe Tausendstel der geistig Satisfaktonsfähigen in der AfD, welches leicht arrogante, aber vermutlich treffende Eingeständnis des bundesweit bekannten Boateng-Bewunderers Herr Becker kürzlich zitiert hat: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/1901492-wilhelm-raabe-schule-2#comment-204601)

      Wären Sie so nett, die ca. 60.000 Menschen, die Sie lt. twitteranalytiks im 28 Tagesrhythmus erreichen (vgl.: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/1901492-wilhelm-raabe-schule-2#comment-204102) darüber aufzuklären, wovon Sie hier eigentlich salbadern, Herr Kasteinecke, wenn Sie die banale Trivialität der „unaufhaltsamen Veränderung der politischen Landschaft“ perhorreszieren, — und dabei verleugnen, dass gerade SIE und Ihresgleichen nicht in der Lage sind, mit den komplexen Ambiguitäten und Ungewissheiten der modernen, schnelllebigen VUCA-Welt umzugehen?

      Ein eifriger Kommunikator Ihres Schlages, der laut twitteranalytics mit Zehntausenden gehaltvollen Umgang pflegt, wird, da bin ich mir ganz sicher, immer über hinreichend wenigstens virtuell wirkbegierigen pädagogischen Eros verfügen, um nicht nur in der Nachbarschaft von siebenjährigen Schüler*inne*n und Kindern mit „Argumenten“ zu glänzen, sondern auch in der Gegenwart von Herrn Polizeihauptkommissar Mollenhauer, von Herrn Oberbürgermeister Mädge, von Herrn Bruns und von mir.

  4. Fehler machen? Gott bewahre. Wo Lakaientum zur Tugend wird steht die „Zivilcourage“, oder auch „Haltung“ wie andere es nennen, nur im Weg? Der Ehrliche ist längst zum Dummen geworden, nicht nur in Steuerfragen.
    Wer sich den Luxus leistet Prinzipien nicht Personen loyal zu bleiben, bleibt auf der Strecke, das lernt Hänschen ganz schnell. Wenn sich Hans ersteinmal eine astreine Vita aus dem Treibgut der Zeit geschnitzt hat, kann er sich jeden Lapsus leisten und auf Nibelungentreue setzen.“Unhaltbar“ ist dann im Zweifel nämlich der, der sich gegen das Lakaientum entscheidet.

  5. „Halt stopp, das ist Herzgewalt. Ich möchte das nicht“. Nicht allein Heranwachsende, auch Ausgewachsene kommen mit diesem Satz zuweilen weiter.

    Der Vorsitzende der AfD-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft, Jörn Kruse, verlässt seine Partei, weil seiner Meinung nach die AfD nach rechts rückt. Er schrieb dies am Donnerstag in einer E-Mail an die Fraktionsmitglieder. „Die zunehmende Zusammenarbeit von Teilen der AfD, insbesondere in den ostdeutschen Bundesländern, mit Rechten und Rechtsradikalen ist für mich vollständig untolerierbar. Irgendwann ist auch der längste Geduldsfaden zu Ende“, heißt es darin. (Siehe: https://www.landeszeitung.de/blog/nachrichten/politik/1922102-hamburger-afd-fraktionschef-tritt-aus-partei-aus)

    Interessant ist, dass die würdelose Reaktion von AfD-Parteichef Jörg Meuthen auf diesen Abschied nach exakt demselben schäbigen Zeter- und Herabstufungsmuster erfolgt, dem auch der eifernde Norbert Kasteinecke gehorcht, wenn er die von twitteranalytics Ungezählten unter den LZ-Kommentatoren beschnöselt, welche über seinen emsigen quasi-konfessionellen Missionierungsernst mehr oder weniger leise in sich hineingickern: (A) Erst kommt die pauschale und nachweislose Behauptung der Realitätsverkennung, (B) dann die Diskreditierung der Urteilfähigkeit, (C) anschließend die Kriminalisierung des Andersmeinenden mit Infragestellung der Integrität und (D) zuletzt die soziale Stigmatisierung und Ausgrenzung der Person. Meuthen wörtlich: „Jörn Kruses Sicht auf die Partei befand sich schon seit längerem fernab der Realität.“ Seine „kruden Beschimpfungen“ von Parteimitgliedern, die vor allem auf Unkenntnis der tatsächlichen Abläufe beruht hätten, „hatten zuletzt einen unmittelbar parteischädigenden Charakter angenommen“. Er sei in der AfD zunehmend isoliert gewesen.

    Ohne von Jörn Kruses – sehr verspäteter Einsicht – zu wissen, betonte auch Serap Güler, Mitglied im CDU-Bundesvorstand und Staatssekretärin für Integration im Kabinett Laschet in Düsseldorf, heute in der FAZ zu Recht: „Die AfD gehört zum Hass-Kartell !“

    Allerspätestens nach den Ereignissen in Chemnitz und Köthen, schrieb Frau Güler, wo der tragische Tod zweier Menschen dazu missbraucht worden sei, rechtsextremes Gedankengut offen auszuleben, um Hass und Hetze zu verbreiten, wo auf inszenierten „Trauermärschen“ der Hitlergruß gezeigt wurde, auf denen Rechtsradikale Schulter an Schulter mit führenden AfD-Politikern marschierten, allerspätestens jetzt habe allen klar sein müssen, „dass jeder, der diese Partei noch wählt, sich als mündiger Bürger mitverantwortlich für die Verbreitung von Hass und Hetze macht“. Die Rechtfertigung „aus Protest“ dürfe nicht mehr gelten. „Das Verständnis muss ein Ende haben“.

    Es gebe viele Menschen in unserem Land, ob nun mit oder ohne Migrationsgeschichte, „die sich durch die aktuellen Ereignisse an die Brandanschläge Anfang der neunziger Jahre erinnert fühlen und Angst haben oder diese nun allmählich bekommen – nicht nur Angst um ihr Leben, sondern auch Sorge, dass sich der Hass wieder verbreitet, von Stadt zu Stadt springt und in einem Inferno endet.“ Diese Sorge scheint mir berechtigt. Denn im Unterschied zu den neunziger Jahren sitzt heute eine Partei im Bundestag, die tagtäglich den Hass befeuert, die Hitlergrüße als „unappetitlich“ banalisiert und nicht davor zurückschreckt, mit Rechtsextremen und Pegidisten gemeinsam zu marschieren. Darauf angesprochen, fällt dieser Partei nichts Besseres ein, als auf den Linksextremismus hinzuweisen. Doch der eine Extremismus rechtfertigt nicht den anderen Extremismus. Wer nach links schielt, darf nicht blind auf dem rechten Auge sein; und wer diesen Extremismus wählt, rechten oder linken, der macht sich mitschuldig, wenn er sich verbreitet. Keine Wut, kein Ärger über etablierte Parteien rechtfertigt Hass und Hetze auf Menschen, nur weil sie fremd aussehen oder an etwas anderes glauben. Dafür darf es kein Verständnis geben.

    Deshalb wird es allerhöchste Zeit, sich den anderen Ängsten und Sorgen zu widmen: den Ängsten von Menschen und den Sorgen der Demokraten, dass es hier im Grunde nicht um Befindlichkeiten oder Begrifflichkeiten geht, sondern um einen Angriff auf unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung. Es ist an der Zeit, sich mit der Stimme dagegen zu erheben.

    Oberbürgermeister Ulrich Mädge sieht das genauso: https://www.landeszeitung.de/wp-content/uploads/2018/09/Brief-OB-Raabe-Schule.pdf

    Ich ebenfalls!